Tour of Canada 2019

Anreise: Zürich – Vancouver /  Freudiges Kennenlernen!

Alle Teilnehmenden rund um Tourenleiter Mäge Frey – Rolf Schaub, Christian Löwe, Rinaldo Andenmatten, Walter Bächli, Mathias Schneider und Peter Müller – sind voller Vorfreude am Flughafen in Zürich eingetroffen. Claudia Balzli war es eine Freude, die Zollinger (Stamm-)Gäste persönlich begrüssen und dann auf eine wunderschöne Reise verabschieden zu dürfen. Unser Fahrer Beat Schulze sowie der Guide Albert Stadlin machten sich bereits am Tag zuvor auf die lange Reise ins Land des Ahorns.

Der Flug nach Kanada verlief ohne grosse Probleme. Wir starteten um 17.15 Uhr Schweizer Zeit und berührten um 18.15 Uhr Canadian Time den Boden von Vancouver. Diese „eine Stunde“ hatte es in sich: die 10-Stunden Flugzeit bzw. das lange Stillsitzen machte sich mit erheblichen Schmerzen im Hinterteil bemerkbar. Kaum angekommen huschten wir durch den Zoll und eilten in Richtung Hotel, wo uns um 20.30 Uhr das Nachtessen erwartete. Schon bald verschwanden dann alle in ihre Zimmer, um sich auf den Sonntag vorzubereiten.

Vancouver – am Sonntag, 30. Juni 2019 /  Stadtbesichtigung bei strahlendem Sonnenschein!

Der Sonntag startete mit einem herrlichen blauen Himmel und viel Sonne. Ein wunderbares kanadisches Frühstück stärkte uns für die bevorstehende Sightseeing-Tour durch die wunderschöne Stadt mit all ihren fantastischen Highlights. Wie im letzten Jahr beendeten wir unsere Besichtigung in Gastown, um in einer der wunderschönen und unwiderstehlichen Gaststätten etwas Kühles zu uns zu nehmen.

Albert und Mäge konnten der Runde nicht allzu lange beiwohnen. Sie hatten die Herausforderung vor sich, alle Räder zusammen zu stellen – und zwar so, dass sie auch funktionieren! Um 17.00 Uhr wurde allen Teilnehmenden ihr Velo mit dem Trikot abgegeben, bevor Tourenleiter Mäge noch ein paar Worte  über den detaillierten Tourenverlauf verloren hat.

Nun werden wir morgen am 1. Juli 2019 – am Canada Day, dem Nationalfeiertag Kanadas – gespannt die erste Etappe in Angriff nehmen: Von Vancouver nach Squamish – rund 83 Kilometer. Im ganzen Land gibt es Feierlichkeiten – mal schauen, was uns in Squamish erwartet.

Herzliche Grüsse aus Vancouver vom ganzen ZRR Team Mäge, Albert & Beat


 1. Etappe: Vancouver – Squamish, Montag, 1. Juli 2019 / Celebrating Canada Day by bike

«Happy Canada Day!!!» Das wird uns von allen Seiten zugerufen, als wir bei schönstem Wetter – blauem Himmel und einer freundlich strahlenden Sonne –  um 10:00 Uhr in den Stanley Park einbogen! Der Veloweg entlang dem Vancouver Hafen war schon recht belebt um diese Zeit und überall hingen die Flaggen mit dem Ahornblatt in der Sonne. Kanada scheint bereit zu sein für den grossen Feiertag! Alle aus dem Team Zollinger waren froh, nun endlich ihr Rad unter dem Allerwertesten zu haben und die ersten Meter auf kanadischem Boden zu fahren.

Wir umrundeten den Stanley Park inmitten einer begeisterten Masse von Freizeitsportlern und überquerten die Lions Bridge, um Vancouver in nordwestlicher Richtung zu verlassen. Bei Km 32 stachen wir in die Horseshoe Bay hinunter, wo wir einen Halt machten, um den Zuckerspiegel im Körper etwas aufzufüllen und die letzten Einstellungen an den Sätteln vorzunehmen. Auf dem Highway 99 ritten wir nun auf und ab in Richtung Squamish, wo der Höhenmeterzähler schon einiges zusammenrechnen durfte und die Oberschenkel auch schon etwas warm wurden. Als Peter die Gruppe zu einem Halt zwang, das Reparatur Set löste sich unter seinem Sattel, übernahm Sir Walter mal kurz die Führung der Gruppe über mindestens 7-8 Km und brachte so diverse Teilnehmer etwas ins Schwitzen! Dann passierte die erste Panne bei Rinaldo – sein Vorderrad verlor Luft! Albert und Mäge durften nun kurz zwei Mal den Schlauch wechseln, bis sie beim dritten Versuch kurzerhand ein neues Vorderrad einbauten! Auch die Mechaniker sind noch nicht ganz mit dem neuen Material vertraut.

Bei der Ankunft im Hotel hatte uns die Sonne natürlich den Biergarten wieder voll erleuchtet und das edle, gelbe Getränk wurde mit Genuss……………! Das morgige Wetter kann nur gut werden – es wurde alles restlos ausgetrunken!

Herzliche Grüsse aus Squamisch vom ganzen ZRR- Team und den „Überlebenden“


2. Etappe: Squamish – Whistler, Dienstag, 2. Juli 2019 / lauter Naturschönheiten!

Es war verdächtig ruhig im Hotel von Squamish nach dem Nationalfeiertag, als die meisten Zollinger Gäste um 07.30 Uhr doch bereits im Frühstücksbereich sassen. Obwohl der Parkplatz noch mit vielen Autos belegt war, waren keine Kanadier in Sicht. Vermutlich sind diese keine Frühstücks-Esser!

Das Wetter wurde immer besser und man konnte bereits wieder eine grosse Fläche blauen Himmel ausmachen. Der anfangs noch unangenehme Wind war immerhin für die Wetterbesserung verantwortlich. Wir starteten in verschiedenen Tenues auf unsere kurze, nur 54 Km lange Tour: kurz- kurz, Regenjacke oder auch Armlinge mit Gilet, doch schon in den untersten Metern der ersten Steigung wurde fast alles zurück korrigiert! Denn als die Sonne sich breit machte, wurde es wieder richtig schön warm.

Bei Kilometer 37, unserem kleinen Mittagshalt, bestaunten wir den Brandywine Fall – definitiv eines der vielen wunderschönen Naturereignisse, welche uns die abertausenden Jahre der Entstehung unseres Planeten aufzeigt.

Kurze Zeit später erreichten wir auch schon Whistler. Das ist eine wunderschöne Stadt auf 680 M.ü.M. und wird von bis zu 3000 Meter hohen Berggipfel umgeben. Das Mekka der Downhill-Biker schlechthin! Die heutige Etappe nutzten wir übrigens alle noch einmal, um sämtliche Muskeln etwas warm zu fahren. Morgen stehen nämlich 132 Km und 1850 Höhenmeter auf dem Programm und zwar von Whistler nach Lillooet.

Wir vermuten, dass sich keiner der Gäste ins Nachtleben von Whistler stürzt, da die morgige Etappe doch als Hauptprobe für die Königsetappe gewertet wird.

Herzliche Grüsse aus Whistler vom ABM-Team (Albert, Beat & Mäge)


3. Etappe: Whistler – Lillooet, Mittwoch, 3. Juli 2019 / erste Königsetappe 

Gratulation vom Zollinger-Team an alle Gäste hier in Lillooet. Alle sind super angekommen und haben die Strecke mit Bravour gemeistert. Diese erste Königsetappe mit ihren 132 Kilometern und 1850 Höhenmetern verlangte von den Teilnehmern einiges ab.

Über Whistler lag an diesem Morgen ein Schleier von Hochnebel! Wolken, die sich an den Gipfeln verkeilten und uns den Abschied nicht schwer machten. Doch was kommt wohl wettermässig im Verlaufe des Tages auf uns zu? Was wir wussten, war, dass es trocken bleiben sollte und dies hat sich auch bis am Schluss bewahrheitet.

In Pemberton bei Km 33 machten wir unseren ersten Halt. Wir schlürften Kaffee aus wunderschönen Schalen und genossen bereits die ersten Sonnenstrahlen, die sich durch die Wolkenschichten zwängten. Um 11 Uhr West Coast Time (20.00 Uhr Schweizer Zeit), fuhren wir unserer Herausforderung entgegen – dem 1300 Meter Hohen Layoosh Pass, der uns im unteren Drittel schon recht etwas abverlangte! In der Steigung fand dann aber jeder schnell seinen Rhythmus und kam mit sich und seinem Storck-Rad in einen Flow.

Kurz vor der Passhöhe beim Parkplatz zum Joffre Lake hatte sich Beat perfekt platziert und lotste jeden Ankömmling in die Fahrerbox, in welcher dieser wieder fahrtauglich aufgepäppelt wurde. Mäge hörte auf einmal eine Stimme, welche ihm „hoi“ zurief – und siehe da – da stand doch plötzlich Adrian Ill vor ihm – ein Freund aus der Schweiz und Militärradfahrer. Wie klein doch unser Planet ist! Grosses Gelächter, eine fette Umarmung und viele Informationen wurden in kürzester Zeit ausgetauscht. Was nun wichtig ist, liebe Old Boys Freunde – wir haben wieder eine zusätzliche Anmeldung!

Weiter ging die Fahrt und am Duffey Lake wurde uns von Beat ein feines Mittagessen bereitgestellt. Die eigens dafür kreierte Bar wurde aus Storck- Schachteln zusammengebaut. Das Wetter war einfach nur Hammer und die Stimmung unglaublich gelassen. Es stiessen noch zwei gleichgesinnte, kanadische Rennradfahrer zu uns, welche aber die Strecke in der entgegengesetzten Richtung fuhren. Sie erzählten uns, dass sie bis Squamish fahren würden, was etwa 195 Km entspricht und dass sie morgens von einem Kollegen mit dem Helikopter nach Lillooet geflogen wurden! Walter wird umgehend einen Vorschlag für Zollinger ausarbeiten und will diesen mit der Geschäftsleitung besprechen….

Herzliche Grüsse aus Lillooet von den sensationellen Gästen und dem ABM-Team.


4. Etappe: Lillooet – Cache Creek, Donnerstag, 4. Juli 2019 / Goldgräber-Stimmung!

Wir trafen uns alle beim Frühstück am grossen Tisch und waren uns nach kurzer Zeit einig, was bestellt werden sollte. Ein richtig fein gefüllter Teller wurde uns allen liebevoll aufgetischt und es war alles vorhanden, was zu einem kanadischen Frühstück gehört – und das in einer ehemaligen Goldgräberstadt. Leider war Billy the Kid’s Schwester nicht mehr anzutreffen, welche letztes Jahr etwas Unterhaltung bot! Anyway, uns interessierte nun speziell nur das Wetter! Da wir schon am Vorabend wussten, dass es Richtung Regenfront gehen sollte, war das nun für die Vorbereitungen von grösster Wichtigkeit.

Fast genau auf die abgemachte Zeit verliessen die Gringos auf ihren stählernen Rössern das Städtchen in Richtung Norden, über die «23 Camels Bridge», wo wir nach kurzer Zeit wieder auf dem Higway 99, unserem Ziel, Cache-Creek, zusteuerten. Ein leichter Regen hat sich nun als unser steter Begleiter abgezeichnet und dieser liess nicht von uns los, bis kurz vor dem Ziel.

Unsere Gäste konnten sich auf dieser Tour in allen Positionen, von ganz vorne bis zum Schlusslicht Albert, frei hin und her bewegen und selber ihr bestes Tempo suchen. Es gab auf dieser Etappe keine Möglichkeit, sich zu verfahren.

Nach Km 50 machten wir an einem kleinen See, der zum Pavilion Lake gehört, unsere Mittagspause. Wieder wurde uns ein geniales Picknick von Beat und Rolf aufgedeckt, so konnten wir uns nur noch hinsetzen. Walter Bächli griff dann kurz vor dem Start, im zweiten Teil, noch in seinen Koffer, um genau die richtigen Kleider, abgestimmt auf die Strecke, anzuziehen.

Die letzten 39 Km waren dann wirklich eher eine Genussfahrt und der Regen hatte sich vermehrt zurückgezogen.

Unser Gastgeber Hotel, das Sandmann Inn, wird von einem in der Schweiz verwurzelten Griechen geführt, welcher sich auf unsere Ankunft sehr freute. Er spricht noch heute sehr gutes Schweizerdeutsch. In seinen Pfannen sind bereits die Spaghetti am Garen und so können wir wohl genügend Kalorien tanken für die nächste Etappe.

Morgen stehen noch einmal 145 Km auf dem Programm, bevor wir den Ruhetag im Zug von Kamloops nach Jasper verbringen werden.

Gruss aus Cache-Creek vom ABM- Team.


5. Etappe: Cache Creek – Kamloops, Freitag, 5. Juli 2019 / Goldgräber-Stimmung!

Porridge war nun das Zaubermüsli, das uns die nötigen Energiereserven in der letzten Etappe vor dem Ruhetag aufbauen sollte. Kamloops war unser Zielort, aber bis dahin galt es zuerst noch etwa 1640 Höhenmeter und über 140 Km zu bewältigen, so sah es unser Drehbuch jedenfalls vor. Doch war die Wettervorhersage für den heutigen Tag sehr ungewiss und noch etwas schwer zu deuten. Die ersten 40 Km rollten wir ostwärts an den Fuss des Kamloops Lake über den Canada Highway 1. Im kleinen aber lang gezogenen Savona, am Ufer des Sees, machten wir den ersten Kaffeehalt. Eine erste Wasser- Dusche hatte uns leider noch vor dem Halt erwischt, obwohl wir doch taktisch so gut gearbeitet hatten.

Wir liessen uns aber nicht entmutigen und stiegen wieder auf die Räder, um die wunderschöne Tunkwa Rd. hochzufahren, wo der Mittagshalt eingeplant war. Diese 23 Km Bergfahrt durfte jeder in seinem Tempo absolvieren, also freie Fahrt für alle. Albert und Mäge machten zuerst den Besenwagen, während Beat oben auf der Anhöhe das Ziel aufbauen musste! Im unteren Teil gab es noch Positionskämpfe, doch nach der Hälfte der Strecke fand jeder seine optimale Position um mit sich, seinen Gedanken und der Landschaft alleine sein zu können – also den Flow zu finden!

Das Picknick im Tunkwa Park war wieder super vorbereitet und machte uns allen riesigen Spass, speziell die scharfe Salami brachte einzelne ins Räuspern! Über das Wetter durften wir bis dahin überhaupt nicht klagen. Die bedrohenden Wolken waren wohl meist nur Attrappen und brachten uns bis jetzt nicht vom Kurs ab. So nahmen wir dann auch das nächste Teilstück unter die Räder in Richtung Logan Lake, etwa 20 km entfernt, um den obligaten Kaffee zu geniessen. Wir erreichten diesen netten Ort auch ohne grosse Wassertropfen auf den Brillen und Helmen. Dieses Glück wollten wir jedoch nicht länger herausfordern und liesen die Räder bei Km 84 verladen. Dadurch konnten wir den Kaffeehalt etwas verlängern. Themen gab es unter uns Männern ohnehin genügend zu diskutieren. So haben wir Petrus doch noch überlistet und sind trocken nach Kamloops eingefahren -natürlich im bequemen Bus. So fielen die Regentropfen nur auf die Windschutzscheibe!

Herzliche Grüsse aus Kamloops vom ABM- Team

P.S. Mäge dankt an dieser Stelle ganz herzlich seinen beiden Kollegen Beat und Albert. Ohne deren stetigen Einsatz würde unsere Tour nicht so fehlerfrei funktionieren und auch nicht so viel Spass machen.


Wochenende

6. Juli 2019: Bahnfahrt Kamloops – Jasper / Zügig unterwegs!

7. Juli 2019: Jasper-Nationalpark / in der Ruhe liegt die Kraft (für den nächsten Tag)

Der Ruhetag – die Bahnfahrt mit der Via Rail Canada – war in der Tat ein Ruhetag, der schon am Freitagabend mit befohlener Bett- Ruhe startete. Wieso? Auch in Kanada gibt es Fahrplanänderungen. Die Effizienz des Transportes von Gütern auf der Schiene ist hier sehr wichtig und hat Vorrang vor dem Personentransport!

Auf 00:52 war die Abfahrtszeit am Samstagmorgen angesetzt. Durch mehrfach abgesicherte Notfall-Weckpläne waren alle Gäste pünktlich zur abgemachten Zeit in der Lobby und wurden von uns zum Bus begleitet –  und rundherum Passanten, welche sich noch im Ausgangsmodus befanden. Genial war aber dann die Pünktlichkeit des Zuges, welcher genau «on time» einfuhr und das zu dieser Uhrzeit. Mit einem ersten kleinen Lunch im Gepäck konnte die Reise dann beginnen und der Zug verschwand in der Dunkelheit. Pünktlich um 11.00 Uhr AM, mit der eingerechneten Zeitverschiebung von einer Stunde, fuhr der Zug in den Bahnhof von Jasper ein. In der restlichen Zeit wurde das nette Städtchen erforscht, im Hotelzimmer ausgeschlafen oder nach exotischen Beeren gesucht.

Das Wetter war sehr wechselhaft und machte es uns extrem schwierig, eine zuverlässige Prognose für den Sonntag aufzustellen. Die Rundfahrt im Jasper-Nationalpark stand noch an, also ca. 50 km vom Maligne Lake nach Jasper zurück. Wir mussten den Start dann von 10:00 Uhr auf 14:00 Uhr verlegen und das mit einem schlechten Gefühl im Bauch, da noch keine Besserung in Sicht war. Immer wieder waren Regengüsse über die Berggipfel hinweggezogen und die Temperatur lag bei nur gerade 10-12 Grad. So starteten wir unseren Ausflug im Bus und entführten die Gäste in einen ganz anderen Teil des Nationalparkes, welcher uns landschaftlich alle erneut sehr beeindruckte! Sogar Bären konnten wir zweimal aus dem Bus beobachten – nur war es leider unmöglich, auf der dichtbefahrenen Strasse anzuhalten, um Fotos zu machen. Wir haben natürlich das Programm «Jasper–Rundfahrt» nicht gestrichen und haben uns mit den Gästen bereits abgesprochen, um eine mögliche Änderung einzubauen. Das sollte nun laut Wetterbericht für Montag auch funktionieren, da es auf gemäss Wetter-App dann schon viel besser aussieht.

Herzliche Grüsse aus Jasper Alberta, das ABM- Team


6. Etappe: Jasper – Sunwapta Falls, Montag, 8. Juli 2019 / bärenstark!

Unglaublich genial oder affengeil würden da jüngere Teilnehmer zu diesem Tag sagen. Wir haben ja eine Änderung mit den Gästen abgesprochen und das Wetter war nun voll auf unserer Seite, um dies genauso durchzuziehen. Die am Sonntag geplante Rundfahrt in Jasper hängten wir kurzerhand vor den Anfang der Etappe 6! Wir hatten nun statt 58 km deren 105 auf dem Tagesprogramm. Die einzelnen Tenues vor dem Hotel hätten nie verraten, dass alle dasselbe Ziel ansteuern würden. Bei Walter hatte man das Gefühl, er fahre Richtung Alaska, während Mäge bereit war für eine Fahrt in den tiefsten Süden! Nun kommt es! Wir wurden absolut belohnt für diese Umplanung – dem neuen Start am Maligne Lake auf 1680 m ü .M. Wir konnten im Nationalpark von Jasper zweimal Bären filmen, die sich uns in einem Abstand von 3 – 4m zeigten. Der erste war ein Braunbär und der zweite ein etwas kleinerer Schwarzbär. Diese Nähe zu den Bären war einfach genial, obwohl wir von einem vorbeifahrenden Park-Ranger einen Rüffel kassierten! Wir waren angeblich zu nahe an den Bären.

Nach dem Golfplatz von Jasper bogen wir auf den Icefields Parkway ein, der mit seiner Länge von 230 Kilometern und dessen Ende in Lake Louise als eine der schönsten Fernstrassen der Welt bezeichnet wird. Bei Kilometer 80 kamen wir an die Athabasca Falls, wo wir anhielten, um ein feines Picknick zu uns zu nehmen und das Naturwunder zu bestaunen. Die Fälle sind eine grandiose Attraktion – jedoch nicht wegen der Höhe, sondern aufgrund der Wucht, mit der das Wasser in die Tiefe stürzt. Auf den letzten 20 km fuhren wir gemeinsam mit einzelnen Regentropfen, die uns auf den Nasen herumtanzten, ins Ziel. Nächster Treffpunkt war die Terrasse mit einem Bier in der Hand!

Wer jetzt noch Lust auf mehr Wasser hatte, konnte die Sunwapta Falls hinter dem Hotel besuchen, etwa 10 Minuten zu Fuss! Wer jetzt noch Lust auf mehr Wasser hatte, konnte die Sunwapta Falls hinter dem Hotel besuchen, etwa 10 Minuten zu Fuss! Dieser Wasserfall ist insgesamt etwa 18 Meter hoch und rund neun Meter breit – ein imposantes Getöse umgibt uns hier!

Herzliche Grüsse aus Sunwapta Falls von unseren glückseligen Gästen und dem ABM- Team Albert, Beat und Mäge

Notabene: Sogar Albert musste mal auf dem Rad aufstehen, um die Steigung zu bewältigen!

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7. Etappe: Sunwapta Falls – Saskatchewan Crossing, Dienstag, 9. Juli 2019 / Collect moments – not things!

Eine Unmenge Frühstück wurde von Thomas – vom Buffet über seinen Teller – dem Körper zugeführt. Mäge war da mal kurz unsicher, ob er die Kilometer Angabe für die heutige Etappe auch richtig verstanden hatte. Es lagen 99km und etwa 1000hm vor uns und das Wetter war schwer zu interpretieren. Aber es leuchteten schon die Sonnenstrahlen über den Frühstückstisch, die unsere Gemüter verzauberten.

Wir starteten die Etappe 7 um 09.45 Uhr mit frisch aufgepumpten Reifen und wieder mit sehr unterschiedlichen Tenüs in Richtung Sunwapta Pass auf 2035 Meter Höhe. Bei Kilometer 37 mussten wir dann wirklich in die Pedale steigen, um die ersten Steigungen Richtung Columbia Eisfeld zu meistern. Der Gletscher ist eine der grössten Eisflächen südlich des Polarkreises in den Rockies und ist die Quelle verschiedener Flüsse, welche in dieser Wasserscheide nach Osten, Westen und Norden fliessen. Der Sunwapta Pass ist dann auch die Grenze zwischen Banff im Süden und Jasper im Norden.

Der Mittagshalt wurde von Beat wieder hervorragend vorbereitet – in einem windgeschützten Teil des grossen Parkplatzes, der vom Columbia Eisfeld Center etwas verborgen lag. Obwohl die Informationen über den genauen Standort bzw. die genaue Zielangabe allen Gästen beim Einbiegen auf den Parkplatz von Mäge persönlich abgegeben wurden, landete Rinaldo wieder irgendwo! Er sah nur noch Food in seinen Augen und gesellte sich an den nächstbesten Tisch, der aufgedeckt war. Eine weibliche Stimme konnte ihn dann aber gerade noch davon abhalten, über ihren gedeckten Tisch herzufallen!

Nach dem feinen Essen und vielen Fotos des Gletschers begaben wir uns wieder auf die Strecke in Richtung Ziel, das nun nur noch 50 km entfernt war. Trotz erheblichem Gegenwind wurden in der langen Abfahrt mit ihren genialen, weiten Kurven wieder einige super gute Geschwindigkeiten erzielt. In Saskatchewan Crossing angekommen wurde einmal mehr die überwundene Strecke gefeiert – dazu fand sich ein kleines, feines Pub!

Herzliche Grüsse aus einer der schönsten Naturlandschaften Kanadas, das ABM- Team

 


8. Etappe: Saskatchewan Crossing – Canmore, Mittwoch, 10. Juli 2019 / Einer für alle – alle für einen

Wettervorhersage und tatsächliches Wetter stimmen auch in den Rockies nicht immer überein, was es für die Crew auch immer wieder spannend! Dass sich leichter Regen aus Richtung Banff genau in dem Tal eingenistet hatte, welches zum Passübergang führt, bereitete uns etwas Bauchweh! So mussten wir tatsächlich auch den heutigen Start um ¾ Stunden nach hinten verschieben, was bedeutete, dass wir uns erst um 09.30 Uhr auf die 163 km lange Strecke begeben konnten. Glück gehabt – jedoch nicht nur beim Start! Wir hatten an diesem Tag riesige und dankbare Unterstützung aus der Wetterabteilung, was uns an verschieden Stellen der Strecke öfters bewusst wurde.

Wir fuhren nun auf der dem Icefields Perkway dem 37 km entfernten Bow- Pass entgegen, der doch auf über 2080 m ü. M. hoch ist. Bis etwa 8 km vor dem Pass war eine 5er-Gruppe am Höhenmeter abarbeiten mit einer dicht dahinterliegenden 2-er-Gruppe im Nacken, bestehend aus Walter und Albert. Doch die letzten drei Kurven machte aus allen Teilnehmern Einzelkämpfer, die nun in ihrem eigenen Trott dem abgemachtem Halt entgegen kurbelten. Die Aussicht auf den Peyto Lake – der dank seiner auffälligen türkisen Farbe zum berühmtesten See Kanadas wurde – entschädigte all unsere Anstrengungen und zauberte überall wieder ein Lächeln ins Gesicht.

Etwas Sonne, Wind und einzelne Regentropfen begleiteten uns bis zum Mittagshalt in Lake Louise, wo wir uns alle mit einer wunderbaren Tagessuppe oder einem Teller Pasta verpflegten. Um 15:00 Uhr bestiegen wir wieder die Räder und fuhren los in Richtung Banff. Vor uns lagen aber immer noch 82 km und verschieden Bergspitzen waren inzwischen recht dunkelgrau eingepackt. Was kommt da wohl noch auf uns zu?! Wir rauschten auf dem alten Highway 1A durch schönste Wälder unserem nächsten Zwischenziel Banff entgegen und wurden zeitweise nur leicht von der Seite mit Regentropfen bespritzt. Trotz einer Polizeikontrolle, in welcher jedoch nur Beat hängen blieb, und einem weiteren Bären, der unseren Weg kreuzte, erreichten wir Banff in einer super Zeit. Nach einer kurzen Pepsi-Cola Pause wurden von uns in einem Sprint die letzten 24 km nach Canmore zurückgelegt. Um 19:30 Uhr standen alle Teilnehmer gestylt wieder in der Lobby, bereit für das…………….!

«Einer für alle, alle für einen»: Hervorragende Leistung der Teilnehmer!  Es wurde geschlossen in einer Gruppe an Mäge’s Hinterrad gefahren und das vom Bow- Pass bis Canmore, also rund 120 km! Und er ist ja nicht gerade ein «Schleicher»!

Herzliche Grüsse aus Canmore, das ABM- Team

 


Rundfahrt in Banff, Donnerstag, 11. Juli 2019 / Wiedersehen macht Freude!

Nach den 163 km von gestern konnten die Gäste die Morgenstunden nun für sich nutzen und den Tag möglichst relaxt beginnen. Die Abfahrt mit dem Bus nach Banff war erst um 11.00 Uhr angesagt. Die Zollinger-Crew hatte bis zu dieser Zeit aber schon einiges erledigt, dazu gehörte auch das Reinigen und Schmieren der Velos. Das Programm des heutigen Tages war wirklich fast wie ein Ruhetag. Die erste Route führte durch die Quartiere von Banff bis hinauf an den Minnewanka Lake – auf einer Strecke von nur rund 26 km Länge, geführt von Mäge. Es war ein toller Rundkurs, der insbesondere den Wasserfans noch einmal sehr schöne Landschaftsbilder bot. Als Überraschung stiessen wir mit einer andren Gruppe Velofahrer aus Seattle zusammen, mit denen wir uns sofort gut unterhielten. Es wurden gegenseitig Gruppenfotos gemacht und wir haben sehr viel gelacht. Uns faszinierten die Oberschenkel eines der Typen – vollgepackt mit Muskeln – und wir stellten uns vor, dass wir wohl alle keine Chance mehr hätten, wenn der antritt.

Um 13.10 Uhr – back in Banff- Down Town – stand der zweite Teil unseres Ausflugs auf dem Programm: Individuelles Shoppen in Banff oder mit Albert eine 18 km-Zusatzschlaufe durch einen wunderschönen Park mit Golfplatz fahren. Drei zu fünf war die Aufteilung und Sir Walter führte die Banffer Shopping-Truppe mit sicherer Hand durch die Menschenmenge. Albert übernahm die nimmersatten Radler und verschwand mit uns kurze Zeit später in einem nächsten Naturspektakel.

Um 16.00 Uhr trafen wir uns wieder bei unserem Bus, um gemeinsam den Radweg nach Canmore hinunter zu fliegen. Er hat eine Länge von 24 km und ist eine Wucht zu fahren! Peter und Mäge – beide übrigens im selben Veloclub VC- Buchs – konnten locker mit den kanadischen Fahrern mithalten. Wir führten sogar in gewissen Teilstücken und unsere Taktik war um einiges besser, was uns am Schluss das Lob von einem der Mitstreiter zeigte. Christian meinte, er würde hier gerne eine Tageskarte lösen und immer wieder mit dem Bus nach Banff hochfahren, um dann mit dem Rennvelo wieder hinuntersprinten zu können.

Zu unserer Überraschung durften wir hier in Banff Jean-Pierre Roch, einen letztjährigen Mitfahrer der Zollinger Kanada-Tour, begrüssen. Wie klein die Welt doch ist! Bei einem feinen Bier erzählte der dann beiläufig, dass wir einander auf der Tour of Scotland vom 3. – 10. August 2019 wiedersehen werden. Für Gesprächsstoff ist gesorgt. Übrigens war unser Büro in Baar vom gemeinsamen Treffen mit Jean-Pierre Roch bereits informiert. So schrieb er schon am Donnerstagmorgen: «Ici au Canada, tout se passe bien. De passage à Banff, comme ZRR Team, on devrait se voir cet après-midi pour partager une bière. Avec mes salutations canadiennes, Jean-Pierre Roch.»

Gruss aus dem sonnigen Banff vom ABM- Team und den von uns super trainierten Gästen

9. Etappe: Canmore – Calgary, Freitag, 12. Juli 2019 / Schlussspurt

Bei diesen Bedingungen war das Aufsteigen aufs Rad und das Absolvieren der letzten 124 Kilometer nach Calgary wahrlich kein Problem. Die Wettervoraussagen an den Start- und Zielorten waren klar: 23-24 Grad mit nur sehr kleinen Wolkenblasen am Himmel. Es wird gottseidank nicht so heiss wie in den letzten beiden Jahren; damals war es in Calgary jeweils deutlich über 30 Grad.

Wir starteten kurz vor 09:30 Uhr und rollten auf dem Highway 1A in Richtung Süden, welcher uns nach Cochrane brachte, wo wir nach Kilometer 74 unseren Mittagshalt planten. In einer langgezogenen Linkskurve – wir waren gerade alle so richtig warm geworden – wurden wir von einem Platten bei Rolf abrupt zum Anhalten gezwungen. Albert und ich hatten inzwischen genügend Übung im Ausbauen des Hinterrades und waren dementsprechend in kürzester Zeit wieder fahrbereit mit der Gruppe. Die Stimmung während der ungewollten Pause wurde von Rinaldo so richtig aufgeheitert und man musste andauernd über irgendeinen Spruch lachen. Um auch eher ungeduldige Herzen zu berücksichtigen, liessen wir eine Dreiergruppe ziehen, welche wir aber beim abgemachten Kaffeehalt wieder in unsere Formation einordneten! Der Halt befand sich etwa bei Kilometer 30, in einer Waldlichtung, wo wir uns bereits von den Rockys verabschieden mussten. Es ging nun unglaublich schnell und aus den riesigen Bergspitzen wurde kleine Bodenwellen. Mit Rückenwind und viel Energie – es gab da immer fleissige Positionswechsel – stürmten wir dann in Richtung Mittagshalt. Gemütlich und bestens verpflegt erklommen wir eine ¾ Stunde später die 13% Steigung hinter Cochrane und trafen uns vor der Einmündung in den Highway. SIR Walter versetzte uns dann alle ins Staunen, als er wirklich mal etwas auszog und nicht überstülpte – ein deutliches Zeichen angenehmer Temperatur!

Kurz vor Calgary und dem interessantesten Teil bis ins Ziel wurden ALLE noch einmal kurz auf den letzten Teil vorbereitet! Auch bei diesem letzten Briefing wurden fleissig eine Menge Bananen vertilgt; Yes SIR!!! Über mehr als 20 km Radweg waren angesagt und jeder musste sich noch einmal voll konzentrieren, da die Route um viele enge Kurven mit recht schmalen Passagen führte. Es machte aber riesigen Spass in so eine Grossstadt zu fahren und auf den Radwegen das Geschehen hautnah zu erleben.

Mit diversen schönen Bildern der Stadt im Rucksack und allseits glücklichen Gesichtern erreichten wir unser Hotel und überquerten somit die Ziellinie! Mit einem letzten Gruppenfoto im Kanada- Dress und zahlreichen gegenseitigen Gratulationen zur absolvierten Canadian Tour 2019 wurde alles Weitere bei einem Bier besprochen.

Einen weiteren Höhepunkt bildet morgen der Besuch des Calgary Stampede, des weltgrösstenRodeo mit Preisgeldern von mehr als 1 Mio. Dollar. Wir verabschieden uns hiermit von dieser vorläufig letzten Kanada-Tour 2019 und hoffen, dass wir allen Gästen ein positives und bleibendes Erlebnis auf den Heimweg mitgeben konnten.

Die letzten Grüsse dieser Tour aus Calgary an alle, das ABM-Team von Zollinger Radsportreisen mit Albert, Beat und Mäge

PS: Ein herzlicher Dank geht an unsere Claudia im Büro Zollinger in Baar für die super Vorbereitungen der unzähligen Details, die uns die tägliche Arbeit um ein Vielfaches erleichterten. Deine Fans, das ABM- Team

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