Tour of Canada 2017

Freitag, 7. Juli und 11. und somit letzte Etappe von Canmore nach Calgary

Es ist schon fast etwas langweilig. Auch heute erwartete uns purer Sonnenschein und bereits um 09.30h waren alle bereit, um die 124 km nach Calgary unter die Räder zu nehmen. Nach den 164 km vor zwei Tagen fürchteten wir nichts mehr und so wurden die ersten 74 Km bis zur Mittagspause in Cochrane mit Ausnahme einer kurzen Trinkpause in flottem Tempo zurückgelegt. Wir riskierten ab und zu einen letzten Blick zurück und sagten leise „bye bye Rocky Mountains“. Je näher wir Calgary kamen, umso mehr Weideland und Viehzucht war erkennbar. Und so verwunderte es uns nicht, dass wir viele Kilometer geradeaus über bestens gepflegtes Land fuhren.

Für die Mittagspause in Cochrane hatte uns Matze eine schöne Bäckerei gesucht und gefunden. Das Mittagessen bestand dann auch v.a. aus kalten Getränken und „süssen Schweinereien“  – mmmmmhhhh! Wie heisst dieses Sprichwort so schön: “A second on the lips – a lifetime on the hips“. Aber so lange hatte der Zucker gar keine Zeit, um sich an den Hüften anzusetzen. Denn direkt nach dem Mittagshalt stand ein kurzer aber knackiger Anstieg an. Manch einer hatte sich gewünscht, wir wären schon oben… das durfte man auch, denn kurz vor Cochrane hatten wir die 1000 Km überschritten und die 10‘000 Hm waren auch geknackt….

Spektakulär war natürlich die Einfahrt in die Stadt Calgary. Schon von weitem waren die Bobbahn und die Schanze der Olympischen Spiele zu sehen und auch die Skyline des Business-Viertels war in Sicht. Mäge hatte sich viel Mühe gegeben, um eine gute Veloroute durch Calgary zu finden. Das ist ihm mehr wie gelungen. Die über 20 Km bis zu unserem Hotel waren echt ein „scenic ride“ entlang dem Bow River und vorbei an der Skyline Calgarys. Am Schluss wurde es aufgrund der Hitze aber doch noch anspruchsvoller als gedacht und es brauchte im Hotel keine Überredungskünste für das Schlussbier.

Eine wunderschöne Tour ohne Unfall geht zu Ende. Wir sind mehr wie dankbar und geniessen einen gemeinsamen Abend zusammen. Morgen geht es dann auf die Stampede, das grösste Rodeo der Welt. Cowboyhut ist Pflicht ;-).

Noch ein „Schmankerl“ zum Schluss. Martin hat wie erwartet die Schlussrede gehalten. Dabei hat er aus Zollinger Radsportreisen doch glatt Zollinger Reitsportreisen gemacht und Bruno hat er mit Stallmeister verabschiedet… – wenn’s Martin nicht gäbe – wir hätten ihn erfunden!! 

Hey there – regards from Calgary
Die ZRR-Crew Fabienne, Matze, Mäge & Bruno


Donnerstag, 6. Juli und 10. Etappe – Rundfahrt um Banff

Nach der gestrigen schweren Etappe liessen wir es heute ruhig angehen. Deshalb war um 11.00h erst ein kleiner Bustransfer von Canmore nach Banff angesagt. Dort hiess es, wie in den letzten Tagen so oft, sein Velo zu besteigen. Diesmal allerdings nur, um die Säure etwas aus den Beinen zu bekommen – Kette links und hohe Frequenz war angesagt. Auf dem 25 Km Weg hoch an den Two Jack Lake wurde deshalb auch viel gequatscht und gewitzelt. Die Sonne zeigte sich wie immer in den zwei Wochen nur von ihrer allerbesten Seite.
Nach 1.5h waren wir dann auch schon wieder in Banff zurück. So blieb genug Zeit, um sich das Städtchen anzusehen. Allerdings ist man sich nicht ganz sicher, ob man in China oder Canada ist. Zumindest die Geschäfte werden zum Grossteil von Asiaten betrieben und so ist auch die Kundschaft. Trotzdem ist Banff einen Besuch wert und das eine oder andere Souvenir findet sicher seinen Weg in die Schweiz oder nach Deutschland.
Am späten Nachmittag radelten wir dann bestens gelaunt nochmals 23 Km zurück nach Canmore. Hier sahen wir dann endlich auch unseren ersten Elch. Damit hätten wir nun alle wichtigen Tiere hier gesehen..
Morgen geht’s auf unsere letzte grosse Fahrt nach Calgary. 124 km stehen auf dem Programm. Was macht das Wetter? Ziemlich langweilig – die Sonne scheint 😉😁.
All the very best from Canmore
The Zollinger Team

Mittwoch, 5. Juli und 9. Etappe von Saskatchewan Crossing nach Canmore

Auch heute Morgen lachte uns die Sonne ins Gesicht. Kurz vor 09.00 h wurde heftig gepumpt, nochmals alles geprüft und dann konnte unsere Königsetappe über 164 Km beginnen. Nach einer kurzen Abfahrt lagen 35 Km Aufstieg vor uns. Die Landschaft mit ihren imposanten Bergen und Gletschern und die strahlende Sonne liessen uns heftig in die Pedalen treten und so bewältigten wir die Strecke bis hoch an den Peyto Lake auf 2‘150 M.ü. Meer in flottem Tempo. Dort angekommen hiess es mal wieder Turnschuhe anziehen und zum berühmten See hinunter laufen. Viele der bekannten Bilder von Canada stammen von diesem See, da er sich mit seinem grün wunderbar in die Berglandschaft einfügt – Postkarten-Canada halt.

Und heute war es denn endlich auch so weit. Wir sichteten unsere ersten Bären und Waipiti. Oooooooh, welche glücklichen Gesichter. Insbesondere Norma, Andrea und Sigrid hatten den ganzen Tag über ein Dauerlächeln im Gesicht. Der heutige Tag war einfach nicht zu toppen. Uns allen wurde bewusst, wie privilegiert wir doch sind, dass wir all das auf dem Velo entdecken können.

Unser Weg führte uns am weltberühmten Lake Louise vorbei, das gerade unter Stromausfall mit entsprechendem Chaos litt. Gut zu sehen waren die Skipisten, die wir aus dem Fernsehen kennen. Immer auf Nebenstrassen durchquerten wir den Banff Nationalpark und das Bow Valley. Unglaubliche Strassen und Radkilometer erwarteten uns. Und man wusste nicht genau, was man jetzt mehr geniessen sollte. Das Dahingleiten auf der Strasse oder die wunderbare Natur. Wir genossen einfach beides. Im schönen Städtchen Banff gönnten wir uns noch einen kurzen „Coci-Stopp“, um dann die letzten 25 Kilometer bis nach Canmore in Angriff zu nehmen. Hier erwarteten uns schon Matze und Fabienne. Sämtliches Gepäck war wie immer schon auf den Zimmern bereit und die Velos konnten einfach nur hingestellt werden. Rundum sorglos, wie bei ZRR üblich…

Beim Nachtessen im Grizzly Paw wurden dann die Erlebnisse des heutigen Tages rege ausgetauscht. Nicht nur die Tour heute war ganz besonders – viele der Gäste waren auch einfach stolz, dass sie die 164 km auf dem Velo geschafft hatten. Das dürfen sie auch, finden wir!

Morgen ist eine kleine Runde um Banff im Naturpark angesagt und natürlich ist auch Zeit, um Banff zu besichtigen.

Greatings from Canmore

Das ZRR-Team und alle Gäste


Dienstag, 4. Juli und 8. Etappe von Sunwapta Falls nach Saskatchewan Crossing

Nach ausgiebigem Frühstück starteten wir pünktlich um 10.00h auf unsere Tour. Um 09.30h waren schon alle startklar, so dass wir bereits um 09.45h hätten fahren können. Allerdings fehlte noch Stefan, der eigentlich pünktlich erschien – aber in den Augen der Anderen doch eher schon etwas spät war… so sind sie halt unsere Velofahrer – jeden Tag gespannt wartend auf die nächste Tour.
Die Fahrt heute geht unter „atemberaubend“ und bei bei einem kurzen Anstieg wohl auch unter „atemlos“. Kurz der Reihe nach.
Den heutigen Tag verbrachten wir mit fast 100km auf dem Icefields Parkway. Nicht umsonst wird er als eine der schönsten Strassen der Welt angepriesen. Die Kulisse entspricht allen Klichees von Canada. Gletscher, Berge, Flüsse, Seen und unendlich viel Wald. Das Auge kann sich kaum satt sehen und wenn man denkt, man hat nun den schönsten Punkt gesehen kommt das nächste Highlight. Heute mussten wir einfach viele Fotostopps machen, um diese Momente fest zu halten.
Nach 37 km kam ein Anstieg mit 350 Hm auf 4 Km, der uns nochmals etwas abverlangte. Atemlos galt wohl nicht nur für Sämi, der heute etwas mit der Höhe zu kämpfen hatte. Immerhin waren wir auf über 2000 M.ü.Meer. Der Ausblick auf den Althabasca-Gletscher auf dem Gipfel, dazu ein Sandwich und eine Cola waren es alleweil wert.
Heute übernachten wir in Saskatchewan Crossing. Ein Ort, den schon die alten Fellhändler kannten, denn hier konnten sie den Fluss einfach überqueren. Überhaupt sind wir hier an der Wasserwende. Ein Teil der Flüsse fliesst hier in der Antlantik der andere Teil in den Pazifik.
Morgen haben wir 164 Km vor uns. Ist das wohl der Grund, dass um 21.30h niemand mehr im Saloon anzutreffen war?
Gute Nacht
Live vom FMMB-Tour-Radio
Fabienne, Mäge, Matze und Bruno

Montag, 3. Juli und 7. Etappe von Jasper nach Sunwapta Falls

Mit viel Vorfreude auf den Icefields Parkway, einer der schönsten Highways der Welt, der mitten durch die Rocky Mountains führt, trafen wir uns heute bereits um 08.30h. Nach der obligaten Routenbesprechung radelten wir erstmal hinein nach Jasper zum gemeinsamen Frühstück in der Lobstick Lodge. Um 10.00h ging unsere Fahrt dann los. 60 Km mit ca. 800 Hm standen auf dem Programm und so liessen wir es gemütlich anrollen. Erst hinaus auf den Highway 93, den wir aber schnell wieder verliessen, um auf dem alten Higway 93 A zu fahren. Nach ein paar kurzen, aber giftigen Anstiegen genossen wir die Fahrt durch endlose Wälder, umrahmt von den Rocky Mountains. Den Mount Robson mit seinen 3992 Metern hatten wir immer im Blick.
Nach 35 km folgte der erste Halt an den Athabasca Falls. Ein Naturschauspiel der besonderen Art erwartete uns und so zogen wir die Turnschuhe an und bewaffneten uns mit Fotoapparat und Handy, um alles zu entdecken und festzuhalten. Die Bilder sprechen hier wohl für sich. Nur die Mücken trübten dieses Erlebnis ein wenig. Sie verfolgen uns tatsächlich seit Tagen hartnäckig. Ausser Thomas – der bleibt verschont, was schon zum Spruch: „auch Mücken haben ihren Stolz“ geführt hat .
Das Wetter war uns heute zum ersten Mal nicht ganz so hold wie sonst. Sonne, Bewölkung und sogar ein paar Regentropfen wechselten sich immer mal wieder ab. Dazu kam auf dem zweiten Teil der Strecke auch noch der Wind hinzu. So wurden die zweiten 25 Km anstrengender, als gedacht. Trotzdem kamen wir bestens gelaunt in Sunwapta an, wo wir noch einmal bei den Sunwapta Falls beobachten konnten, welche Kraft das Wasser hat und wie wild und ursprünglich die Natur hier in den Rockies ist. Positiv überrascht wurden wir beim Abendessen. Nachdem unser Hotel von aussen eher nur mittelprächtig zum Verweilen einlud, waren wir überrascht über die Zimmer und besonders über das Essen. Das Abendessen war dementsprechend fein…
Zum Schluss noch eine kleine besondere Geschichte des Tages: In Mäges Gruppe gab es heute einen „Platten“. Während der Reparatur stellte Mäge sein Rad im Gras am Waldrand ab. Nachdem er weiter fahren wollte, entdeckte er einen „Schnägg“ auf seinem Hinterrad. Nun der Spruch des Tages von Roli: „Mäge, fährst Du nicht schneller…“
In diesem Sinne – CUG
Mäge, Fabienne, Matze und Bruno

Sonntag, 2. Juli und somit 6. Etappe – Ausfahrt im Jasper Nationalpark

Heute war’s ein ganz besonders lustiger Tag, den wir alle sehr genossen haben… dazu später mehr. Nach dem Frühstück machten wir uns alle bereit für den Transfer zum Lake Maligne, der auf ca. 1 600 M.ü.M. liegt. Also standen wir alle in korrekter Radbekleidung vor dem Hotel zur Abfahrt bereit. Um genau zu sein, fast alle! Denn einer der Gäste (sein Name sei hier nicht verraten), hatte es tatsächlich geschafft, die Velohose verkehrt herum anzuziehen. Als ihn Norma darauf aufmerksam machte, glaubte er erst an einen Scherz…uns hat es gefallen – wir konnten über dieses Missgeschick den ganzen Tag lachen.
Am Lake Maligne angekommen, baute Matze die Räder erst einmal wieder zusammen, währenddessen wir einen wunderschönen Spaziergang an den Moos Lake unternahmen. Es sei hier verraten – schon wieder kein Bär in Sicht. Aber die Landschaft entschädigte uns auch hier ganz und gar. Nach einem gemeinsamen Kaffee hiess es dann aber wieder „an die Maschinen“ und wir machten uns bereit für die Rückfahrt nach Jasper. Es lagen wunderbare 43 Roller-Kilometer vor uns. Gerade richtig, denn wir wollten es uns nicht nehmen lassen, Jasper zu besichtigen. Das Zauberwort „Shopping“ trug dazu bei, dass sich die Beine sehr schnell drehten und wir die Kilometer in Rekordzeit hinter uns liessen.
Jasper selbst ist touristisch geprägt und so schlossen wir uns der grossen Masse an und taten das, was alle machen – herumschlendern, Kaffee trinken, Souvenirs kaufen, etc. Selbst Mäge und Bruno haben es geschafft, sich für die Stampede in Calgary vorzubereiten. Entsprechendes Hutmaterial ist schon einmal gekauft und das führte zu viel Gelächter.
Nach einem gemeinsamen Abendessen gings zurück ins Hotel. Da es erst 21.00h war, entschlossen wir uns, noch einen Schlummerbecher an der Hotelbar einzunehmen. Ungeplante „Feiern“ sind ja bekanntlich am schönsten – wir hatten einen sehr lustigen Abend und so fielen wir auch heute mit einem breiten Grinsen im Gesicht ins Bett.
CU Guys – take care
Die Zollingers
Fabienne, Matze, Mäge und Bruno



Samstag, 1. Juli – Canada National Day und Ruhetag

Unser Ruhetag am “Canada National Day” begann mit einem frühen Transfer an den Bahnhof von Kamloops. Das Wort Bahnhof ist hier aber nicht ganz gleich zu verstehen, wie bei uns. Ein einfaches Häuschen im Nirgendwo reichte schon. Umso beeindruckender sind die Züge, die von bis zu 3 Lokomotiven gezogen werden und über 3 Km lang sind. Mit gut 30 Minuten Verspätung kam dann auch unser Zug an. Das ist hier in Canada ganz selbstverständlich, denn Güterzüge haben Vorrang und so warten die Personenzüge immer mal wieder.

Wir genossen 8 Stunden Fahrt von Kamloops nach Jasper, wo wir in der berühmten Fairmont Jasper Park Lodge für zwei Nächte bleiben. Bei einem gemütlichen Abendessen liessen wir auch diesen Tag ausklingen. Einige von uns gönnten sich noch einen Blick auf das Feuerwerk zum 150. Geburtstag von Canada – während dem sich die anderen bereits süssen Träumen hingaben. Auch für den Schreiber ist heute ein „Ruhetag“ angesagt, deshalb dieser kurze Bericht. Mehr gibt’s dann wieder morgen…

Good night from Jasper
Die ZRR-Crew und alle Gäste


Freitag, 30. Juni – 5. Etappe von Cache Creek nach Kamloops

Bei herrlichem Sonnenschein und gefühlten 30 Grad machten wir uns heute Morgen auf den Weg nach Kamloops. Vorher gab es bei unserem Bern-Griechen-Canadier aber noch ein feines Frühstück. Er hatte extra eine riesige Schüssel „Birchermüesli Canadian Style“ für uns gemacht. So konnten wir gestärkt losfahren und den Tag auf uns zukommen lassen. Die ersten 35 Km bis nach Savona (nein wir sind nicht in Italien…) liefen wie geschmiert. Es ging immer leicht bergab – ideal, um die Beine locker und warm zu bekommen.

Am Vorabend hatten wir alle Gäste gefragt, ob wir die normale Strecke von 140 km mit 1650 Hm fahren sollen oder „nur“ die verkürzte Strecke von 85 km und 925 Hm. Bis auf Andrea und Stefan hatten sich alle für die verkürzte Strecke entschieden. Bruno hatte dann über Nacht als Tourchef trotzdem entschieden, dass doch die Originalstrecke gefahren wird. Wer aber wollte, brauchte den Anstieg von Savona nicht zu fahren sondern nehm den Bus. Wir staunten nicht schlecht, dass in Savona sich bis auf Martin alle entschieden, den Berg zu fahren – das muss wohl das Birchermüesli gewesen sein…

Auf jeden Fall sollte es keine/r bereuen. Auf einer wunderbaren Nebenstrasse genossen wir einen herrlichen Aufstieg auf fast 1300 m.ü.M., wo wir auch unseren Mittagshalt machten. Unser übliches Picknick machten wir auf einer Wiese, wie sie auch hätte im Jura oder Schwarzwald vorkommen können. Herrlich, rundum Kühe, die friedlich grasten – nur die Glocken fehlten noch und wir hätten die Schweizer Nationalhymne angestimmt.

Die nächsten 35 Km führten uns über wunderschöne Hochtäler mit unzähligen kleineren und grösseren Seen. Ein ständiges auf und ab begleitete uns dabei. Radkilometer, bei welchen jede Pedalumdrehung zum Genuss wird. Nach Km 100 genossen wir fast 40 Kilometer Abfahrt. Bei dem Temporausch kam plötzlich etwas Rennfieber auf und Windschattenfahren wurde zum Positionskampf. Das konnte man aber auch niemandem verübeln – bei dieser Kulisse musste man sich einfach in den „Rausch“ fahren.

Als wir Kamloops erblickten wurde uns nochmals klar, dass wir wirklich in einem Mikroklima Kanadas unterwegs sind. Die Landschaft gleicht eher wie Bildern, die wir aus Western Filmen aus Texas kennen. So haben wir immer mal wieder in Gedanken auf Winnetou und Old Shatterhand gewartet. Klimatisch ist dieses Phänomen heissen Winden, die aus Mexico über die USA bis in diese Gegend hochziehen, zu verdanken.

Unser Hotel liegt heute direkt am Thompson River, wo wir alle bei 37 Grad unser „Willkommensbier“ genossen, welches wir ehrlich gesagt nach so einer tollen Leistung auch verdient hatten. Das anschliessende Abendessen war köstlich und so ganz anders, wie die letzten Tage. Es gab jede Menge Fisch, Muscheln und natürlich auch Steak und Spaghettis… Müde, aber sehr glücklich fielen wir früh in unsere Betten. Morgen geht’s sehr zeitig los. Wir nehmen um 06.00h die Bahn und fahren mit dem Trans Canada Railway nach Jasper, wo uns ein 5 Sterne Hotel unter Schweizer Führung erwartet – und das erst noch zum 150. Geburtstag Canadas.

PS: Mäge konnte den Lichtschalter für die letze Lampe nicht finden – so hat er sich kurzerhand entschlossen mit Sonnenbrille zu schlafen. Ein Bild sagt hier mehr wie viele Worte .

Your happy guys from Canada send you best wishes
Fabienne, die MM’s Matze/Mäge und Bruno


Donnerstag, 29. Juni – 4. Etappe von Lillooet nach Cache Creek

Schon früh waren heute alle wach und so sassen bereits um 07.00h die Ersten beim Frühstück. Nachdem das gestrige Frühstück eher dürftig ausgefallen war, holten wir heute Morgen alles nach. Jede Menge Pancakes, Eierspeisen mit und ohne Schinken und Kartoffeln und Toast und Oatmeal und und und… Auf jeden Fall musste heute niemand hungrig auf die 85 Km lange Tour mit knapp 1000 Höhenmetern.
Da Lillooet in einem Mikroklima liegt, stiegen die Temperaturen heute auf über 32 Grad an. Bereits um 10.00h hatten wir über 22 Grad. Bei strahlendem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel nahmen wir also auch diese Etappe in Angriff. Gleich ausserhalb des Dorfes besichtigten wir noch eine „historische Brücke“. Wobei „historisch“ in Kanada aus unserer Sicht eher schwierig ist, denn Kanada feiert am Samstag erst seinen 150. Geburtstag. Trotzdem war die Besichtigung der Brücke den Abstecher wert und so wurden wieder jede Menge Fotos gemacht. Dann hiess es aber los geht’s, an die Maschinen und auf die Etappe. Das gelang heute nicht ganz so gut wie auch schon. In Mäges Gruppe ging erstmal Walter „verloren“, was zu Beginn so gar niemand bemerkt hat und in Bruno’s Gruppe meldete sich mal wieder Martin und fragte, ob wohl sein Sattel noch richtig eingestellt ist – was er natürlich nicht war…. So oder so – bei dem schönen Wetter konnten alle nur gut drauf sein und so kam es auch, dass wir uns immer mal dem „Audo“ (nicht Auto – gemäss Matze und Andrea ist das Nord-Hessisch) von Matze näherten. Darüber waren wir heute besonders froh, denn dem einen oder anderen schmerzten die Beine etwas mehr wie sonst.
Am Pavillon Lake legten wir unseren Mittagshalt ein und Fabienne hatte wieder jede Menge Leckereien für uns parat. Wir gönnten uns dann auch eine schöne Pause und einige auch ein Fussbad im See. Mäge und Bruno riskierten sogar einen kurzen Schwumm… – nein, es war nicht kalt – zumindest nicht in der ersten Stunde .
Die letzten 35 Km waren dann wieder ein richtiger Genuss. Immer schön flott voran mit bis zu 50 Sachen den Berg hinunter ins Tal. Wer Windschatten fahren kann, war definitiv im Vorteil. Aber Zeit und Tempo standen heute ganz klar nicht im Vordergrund. Vielmehr genossen wir die fantastische Landschaft, die sich von bunt mit üppigen Wäldern und Seen in karge Landschaften verwandelte. Auch Wildpferde bekamen wir zu Gesicht und heute Abend vergnügten sich zwei Biber (einer davon wurde als Justin identifiziert;-)) vor unserem Hotel.
Wir nächtigen heute in Cache Creek, das in „the middle of nowhere“ liegt, in einem Motel. Und wer ist der Wirt? Ein Sohn einer Bernerin, die verheiratet ist mit einem Griechen. Und so wurden wir auch zumindest teilweise in Schweizerdeutsch bedient und mit griechischem Essen beglückt.
Wie immer waren auch heute alle relativ früh im Bett. Morgen geht es auf die Etappe von Cache Creek nach Kamloops. Wir sind noch nicht sicher, ob wir 85 km oder 140 km fahren wollen. Mal sehen, was die Beine morgen machen. Der Wetterbericht sagt schon mal 35 bis 37 Grad Celsius voraus.
Herzliche Radlergrüsse aus Kanada, have a good day
Die ZRR-Truppe
Fabienne, Mäge, Matze und Bruno

Mittwoch, 28. Juni – 3. Etappe von Whistler nach Lillooet

Heute stand bereits die erste von zwei Königsetappen auf unserem Plan. Mit 132 Km und 1‘999 Hm wussten wir, was wir zu tun hatten. Wir entschlossen uns deshalb auch, bereits um 09.15 h in Whistler loszufahren. Bis zur ersten Kaffeepause in Pemberton ging es 35 km durch hügelige Landschaften. Noch immer begleitete uns etwas Verkehr. Den sollten wir aber schnell hinter uns lassen. Ein paar Kilometer danach bogen wir ein, um den Layoosh-Pass zu überqueren. Nicht nur wegen seinen 1291 Metern ü. Meer auf Passhöhe kamen bei uns Schweizern Heimatgefühle auf. Die ersten Rampen hatten es in sich. Steigungen mit bis zu 18% forderten die Muskulatur und auch der Kreislauf kam ganz schön in Schwung. Alle schafften diesen wirklich anspruchsvollen Pass mit Bravour. Auch Peter, dem die Hitze unterwegs doch ordentlich zu schaffen machte, kämpfte sich hoch und überwand den inneren Schweinehund. „Dräckshoger“ hätte Gusti wohl früher dazu gesagt.. .
Auf jeden Fall sind wir nun im richtigen Naturparadies von Kanada angekommen. Die Wälder und Berge sind unglaublich schön und wir konnten inzwischen auch ein paar Rehe und andere Tiere sehen. Auf dem Gipfel angekommen durften wir uns auf eine lange Abfahrt freuen. Mäge und Stefan stellten mit 85 h/km einen neuen Bergab-Rekord auf. Wir anderen nahmen es etwas gemütlicher, waren aber auch flott unterwegs. Besonderen Dank gehört heute Fabienne, die wieder ein perfektes Picknick für uns am Mittag organisiert hatte und am Abend dafür gesorgt hat, dass die Koffer alle bereits wieder auf den Zimmern waren.
Heute übernachten wir in einem „landestypischen Hotel“. Billy the Kid lässt grüssen…
Regards from sunny Lillooet
Eure ZRR-Crew
Fabienne, Matze, Mäge und Bruno

Dienstag, 27. Juni – 2. Etappe von Squamish nach Whistler

Heute gab’s ein typisch kanadisches Frühstück. Mit dem Auto fuhren wir zum Frühstück ins „Tim Hortons“. Entgegen dem typischen Kanadier verzichteten wir aber darauf, dieses im Drive thru zu bestellen… Tim Hortons ist ein bekannter Hockey Spieler, der nach seinem Karriereende eine Kaffeekette eröffnete. Heute gibt es davon über 1500 in Kanada.

Bei herrlichem Sonnenschein waren alle um 10.15h bereit, um die 54 Km und die 953 Hm hoch nach Whistler in Angriff zu nehmen. Natürlich waren wir alle gespannt, wie denn Whistler, das Zermatt Canadas, im Sommer so aussieht. Wir sollten nicht enttäuscht werden. Dazu aber später mehr.

Die ersten Kilometer führten uns flach aus Squamish in Richtung Whistler. Wald und Flüsse waren dabei unsere ständigen Begleiter. Schon bald kamen aber die ersten Steigungen, die wir je nach Gruppe in gemütlichem oder in etwas anspruchsvollerem Tempo in Angriff nahmen. Wer Martin kennt, der weiss, dass sein Diesel erst etwas warm laufen muss und so hatte er in den ersten Steigungen noch etwas Mühe. Nachdem wir ihm den Sattel bei einer kurzen Pause um 2 cm hoch gestellt hatten, war er aber kaum mehr zu bremsen. Er war so zügig unterwegs, dass wir schon gewitzelt haben, ihm den Sattel wieder runter zu stellen…

Weiter ging es vorbei am Daisy Lake, an dessen Ende wir einen Halt machten, um uns einerseits etwas zu verpflegen und andererseits die Turnschuhe anzuziehen und den Wasserfall von Brandywine zu besichtigen, der im Garibaldi Naturpark liegt. Einer der unzähligen Parks mit einer Fläche grösser als der Kanton Zürich. Ein wunderbarer Eindruck, der sich gelohnt hat.

Die letzten 17 km waren schnell gemacht und wir staunten nicht schlecht über unser grosses Hotel mitten in Whistler. Sofort kam Skiferien-Feeling auf; insbesondere auch, weil wir gleich zu Beginn drei Sportler mit ihren Skiern gesehen haben. Nach dem Zimmerbezug blieb genügend Zeit, um Whistler zu entdecken. Uns Velofahrer haben vor allem die vielen Downhiller beeindruckt, denn Whistler ist im Sommer deren Mekka und der ganze Ort ist darauf ausgerichtet. Die Skilifte werden kurzerhand für den Transport der Mountainbikes umgebaut und aus Skipisten werden Downhill-Routen. Aber auch sonst gibt es natürlich wie in jedem Skiort viel zu entdecken, z.B. jede Menge Sport-Geschäfte. Ganz wie zu Hause eben .

Bei einem gemütlichen Abendessen mit Kanada- Pizza, Kanada-Spaghetti und Steaks liessen wir den Abend ausklingen. Um 22.00h verabschiedeten sich alle in weiser Voraussicht ins Bett.

Na ja… es hält sich ein Gerücht, dass es doch noch einige in die Hotel Bar geschafft haben sollen;-). Wir werden sehen, wie deren Form sein wird, denn morgen geht’s auf 132 km mit 1850 Hm.

Greetings from Canada, have fun
Das wünscht euch die Zollinger Truppe
Fabienne, Mäge, Matze und Bruno


Montag, 26. Juni – 1. Etappe von Vancouver nach Squarnish

Obwohl die Abfahrt erst auf 10.15h geplant war, standen die ersten Gäste bereits um 09.00h mit Koffer und Velobekleidung bereit und warteten bis es los ging. Der Wettergott meinte es sehr gut mit uns, denn auch heute geniessen wir herrlichen Sonnenschein und angenehme 20 – 25 Grad. Nachdem jeder sein Gepäck in den zwei Bussen verstaut hatte, die Trinkflaschen aufgefüllt waren und Bruno nochmals kurz über die Strecke informiert hatte, konnte es endlich los gehen. Von unserem Hotel konnten wir direkt runter an den Hafen fahren und von da ging es auf unsere Ehrenrunde um den Stanley Park. Für alle Gäste ein unvergessliches Erlebnis.  Auf jeden Fall waren wir mit unseren Canada-Trikots die grosse Attraktion und wir liessen es uns nicht nehmen, das obligate Gruppenfoto mit Hintergrund der Vancouver-Skyline zu machen.

Das nächste Highlight liess nicht lange auf sich warten. Die Überquerung der Lion Bridge nach West Vancouver war schon ein Abenteuer. Sigrid freute sich weniger über dieses Abenteuer, aber sie schlug sich tapfer, denn sie leidet unter Höhenangst. Ihr Mann Kurt begleitete sie aber sicher über die Brücke und so konnte auch sie die wunderbare Sicht über die Stadt und das Meer geniessen. Nun lagen 80 Radkilometer der Küste entlang vor uns. Und wie Küstenfahrten so sind, ging es auf und nieder immer wieder… Zuerst folgten wir dem Marine Drive bis zur Horseshoe Bay. Wunderbare Kilometer, bei denen auch „Schwarzwald-Feeling“ hätte aufkommen können – wäre da nicht eben immer wieder das Meer gewesen. Am Hafen in Horseshoe Bay gabs dann Kaffee und den einen oder anderen Kuchen, als Stärkung für die nächsten 50 Km.

Leider konnten wir ab hier nur den Highway nehmen, denn das ist die einzige Verbindungsstrasse von Vancouver nach Whistler. Also fuhren wir zwar sicher auf dem Radstreifen – aber eben auf der „Autobahn“. Das zumindest war für viele von uns eine Premiere. Die wunderbare Aussicht aufs Meer und in die Berge entschädigte uns aber für den doch recht starken Verkehr. Auf jeden Fall beschreibt der Werbespruch „from sea to sky“ die Gegend sehr passend. Bei schönstem Wetter und Rückenwind erreichten wir dann unser Hotel in Squamish und waren sehr erfreut, mitten in der Natur so ein tolles Hotel vorzufinden. Auf der Terasse gabs dann auch das traditionelle erste „Tourenbier“, bevor wir unsere Zimmer bezogen und es dann früh zum Abendessen gingen.

Wenn man in die Gesichter der Gäste schaut, mit ihren strahlenden Augen – dann weiss man – ein rundum gelungener Tag. Was können wir uns mehr wünschen.

CU guys and take care
Euer Zollinger Team aus Canada
Fabienne, Matze, Mäge und Bruno


Sonntag, 25. Juni – 1. Tag Stadtbesichtigung Vancouver

Aufgrund des Jetlag waren wir heute alle (oder zumindest fast alle) Frühaufsteher und genossen bei herrlichem Sonnenschein ein feines Frühstück. Um 10.00 Uhr waren alle bereit für die Bus-Sigthseeing Tour rund um Vancouver.
Schon im Stanley Park verabschiedeten sich einige, um die Insel zu Fuss zu entdecken und später wieder einzusteigen. Vancouver gefällt unter anderem uns Schweizern so gut, weil es sofort heimatliche Gefühle weckt. Die Berge, das Wasser, die Sauberkeit und jede Menge sehr freundlicher und hilfsbereiter Menschen. Neben dem wunderschön angelegten Stanley Park muss man aber auch den Canada Place und natürlich den ältesten Stadtteil Gastown gesehen haben.
Um 17.00h wurden dann die Räder eingestellt und wir spüren, dass alle ganz gespannt sind auf den morgigen Tag. Unsere Einroll-Etappe führt uns von Vancouver nach Squanish via Stanley Park, der Lion Bridge – alles dem Meer entlang. Spannende, sonnige 85 Kilometer warten auf uns.
Sportliche Grüsse an alle von eurem ZRR-Team
Fabienne, Matze, Mäge und Bruno

Montag, 26. Juni – 1. Tag Stadtbesichtigung Vancouver

Aufgrund des Jetlag waren wir heute alle (oder zumindest fast alle) Frühaufsteher und genossen bei herrlichem Sonnenschein ein feines Frühstück. Um 10.00 Uhr waren alle bereit für die Bus-Sigthseeing Tour rund um Vancouver.
Schon im Stanley Park verabschiedeten sich einige, um die Insel zu Fuss zu entdecken und später wieder einzusteigen. Vancouver gefällt unter anderem uns Schweizern so gut, weil es sofort heimatliche Gefühle weckt. Die Berge, das Wasser, die Sauberkeit und jede Menge sehr freundlicher und hilfsbereiter Menschen. Neben dem wunderschön angelegten Stanley Park muss man aber auch den Canada Place und natürlich den ältesten Stadtteil Gastown gesehen haben.
Um 17.00h wurden dann die Räder eingestellt und wir spüren, dass alle ganz gespannt sind auf den morgigen Tag. Unsere Einroll-Etappe führt uns von Vancouver nach Squanish via Stanley Park, der Lion Bridge – alles dem Meer entlang. Spannende, sonnige 85 Kilometer warten auf uns.
Sportliche Grüsse an alle von eurem ZRR-Team
Fabienne, Matze, Mäge und Bruno