Super Euro Ride 2016

Samstag, 02. Juli 2016 / Ankunft Bilbao/Durango

Heute ist es endlich soweit, die Super Euro Ride 2016 beginnt. Schon frühmorgens standen alle, die für das Gelingen dieser doch sehr aufwendigen, 3-wöchigen Tour verantwortlich sind, in den Startlöchern. Es galt noch vieles vorzubereiten. Einige Gäste nutzten die Gelegenheit und besuchten noch Bilbao, das ja doch sehr viel zu bieten hat. Die meisten Gäste trafen dann allerdings erst mit einem Abendflug in Bilbao oder „Bilbo“ ein, wie die Stadt am Kantabrischen Meer auf Baskisch heisst.
Bilbao selber konnten sie sich aber nicht mehr anschauen, da es direkt weiter nach Durango ging, von wo aus wir morgen unsere Tour starten werden.

Nachdem alle Gäste unser Starthotel in Durango erreicht hatten, hiess es erst einmal einchecken, Zimmer beziehen und Koffer auspacken.
Vor dem Abendessen gab es noch den obligatorischen Apéro. Achim und unsere Super-Euroride Crew begrüssten alle und schon ging es zum Abendessen. Alle wichtigen Infos für unsere grosse Reise und natürlich für die 1. Etappe wurden nach dem Essen besprochen. Ja, und dann verschwanden alle schnell auf den Zimmern, denn am Sonntag musste noch einiges vorbereitet werden bevor es losgehen konnte.

Bis morgen!
Euer ZRR-Team

Sonntag, 03. Juli 2016 / Durango – Beasain

Wetter: Sonne pur
Kilometer: 92 Km mit einem Schnitt von: 23-28 km/h
Höhenmeter: 1823 Hm
Strecke: Wellig bis bergig

Von Durango starteten wir nach Nordosten in Richtung Atlantikküste. Es erwartete uns ein ständiges auf und ab. Ein Vorgeschmack auf das, was uns noch erwarten wird. Nach 38 Kilometern erreichten wir Ondarroa. Dieses Ort an der Costa Vasca erhielt schon im Jahre 1327 die Stadtrechte und war Jahrhunderte lang das Zentrum für den Walfang und die Fischerei. Auch heute betreibt man hier noch Tiefseefischerei. Im Stadtwappen ist ein Wal.
Wir befuhren fünfzehn Kilometer Küstenstrasse mit Traumblick, bevor wir wieder in die grüne Höhle abtauchten. Über Azbeitia, einer kleinen Wallfahrtstadt, gelangten wir nach Beasain, unserem ersten Ziel.

Ereignisse: Sonntagmorgen in Durango und alle Euroridler waren schon früh aus den Federn gehüpft, sollte doch heute die Supereuroride endlich starten. Nach einem reichhaltigen Frühstück wurden noch die letzten Trikots ausgegeben und die Velos angepasst. Nun hiess es hinein in die Rennhosen, Beine einölen und vor allen Dingen die Sonnencreme nicht vergessen. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto ging es endlich los. Unsere 30 Gäste verteilten sich auf drei Gruppen.

Es war zwar nur der Prolog, aber mit 92 Kilometern und doch einigen Höhenmetern, ist auch dieser nicht zu verachten. Eine grandiose Strecke erwartete uns. Von der doch sehr kupierten Küstenstrasse, den kleinen feinen Puertas (kleine Berge) bis zur schattigen Allee, war alles dabei. Rolf, unser Pfarrer aus Grindelwald, liess seine Jungs – pardon! und ein Mädel – schon mal richtig arbeiten, aber natürlich alles auf freiwilliger Basis.

Derweil liessen es Luci und Albert doch etwas ruhiger angehen. „Wir haben ja schliesslich Ferien“, tönte es immer mal wieder von den Velos herab. Alles in allem ein gelungener Tag. Vor allem weil Ulli und Kurt auch noch eine Runde Biberlis spendierten und sich die Gäste so rundum sorglos wohlfühlten.

Morgen heisst es „auf zu den heissblütigen Stieren“. Pamplona wartet auf uns! Da es eine kurze Etappe ist, werden die Velofahrer nach Ankunft sicherlich die Veloschuhe mit den Turnschuhen tauschen und die Stadt unsicher machen.

In diesem Sinne, bis morgen!

Euer SER-Team
Ulli, Achim, Rolf, Luci, Albert und natürlich Kurt

Montag, 04. Juli 2016 / Beasain – Pamplona

Wetter: Leicht bewölkt, bis 29° Celsius
Kilometer: 95 Km mit einem Schnitt von: 21-27 km/h
Höhenmeter: 1830 Hm
Strecke: Wellig bis bergig, abwechslungsreich

Von Beasain, (Einwohner ca.14.000) der Hauptgemeinde des Landkreises Goyerri, führt uns unser Weg durch die baskische Provinz Gipuzkoa in Richtung Navarra. Einige Kilometer hinter Beasain geht es in den 1997 gegründeten „Parque Natural Urbasa-Andia“, eine wunderschöne raue Gebirgslandschaft, welche aber auch, je näher wir Pamplona kamen, sehr landwirtschaftlich geprägt ist. Es hat etwas von der Toscana.

Ereignisse: Zuerst möchten wir natürlich noch erwähnen, dass Matze, unser Mechaniker, auch zum Team gehört und gestern leider vergessen wurde. Ohne ihn läuft natürlich nichts, das sah man schon am Morgen vor der Abfahrt. Hier einen neuen Schlauch, dort einen Vorbau etwas verändern, etc. Gott sei Dank haben wir unseren Supermech, der auch noch als Fahrer des Begleitfahrzeuges unsere Gäste zufriedenstellt!
Ganz grosses Kino ist auch das tägliche Koffer stappeln im Begleitfahrzeug von Kurt. Wie ihr unschwer auf dem Bild oben seht, versteht er sein Handwerk.

95 Kilometer durch eine wunderschöne Landschaft, die ein bisschen unserem Voralpenland ähnelt. Bloss, dass hier riesige Geier über uns kreisten. Unsere Verpflegung nahmen wir auf der Passhöhe Mirador de Lizzarago ein. Auf der Terrasse eines kleinen Refugios hatten Kurt und Ulli alles vorbereitet und unsere Euroridler genossen diese Pause sichtlich. Orangenschnitze, Äpfel, Bananen und kleine süsse Naschereien – eben alles, was ein Velofahrer so braucht, standen bereit.

Nach einer Abfahrt ins Tal, in welchem die Getreidefelder schon abgeerntet waren, wurde es schon wieder ernst: Der nächste Hügel stand auf dem Programm. Unsere Damen Jeanette, Anuschka, und Katharina machten bei der Fotosession einen lockeren Eindruck und grüssten die rasende „Reporterin Ulli“. Eine unserer Ladies Andrea, konnte leider nicht grüssen, denn wer mit Rolf fährt, hat dazu keine Zeit.

Schon um 14.00 Uhr fuhr Luci’s Gruppe vor unserm Hotel in Pamplona vor, gefolgt von Rolf und Albert. Alle konnten somit nochmals einen Rundgang durch die Altstadt Pamplonas machen, bevor wir morgen Spanien verlassen.

Es wird das erste Mal ernst: 170 Kilometer stehen auf dem Programm. Hoffen wir, dass sich die Sonne etwas hinter kleinen Schönwetterwolken verstecken wird.

Zielort: Pamplona, Einwohnerzahl ca. 200.000

Pamplona, (baskisch Iruna) ist unser heutiger Zielort. Es ist die Hauptstadt der Provinz Navarra. Gegründet wurde die Stadt 75 v.Chr. vom römischen Feldherren Pompeius und diente der Absicherung des Weges über die Pyrenäen nach Roncesvalles. Sehenswert ist die historische Altstadt, die Plaza de Castillo, der Palacio de Navarra und die Plaza de Torres (Stierkampfarena).

Der Jakobsweg befindet sich mitten in der Altstadt und jährlich trifft man Scharen von Pilgern an.
Berühmt ist auch die Fiesta Sanfermines, welche immer vom 6.-14.Juli stattfindet. In dieser Woche wird in der Stadt getanzt, getrunken und natürlich dem Stierkampf gefrönt. Allen wird der „Encierro“ ein Begriff sein. Die Hatz junger Männer, die von Stieren durch die Strassen getrieben werden. Ernest Hemingways Buch „Fiesta“ handelt von diesem Treiben in Pamplona. Einen berühmten Sohn, der uns als Velofahrer interessiert, hat die Stadt natürlich auch: Miguel Indurain.

Hasta mañana – Bis morgen!
Euer ZRR-Team


Dienstag 05.07.2016 / Pamplona – Oloron

Wetter: Von allem etwas bis 26° Celsius, Wolken, Nebel und Nieselregen
Kilometer: 173 Km, Schnitt: 20 bis 26km/h
Höhenmeter: 3035

Von Pamplona geht es in die östliche Richtung. Wir befinden uns jetzt schon in den Pyrenäen. Die eine oder andere Puerta wird heute erklommen. Der Weg führt uns durch wunderschöne Täler, in welchen wir auch immer wieder den Pfad der Jakobsweg-Pilger queren.

Bevor wir unser heutiges Etappenziel Oloron-St.Marie erreichen, gilt es den ersten Pass unserer Tour zu überqueren. Der Col de Soudet bringt uns über die Grenze nach Frankreich.

Ereignisse: Der heutige Tag begann mit einem sensationellen Frühstück, das alle wirklich sehr genossen haben. Schon um 8.15 Uhr startete Albert mit seiner Gruppe, um einige Kilometer zwischen sich und die beiden schnelleren Gruppen zu bringen.

Unser Weg führte uns auf der Umgehungsstrasse rund um Pamplona in Richtung Frankreich. Zuerst noch sonnig, wurde es immer nebliger. In Azuberri/Espinal, einem kleinen verträumten Dorf am Rande der Pyrenäen gelegen, gab es den obligatorischen Kaffeehalt.

Wie überall in diesem Gebiet traf man auf Velofahrer. Seien es diejenigen, die auf Pilgerfahrt waren oder einfach einheimische Rennvelofahrer, die hier ihre Runden drehten. Bei nun wieder herrlichem Sonnenschein ging es weiter bis zum Mittagshalt in Otchagavia. Ein idyllisch gelegenes Dorf mitten im Roncavallgebiet lud zu einer Pause ein. Nach dem Mittagshalt ging es das erste Mal in die höheren Regionen. Im Nebel erreichten wir die Passhöhe des Col St.Pierre Martin und jeder fragte: “Sind wir denn schon oben“? Ja, gewissermaßen schon, denn es gab nur noch einen kleinen Gegenanstieg zum Col de Soudet.

Geschafft, jetzt noch die Abfahrt hinunter nach Oloron St. Marie und der Tag war gegessen. Leider spielte das Wetter nicht so mit und es gab noch eine ziemlich knifflige Abfahrt. Nebel und Weidetiere auf der Straße verlangten nochmals alles von den Super-Euroridern. Chapeau – gut gemacht – 173 Km und 3035 Hm – eine der längsten Etappen der Tour.

Morgen wird es schon wieder spannend. Also schaut wieder herein in die Reiseberichte von www.zollingerradsportreisen.com

Etappenziel: Oloron St.Marie Einwohner ca.11.000
Hauptort von Béarn, einer alten französischen Provinz an der Grenze zum Baskenland,
im Département Pyrénées-Atlantiques gelegen. Auch durch Oloron verläuft ein französischer Teil des Jakobsweges, die Via Tolosana. Hier werden die berühmten Baskenmützen und Espadrilles hergestellt.

Bis morgen Euer SER-Team

Mittwoch 06.07.2016, Oloron – Lourdes

Wetter: Erst bewölkt, dann sonnig 25° Celsius
Kilometer: 110 Km
Höhenmeter: 2.600 Höhenmeter
Strecke: Berge, Berge und nochmals Berge…

Von Oloron aus beginnt schon nach wenigen Kilometern der Aufstieg zum Col de Marie- Blanque. Er verbindet das Vallée d’Aspe mit dem Vallée d’Osseau und dient uns zum Warmfahren. Es warten noch der Col d’Aubisque und der Col du Soulor, bevor es mit einer superlangen Abfahrt nach Lourdes geht.

Ereignisse: Achim hatte die Truppe am Abend schon richtig auf den heutigen Tag eingestimmt und so fuhren alle voller Tatendrang los. Wohl wissend, dass uns auch heute wieder ein langer Tag erwartete.
Schon am Vorabend wurde beschlossen, dass Kurt mit dem ersten Begleitfahrzeug Rolfs Racing-Team zur Verfügung stand. Der Col de Marie Blanque bildete den Auftakt zur Dreierserie. Mit 9,3 Km und durchschnittlich 7,7 % Steigung schon eine Herausforderung. Meinte doch Daniel von Rolfs Speed-Gruppe: „Das war gestern eine psychologische Ansage Achims mit den 7,3% im Schnitt“. Gefühlt waren das immer 12%.

Alle meisterten den Col de Marie Blanque mit mehr oder weniger schweren Beinen. Auf dem Gipfel standen wie immer die Begleitfahrzeuge mit der ersten Zwischenverpflegung mit Bananen, Orangen und den geliebten Biberlis.

Nach Laruns begann der Anstieg zum Col de Aubisque, der ja auch schon oft bei der Tour de France auf dem Programm stand. Von diesem Tal aus konnte man schon die Sonne und den blauen Himmel erahnen. Ja – und plötzlich war er da – der Traumtag. Stahlblauer Himmel und eine Bergkulisse vom Feinsten liess die brennenden Muskeln vergessen. Nach 16 Kilometern Anstieg erreichten alle die Passhöhe, auf welcher neben Kurt, Ulli und Matze auch noch Schafe und Kühe unsere Velofahrer erwarteten. Die Tiere waren nicht wählerisch und bedienten sich an unserer Verpflegung, denn hier oben hatte Ulli ein Picknick organisiert, das sehr gut ankam. Kunststück mit solch einer Kulisse schmeckt es noch mal so gut. Und dies eben nicht nur uns Velofahrern.

Der letzte Gipfel des Tages wurde quasi mit Links genommen. Nur noch eine Abfahrt und Lourdes, unser Tagesziel, kam näher. Nach einem vorzüglichen Abendessen gab es noch ein paar Unermüdliche, die sich aufmachten, um die berühmte Grotte von Lourdes zu besuchen. Vielleicht hilft ja eine Kerze und etwas heilendes Wasser, um den müden Beinen wieder jede Menge Power für die morgige Etappe zurückzugeben. Der Tourmalet, der Aspin und der Peyresourde stehen auf dem Programm. In diesem Sinne bis morgen, wenn uns die Berge wieder rufen.

Etappenziel: Lourdes im Département Haut-Pyrénées mit ca. 15’000 Einwohnern.
Der Wallfahrtsort, den wohl jeder kennt. Es ist der einzige Ort in ganz Frankreich, welcher noch mehr Unterkünfte zu bieten hat, als Paris. Bis zu 6 Millonen Pilger besuchen Lourdes jährlich. Und auch hier findet man das Zeichen der Muschel für die Jakobspilger.

Bis zum 11. Febraur 1858 war Lourdes noch ein verschlafenes Pyrenäennest. An diesem Tag aber hatte ein Hirtenmädchen mit Namen Bernadette Soubirous beim Holzsammeln eine Marienerscheinung. Dieses Datum war die Wende in der Geschichte von Lourdes. Eine Quelle, die nach einer Erscheinung von Bernadette zu fliessen begann, tat ihr übriges. Das Wasser wurde getrunken und man badete im heiligen Wasser in extra dafür gebauten Badehäusern. Es soll zur Heilung bei vielen Gebrechen helfen. Auch die Prozessionen, welche allabendlich stattfinden und bei welchen eine Kerze vor der Grotte angezündet wird, locken täglich tausende Pilger an. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Château-Fort de Lourdes, welches als Wohnsitz, Gefängnis und als Kaserne eines Grafen diente und das Pyrénäen-Museum.

Euer SER-Team

Donnerstag 07.07.2016 / Lourdes – Bagnères de Luchon

Wetter: Heiss bis 30°C
Kilometer: 124 Km, Schnitt: 20 bis 25 km/H
Höhenmeter: 3.121 Höhenmeter

Strecke: Heute stehen der Col de Tourmalet, der Aspin und der Col de Peyresourde auf dem Programm. Vom Tourmalet hinab kommt man in das Campan-Tal und die Payollebene. Durch saftig grüne Weiden verläuft hier die Strecke hügelig bis wellig, bevor es zum nicht so steilen Col d’Aspin geht. Wir befinden uns im östlichsten Teil des Département Hautes- Pyrénées. Das kleine, mittelalterliche Städtchen Arreau lassen wir links liegen und nehmen den für heute letzten Pass in Angriff. Der Col de Peyresourde bringt uns nach Bagnéres de Luchon.

Ereignisse:
Königsetappe mit Traumwetter, so kann man die heutige Etappe bezeichnen. Von Lourdes aus ging es in Richtung Luz St.Saveur. Aus allen Richtungen strömten die Rennvelofahrer herbei. Man merkte schon, dass am Freitag und am Samstag die Tour hier zu Gast sein wird. Sei es am Tourmalet, dem Aspin oder dem Peyresourde, es reihte sich Wohnmobil an Wohnmobil. Man meinte halb Frankreich befände sich hier in diesem Gebiet auf den Passstraßen. Ein ganz besonderes Feeling welches unsere Gäste noch mehr motivierte diese Etappe zu meistern. Der Tourmalet stellte auch für Thomas H. eine ganz besondere Herausforderung dar. „Ich möchte diesen Berg hochfahren, das ist mein heutiges Ziel und dann ist mir eigentlich alles egal“. Stolz konnte er sich auf dem Gipfel fotografieren lassen.
Unten im Tal konnte man sich nur ein klein wenig erholen, denn schon ging es wieder hinauf zum Aspin. Hier traute man seinen Augen nicht. Man sah nur noch Camper. Absperrungen ließen erahnen, was am morgigen Freitag hier im Payolltal los ist wenn die Touretappe am Lac Payoll endet. Für uns gab es in Payoll den wohlverdienten Mittagshalt.

Nach sechs Kilometern war dann auch der Aspin geschluckt und nur noch der Peyresourde war zu meistern. Mit wesentlich höheren Steigungsprozenten nochmals eine Herausforderung an alle. Luchon, unser heutiges Etappenziel, bereitete sich nicht nur auf die Tour de France vor, sondern auch auf das Halbfinalspiel Frankreich – Deutschland. Da der Bericht zu später Stunde geschrieben wurde, müsste man eigentlich noch ein Video hinzufügen. Frankreich hat gewonnen und hier ging die Post ab. Diese Nacht war nur mit Ohrstöpseln auszuhalten.
Die morgige Etappe bringt uns hinaus aus den Pyrenäen. Unser Etappenziel ist das kleine Städtchen Foix. Flach wird es natürlich noch nicht denn es stehen wiederum drei Pässe für die schnellste Gruppe und 2 Pässe für Alberts und Lucis Gruppe auf dem Programm.

Etappenziel: Bagnéres de Luchon, Einwohner ca.3000, Département Haute-Garonne

Wie immer waren die Römer hier auch als erstes zu Gange und nahmen die Heilquellen von Luchon in Beschlag. Nach der Zeit der Römer versanken die Heilquellen in einen Dornröschenschlaf, bis im 18. Jahrhundert die feine Gesellschaft die Quellen für sich entdeckten. Viele Kurorte entstanden, Luchon, wie es von den Einheimischen genannt wird, machte ein Heilbad daraus und so ist der Tourismus auch in der modernen Zeit die Haupteinnahmequelle. Mit Superbagnéres hat man ein tolles Ski-Gebiet, Wandern, Rafting und Biken sind im Sommer angesagt und die Tour kommt fast jedes Jahr auf dem Weg durch die Pyrenäen hier vorbei.

Bis Morgen
Euer SER-Team

Freitag, 08.07.2016, Bagnerès du Luchon – Foix

Wetter: Morgens bewölkt und ein paar Tropfen, danach Sommer pur bis 30°C
Kilometer: 120 Km / 155 Km, Schnitt: 20-26 km/h, Höhenmeter: 2855 Hm

Strecke: Heute stehen wieder vier Pässe auf der Agenda. Wir befinden uns in den Départements Arriège und Haute-Garonne. Von Luchon lassen wir es locker angehen. Hinter St. Beat geht es dann schon mal für einen Kilometer über die 10% Marke.

Der Col de Menté ist nach 9,3 Km (à 9,1%) bezwungen. Nach einer schönen Abfahrt und einigen flachen?? Kilometern geht es hinauf zum Col Portet d’Aspet. Dieser Pass wurde seit 1910 schon weit mehr als 50x von der Tour de France gefahren und erlangte auch tragische Berühmtheit durch den Tod von Fabio Casatelli, der bei der Tour am 18.Juli 1995 tödlich verunglückte. Das Vallée de la Bellongue ist nur 12 Kilometer lang. Hier reiht sich ein Dorf an das andere, wie auf einer Perlenkette aufgefädelt.

Die Städtchen St. Girons und Massat liegen auf dem Weg zu unseren nächsten Pässen – dem Col des Caougnous und dem Col de Port. Vorbei an Tarascon-sur-Ariège gelangen wir nach Foix unserem heutigen Etappenziel.

Ereignisse: Das wäre eine Nacht gewesen. Frankreich hatte ja bekanntlich das EM-Halbfinale gegen Deutschland gewonnen und die erst halbe Stunde wurde in Luchon mit allem was dazu gehörte gefeiert – inklusive der mit Inbrunst gesungenen Nationalhymne. Gott sei Dank fing es kurz vor Mitternacht an zu regnen und der Spuk war vorbei. Die Velofahrer konnten nun endlich in Ruhe schlafen gehen.

Der nächste Morgen begann bewölkt und die Temperaturen waren nach den gestrigen Gewittern sehr angenehm. Wir starteten pünktlich um 8.30 Uhr zur 5. Etappe. Alle Gruppen versammelten sich auf der für die Tour geschmückten Straße. Unser Weg führte uns nach St. Beat. Hier begann der erste Anstieg des Tages. Den Col de Menté sollte man nicht unterschätzen, denn auf langen Teilstücken waren zweistellige Prozentzahlen angegeben. Hinein in eine nicht so leichte Abfahrt, denn die Strassen waren mit Spilt gepflastert, nass und steil.

Keine Herausforderung für unsere Gipfelstürmer. Kaum unten angekommen ging es schon wieder nach oben. Der Col de Port Aspet stand auf dem Programm. Hier ist es eigentlich schon ein Pflichtprogramm am Denkmal von Fabio Casatelli, der hier bei der Tour 1995 tödlich verunglückte, anzuhalten.
Luci und Albert entschieden sich für die kürzere Route nach Foix und hatten die Berge der Pyrenäen nun abgehackt. Rolf nahm eben noch ein paar kleinere Pässe auf dem Weg nach Foix mit.

Für alle gleich waren die hohen Temperaturen, die in den nächsten Tagen hier in Südfrankreich noch steigen werden. Da kam doch ein Brunnen mit frischem Quellwasser gerade recht.

Unser heutiges Hotel liegt an einem See etwas ausserhalb von Foix und alle genossen die Ruhe. Die Hotelterrasse am See diente als Kulisse für Achims Infoabend, bevor wir den Tag mit einem leckeren Abendessen und einer guten Flasche Rotwein ausklingen liessen.

Etappenziel: Foix Einwohnerzahl ca. 10.000, Département Arriège
Das Städtchen Foix wurde wohl um eine Kapelle herum gebaut, die von Kaiser Karl dem Grossen gestiftet wurde. Früher wurde hier Eisenerz abgebaut und Fischzucht betrieben. Heute lebt das Städtchen hauptsächlich vom Tourismus. Sehenswert ist die Burg der Grafen von Foix, welche über der Stadt trohnt und auch ein Museum beherbergt. Auch die Altstadt lädt zu einem Bummel ein.

An alle Teilnehmer der Supereuroride geht ein Dankeschön. Unfallfrei sind wir durch diese Pyrenäenwoche gekommen und wir freuen uns jetzt alle auf den Ruhetag am Meer. Vorher geht es aber morgen erst einmal nach Carcassonne. Hier haben wir alle Zeit, die Stadt zu erkunden.

Also dann bis morgen
Euer SER Team

Samstag, 09.07.2016 / Foix – Carcassonne

Wetter: Am Morgen Nebel, danach Sonne pur und heiss 21°- 34° Celsius
Kilometer: 96 Km, Schnitt: 24 -31 km/h, Höhenmeter: 1091 Hm

Strecke: Die Strecke führt von Foix durch das Plantaurel-Massiv, in welchem die Berge kaum noch höher als 1000 Meter sind. Wir befinden uns in den Pyrenäenausläufern. Praktisch dem Gegenstück zu den Sierras auf der spanischen Seite. Vorbei an Chalabre und dem Lac de Chalabre führt die Strecke über kleine feine Pässe in Richtung Limoux. Zwanzig Kilometer sind es noch bis zu unserem Etappenziel Carcassonne.

Ereignisse: Heute Morgen kamen alle aus den Zimmern und trauten ihren Augen nicht. Es nieselte fein und der Nebel tat sein Übriges, um den Velofahrern den Tag zu vermiesen. Sam vom Hotel du Lac in Foix meinte nur: „Alles gut – in 1 oder 2 Stunden wird die Sonne scheinen“. Er sollte recht behalten. Für die ersten 50 Kilometer waren die Temperaturen aber recht angenehm. Daraus resultierte, dass alle Gruppen mit ordentlichem Speed unterwegs waren.

Im kleinen Städtchen Chalabre nahmen alle ganz entspannt einen Kaffee. Praktisch, dass nebenan eine Bäckerei war. Da konnte keiner widerstehen, gab es doch so viele Leckereien in der Auslage. Unsere pink Ladys Anuschka und Katharina liessen sich ihr Brioche schmecken, bevor es wieder zurück auf die Strasse ging.

Zwei kleine Cols, im Volksmund auch „Bahnübergänge“ genannt, wurden locker gemeistert. Rasant ging es hinunter nach Limoux. Die Landschaft änderte sich plötzlich und die ersten Weinberge wurden gesichtet. Rolfs Gruppe fuhr direkt in das Hotel. Luci und Albert machten noch einen zweiten Halt.

Einen kleinen Defekt bei der Gruppe Albert gab es kurz vor dem Ziel auch noch. Dank Matze, unserem Mechaniker, der auch gleichzeitig das zweite Begleitfahrzeug fährt, war der Speichenbruch schnell behoben und die letzten Kilometer konnten unter die Räder genommen werden.

Leider waren unsere Zimmer im Hotel noch nicht alle parat. Das Gute daran – man konnte auf der Terrasse schon einmal etwas Kühles trinken. An dieser Stelle wird natürlich nicht verraten, was das war.
Später traf man sich noch am Swimmingpool, denn mittlerweile waren die 34° Celsius erreicht. Morgen geht es durch das Weinanbaugebiet der Languedoc-Rousillion ans Mittelmeer nach Cap d’Agde.

Etappenziel: Carcassonne, Département Aude (Präfektur), ca. 50.000 Einwohner
Carcassonne liegt etwa 70 Kilometer nordwestlich von Perpignan an einer alten Handelstrasse, die vom Mittelmeer zum Atlantik führte. Die Cité,  eine mittelalterliche Festungsanlage, gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Die noch bewohnte Cité wird von einem doppelten Mauerring umschlossen.

Bis morgen
Euer SER-Team

Sonntag, 10.07.2016 / Carcassonne –  Cap d’Adge

Wetter: Heiss, bis 36° Celsius
Kilometer: 121 Km, Schnitt: 25-34 Km/h
Höhenmeter: 760

Strecke: Heute gibt es die erste Flachetappe auf dem Weg nach Cap d’Agde. Aber Vorsicht, wenn der Mistral weht, wird es ungemütlich. Von Carcassonne aus geht es immer weiter in Richtung Westen durch die Weinanbaugebiete des Languedoc-Rousillon. Rebstöcke soweit das Auge schauen kann, prägen hier die Landschaft. Beziers lassen wir links liegen und erreichen den Canal du Midi bei Portiragnes. Nur noch wenige Kilometer durch das berüchtigte Schilf und Cape d’Agde, unser heutiges Etappenziel ist erreicht.

Ereignisse: Die heutige Devise lautete – schnell, schneller, am schnellsten. Es wehte kein Mistral, der uns das Leben auf der heutigen Etappe schwer gemacht hätte und so flogen die drei Gruppen unserem heutigen Ziel förmlich entgegen. Felder von Weinreben säumten unseren Weg.

Wenn eine Pause eingelegt wurde, gab es nur einen Gedanken: „Wo gibt es ein schattiges Plätzchen für unsere schnellen Mädels und Jungs“. Die zwei Begleitfahrzeuge sorgten für ständigen Wassernachschub und so rollte der Zollinger-Express recht früh in Cap d’Agde ein. Alle waren froh, dem heissen Asphalt endlich zu entfliehen.

Morgen haben wir nun unseren ersten Ruhetag. Die Massagetermine wurden schon von Ulli mit dem Masseur abgestimmt. Die Wäscherei wird morgen einiges zu tun haben und ganz bestimmt werden unsere Velofahrer heute Abend in den Ausgang gehen, denn ausschlafen ist angesagt.

Etappenziel: Cap d’Agde, das wir uns für unseren Ruhetag ausgesucht haben, liegt direkt am Mittelmeer. Golf- und Campingplätze, sowie Appartementhäuser und Hotels nehmen hier die Touristenscharen auf. Ein Rundgang entlang dem Hafen mit seinen Yachten wird sich lohnen.

Bis morgen
Euer SER-Team


Montag, 11.07.2016 / Ruhetag in Cap d’Agde

Wetter: Sonne und sehr heiss
Kilometer: 0.0
Höhenmeter: 0.0
Schnitt: 0/0

Ereignisse: In den heiss ersehnten Ruhetag starteten wir alle etwas später als gewohnt. Ausschlafen darf auch mal sein! Nach dem Aufstehen erwartete alle ein herrlich ausgiebiges Frühstück auf der Terrasse.

Das Palmyra Golf Hotel in Cap d’Agde ist wie geschaffen zum Relaxen und Erholen.
Einige unserer Gäste gönnten sich eine Massage, andere wiederum sassen im Garten mit einem Buch oder hörten Musik. Tatsächlich wurde sogar einer in Velokleidern gesichtet! Wie bei der Tour de France – hier wird am Ruhetag auch Velo gefahren. Auch Achim stieg heute noch in die Velokleider, um die Ausfahrt aus Cap d’Agde nochmals genau zu erkunden, denn wir müssen ja am nächsten Tag nicht noch zusätzliche Kilometer fahren.

Die Räder wurden geputzt und die Ketten geölt. Unsere Gäste legten natürlich fleissig selbst Hand an.
Auch Matze hatte den ganzen Vormittag zu tun, bevor er nachmittags zum Strand ging, um seine Bräune etwas voranzutreiben.

Auch die örtliche Wäscherei hatte alle Hände voll zu tun: Hier gaben sich die Supereuroridler jeweils die Klinke in die Hand. Aber dies ist ja auch kein Wunder. Wer will bei solch tollem Wetter schon selber waschen.
Kurt und Albert holten dann noch einen Gast in Toulouse ab, der nun ab hier in die Tour einsteigen wird.

Am Abend schauten wir uns gemeinsam die Bilder der ersten Woche an. Achim hatte diese schnell zusammengestellt und so konnten wir in Erinnerungen an die Pyrenäen schwelgen.

Der Hafen von Cap d’Agde und das Drumherum kann man nicht wirklich als schön bezeichnen. Man vermisst ein wenig das französische Flair, aber unser tolles Hotel und der Strand machen das alle mal wieder wett.
Nach unserem Abendessen verzogen sich alle schnell wieder auf ihre Zimmer, denn morgen müssen 168 Kilometer gefahren werden. Diese sind zwar flach, aber die Hitze wird auch morgen wieder unser treuer Begleiter sein.

Die besten Grüsse aus Cap d’Agde
Euer SER-Team

Dienstag, 12.07.2016 / Cap d’Agde – Avignon

Wetter: Angenehme Temperaturen bis 28°Celsius, leicht windig
Kilometer: 168
Schnitt: 25-29 km/h
Höhenmeter: 650

Strecke: Heute steht eine sogenannte Überführungsetappe auf dem Plan: Von Cap d’Agde führt die Strecke entlang des Mittelmeers über Séte, La Grande Motte und den Salinen von Aigues-Mortes durch die Camarque nach St.Gilles und von dort entlang der Rhone nach Avignon.

Ereignisse: Der Ruhetag in Cap d’Agde ging viel zu schnell vorbei und schon hiess es wieder Koffer packen. Vorher genossen wir aber alle, wenn auch zu früher Stunde, unser Frühstück. Schön, wenn man um 6.45 Uhr draussen auf der Terrasse frühstücken kann.

Leider hatte Mathias, der die nächsten zwei Wochen die Super-Euroride bestreiten wird,
grosses Pech. Sein Koffer ging in Amsterdam verloren und kam nicht in Toulouse an. Gott sei Dank hatte er seinen Helm und seine Radschuhe im Rucksack mitgebracht und so konnte er dennoch an der Tour nach Avignon teilnehmen. Rennhose und Socken wurden bei Ulli gekauft, das Super-Euroride-Trikot war ja im Paket enthalten. Wir hoffen, dass sein Koffer bald auftauchen wird und er entspannt seine Tour fortsetzten kann.
Pünktlich um 8.15 Uhr starteten wir die 8. Etappe. Von Cap d’Agde ging es immer am Meer entlang. Man merkte bereits, dass in Frankreich Urlaubszeit ist. Auf den Radwegen die wir befuhren, herrschte reger Betrieb und man musste sehr konzentriert fahren.

Heute wurden alle Postkartenklischees erfüllt: Rosa Flamingos im flachen Wasser der Etangés, schwarze mächtige Stiere und die weissen Pferde der Camarque auf den Weiden.
Über Seté und la Grande Motte ging es über Aigues-Mortes nach St. Gilles. Der kleine Ort wird auch das „Tor zur Camarque“ genannt. Bei „Chez Tony“ gab es dann für die ganze Truppe noch eine leckere Pizza. Man munkelt, dass es hier die beste Pizza der Gegend gibt.

Nach unserem Mittagshalt fuhren alle Gruppen die restlichen 60 Kilometer in Richtung Avignon an der Rhone entlang. Der Wind bremste unsere Velofahrer zum Schluss noch etwas aus, aber schlussendlich erreichten alle ihr Ziel. Schnell das Zimmer bezogen, geduscht und man konnte es kaum glauben, die meisten unserer Gäste hatten noch genug Energie, um eine kleine Erkundungstour durch die sehenswerte Altstadt zu machen.
Diese Energie werden auch morgen alle brauchen, denn der Mont Ventoux ruft. Schauen wir was uns dort erwartet, denn am Donnerstag wird hier die Tour vorbeikommen. Die Anfeurungsrufe der Tour de France Pilger wird unseren Velofahrern sicher die nötige Power geben, um den „Mystischen Berg“ zu bezwingen.

Etappenziel: Avignon hat ca. 91.000 Einwohner, Département Vaucluse (Präfektur)
Avignon, die Stadt mit viel Weltkulturerbe. Der Papstpalast, ein Teil der Stadtmauer, die Brücke Saint-Bénezet, bekannt durch das Lied „Sur le Pont d’Avignon“ und, und… Die „Hauptstadt“ des Christentums im Mittelalter glänzt auch durch eine wirklich sehr schöne Altstadt, mit einem ganz eigenen provenzalischen Flair und lädt zum Bummeln ein. In der Stadt gibt es zudem ein ausgeklügeltes Kanalsytem. Die von den Einheimischen genannte Sourgette, kann man entlang der „Rue des Teintures“, der Tuchfärbergasse gut sehen. Man kann hier gar nicht alles aufzählen, was diese wunderschöne Stadt zu bieten hat. Ein weiterer Besuch würde sich also bestimmt lohnen.

Die besten Grüsse aus Avignon und bis morgen!
Euer SER-Team

Mittwoch, 13.07.2016 / Avignon – Manosque

Wetter: Starker Wind, super Wetter 25°Celsius
Kilometer: 156 KM
Schnitt: 20-27 km/h
Höhenmeter: 2870 HM

Strecke: Heute wird es wieder etwas hügelig. Nein, Scherz beiseite, heute steht der mystische Berg, der Mont Ventoux, auf dem Programm. Von Avignon geht es an Carpentras vorbei, in Richtung Bedoin. Von diesem kleinen Städtchen, das nur so von Velofahrern wimmelt, geht es hinauf in die Steinwüste am Chalet Reynard vorbei zum Gipfel; max. Steigung 14%, Durchschnitt 7,6%. Unser Weg führt uns dann nach Sault. Ab Sault fahren wir durch die endlos erscheinenden Lavendelfelder der Provence. Ein ständiges auf und ab erwartet uns nun, bevor wir unser heutiges Etappenziel Manosque erreichen. Wir befinden uns im Naturparc Luberon.

Ereignisse: Dieser Tag wird uns ewig in Erinnerung bleiben, Tour de France Feeling pur! Aber von Anfang an. In unserem Hotel in Avignon genossen wir einmal mehr ein exzellentes Frühstück. Alles was der Velofahrer benötigt, war hier zu finden.
Pünktlich um 8.30 Uhr startete das Unternehmen Mont Ventoux. Bis Bedoin lief eigentlich alles so ab, wie an jedem Tag. Ab Bedoin war alles anderes. Heerscharen von Velofahreren, Begleitfahrzeugen und Wohnmobilen fuhren hinauf zum Gipfel. Die Tour de France Enthusiasten hatten natürlich Tage zuvor schon ihren Platz am Berg eingenommen. Man sah eigentlich nur noch rot gepunktet, grün oder gelb. Camping an der Strasse war angesagt und unsere Gäste sogen die Atmosphäre auf. Das Gute daran – die Ablenkung war so gross, dass man sich um die Steigungsprozente und gefahrene Kilometer keine Gedanken machte. Eine grosse Leistung von allen, denn den starken Wind und die Kälte spürten alle.
Der Clou dabei – wir waren auf dem Gipfel – die Tour-Etappe endet aber morgen am Chalet Reynard, 6 Kilometer unterhalb des Gipfels, weil der Mistral morgen noch stärker wehen wird, als das heute schon der Fall war.
Luci, einer unsere Tourenleiter, traf unterwegs tatsächlich den Teufel persönlich. Didi Senft, seit Jahren eine feste Grösse bei der Tour und auch bei vielen anderen Radevents, liess es sich nicht nehmen, mit Luci ein Selfi zu machen.

Vom Gipfel des Mont Ventoux ging es hinab in Richtung Sault. Langsam tauten die kalten Gliedmassen wieder auf. Die Landschaft veränderte sich, wir waren in der Provence angekommen. Blühende Lavendelfelder säumten unseren Weg. Der Duft wird uns auch in den nächsten Tagen begleiten. Zur Mittagspause hatten Kurt und Ulli einmal mehr das von unseren Gästen heissgeliebte Picknick organisiert. Ein Lavendelbauer stellte uns freundlicherweise seine frischgemähte Wiese zur Verfügung. Kurt parkierte das Auto so, dass die Velofahrer vor dem heftigen Wind geschützt waren und ihr Picknick geniessen konnten. Frisch gestärkt nahmen alle die restlichen Kilometer unter die Räder. Einige Höhenmeter hatte Achim dann doch verschwiegen und für den letzten Anstieg mussten alle nochmals ihre Kräfte mobilisieren.
Wir waren uns heute alle einig: ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergessen wird!
Morgen wird es genauso weitergehen wie am heutigen Tag. Wir werden den Sonnenschein geniessen und dem Wind trotzen. Die Höhenmeter sind auch nicht zu verachten und die Landschaft rund um den Lac St Croix, mit dem Grand Canyon du Verdon wird wieder ein Tageshighlight sein.

Etappenziel: Einwohner ca.22.000, Département Alpés-de-Haute Provence
Manosque liegt im Südwesten des Départements und wurde um 900 n. Chr. erstmals schriftlich erwähnt, hat aber bestimmt auch in römischen Zeiten schon existiert.
Das Städtchen liegt am rechten Ufer der Durance und hat eine schöne Altstadt zu bieten. Rund um die Altstadt hat sich aber ein Ring aus Wohnsiedlungen und Industrie gebildet.

Bis morgen dann
Euer SER-Team

Donnerstag, 14.07.16 / Manosque – Draguignan

Wetter: Windig, morgens bewölkt und kühl, später sonnig bis zu 26°Celsius
Kilometer: 136
Schnitt: 20-26 Km/h
Höhenmeter: 2473

Strecke: Heute geht es wieder zur Sache. Von Manosque starten wir in Richtung Lac de Saint Croix, einem beliebten riesigen See, der im Juli und August die Touristen anzieht. Hier befinden wir uns schon im Naturparc Verdon. Jetzt heisst es auf und nieder immer wieder. Wir durchfahren den Grand Canyon du Verdon. Eine sagenhafte Landschaft, mit steil abfallenden Bergwänden, bis hinunter zum Fluss. Fotografieren gehört hier zum absoluten Muss. Über Comps-sur-Artuby fahren wir zu unserem heutigen Etappenziel, Draguignan.

Ereignisse: Pünktlich um 8.30 Uhr zog der Zollinger-Express weiter zum nächsten Etappenziel, Draguignan. Blühende Lavendelfelder säumten wieder unseren Weg und von Weitem konnte man schon erahnen, dass es heute einige Höhenmeter zu bewältigen galt. In Riez, einem schönen Provence – Städtchen, gab es erst einmal für alle einen Kaffeehalt.
Unser Weg führte uns danach zum Lac du Saint Croix, bevor es zum Grand Canyon du Verdon ging. Ab der Abzweigung zum Städtchen Aiguines ging es nur noch bergauf. Kurz hinter Aiguines hatten Kurt und Ulli wieder einen schönen Picknickplatz mit toller Aussicht gefunden. Sandwiches, Oliven, verschiedene Früchte, Kuchen und vieles mehr waren schnell vorbereitet und alle konnten es sich schmecken lassen.
Dann hiess es wieder in die Pedale treten. Kilometer um Kilometer ging es bergauf. Die tiefe Schlucht mit ihren bizarren Felsformen begeisterte unsere Velofahrer und der ein oder andere Foto-Stopp wurde eingelegt.
Das Städtchen Comps-sur Atuby lud nochmals zum Verweilen ein, bevor die letzten Kilometer unter die Räder genommen wurden. Gott sei Dank stand Matze zum Schluss wieder an der richtigen Stelle, um die Super-Eurorider sicher zu unserem Hotel zu geleiten.
Morgen werden wir nach Nizza fahren. Unser 2. Ruhetag steht an. Diesen haben sich alle redlich verdient.

Etappenziel: Draguignan, Einwohner ca. 37.000, Département Var
Der Name Draguignan stammt wohl aus der römischen Zeit. Die Stadt zählt zu den grössten Garnisonen des französischen Militärs. Draguignan ist Sitz der Militärschule von Draguignan.

Sehenswürdigkeiten: Ein amerikanischer Soldatenfriedhof (Operation Dragoon), der Pierre de la Fée, ein Dolmen (Bretonisch: Steintisch), er diente als Grabmal und der Tour de l’Horologe, der Uhrenturm von Draguignan.

Bis morgen
Euer SER-Team

Freitag, 15.07.2016 – Draguignan – Nizza

Kilometer: 137    Höhenmeter: 2232

Strecke: Von Draguignan fahren wir durch den grossen Truppenübungsplatz Canjueres. Heute stehen einige kleinere Pässe auf dem Programm, wie der Col de Boussague, der Col du Bel Homme und der Col de Clavel. Wir überqueren die Route de Napoleon und fahren auf kleinen, verkehrsarmen Strassen weiter nach Osten. Es erwartet uns die abwechslungsreiche Landschaft der französischen Seealpen. Über den letzten Pass des heutigen Tages, den Col de Vence, erreichen wir kurz vor Nizza Carros. Unser Weg führt uns entlang des Flusses Tinée an die Mittelmeerküste bis nach Nizza, wo sich mitten in der Stadt unser Hotel befindet.

Ereignisse: Der Tag begann mit schlechten Nachrichten. In Nizza hatte ein Attentäter auf der Promenade des Anglais über 80 Menschen getötet und wir starteten mit gemischten Gefühlen zu unserer 11. Etappe.
Schlussendlich überwog aber die Freude am Velofahren. Vor allen Dingen, wenn man in dieser herrlichen Landschaft auf verkehrsarmen Straßen unterwegs sein konnte. Gruppe Albert liess es heute auf den ersten Kilometern etwas langsamer angehen. Man brauchte die Puste noch am letzten Pass, dem Col de Vence, denn die vorherigen Etappen steckten allen noch in den Beinen. Drei Tage mit ca. 450 Km und über 7000 Höhenmetern merkt man eben.

Spass gab es mal wieder bei unserem Mittagshalt. Da unser Halteplatz etwas versteckt auf einem grossen Waldparkplatz lag, platzierte Ulli kurzerhand eines von Achims Zollinger-Trikots am Straßenrand. Alle fanden den Weg zum Zollinger Imbiss.

Nach dem Essen sollst du ruhen oder einfach auf einem Pony reiten. Albert tauschte seinen Drahtesel und nahm dafür ein Pony. Gott sei Dank liess er sich doch noch dazu überreden, wieder auf sein Rennvelo zu steigen. Ansonsten wäre er wahrscheinlich immer noch unterwegs in Richtung Nizza.

Eine 46 Kilometer lange Abfahrt brachte uns ins Tinéetal. Wir näherten uns der Grossstadt Nizza, das merkte man am stark zunehmenden Strassenverkehr. Nun mussten alle noch zum Hotel finden. Dies war leider nicht so einfach, da die Promenade am Meer entlang komplett gesperrt war und wir einen anderen Weg wählen mussten.

Nach und nach trafen die Gruppen im Hotel ein, wobei Rolf mit seinen schnellen Leuten ausnahmsweise einmal vor dem Gepäckauto im Hotel war. Die Gäste genossen vor dem Abendessen auf der Dachterrasse unseres Hotels alle noch einen Apéro.

Morgen geniessen wir alle nun den redlich verdienten zweiten Ruhetag.

Bis dann
Euer SER-Team

Etappenziel: Nizza Einwohner ca.350.000 Département Alpes-Maritimes (Präfektur).
Nizza liegt ca. 30 Kilometer von der italienischen Grenze entfernt. Nizza ist die 5. grösste Stadt Frankreichs, hat einen Flughafen und natürlich einen Hafen.

Berühmt ist die Promenade des Anglais, wo sich auch einige Luxushotels der Bel Epoque befinden. Das wohl berühmteste ist wohl das Negresco. Auf der Promenade findet jedes Jahr in der Karnevalszeit der berühmte Blumencorso statt. Die Altstadt mit ihrem mediterranen pulsierenden Leben ist immer einen Besuch wert.

Samstag, 16.07.2016 – Ruhetag in Nizza

Wetter: Sonnig bis 32° Celsius

Diesen Ruhetag haben alle herbei gesehnt. Einmal wieder länger schlafen, ein gemütliches Frühstück geniessen. Vielleicht auch einmal dem Gruppenzwang entfliehen und den Tag alleine verbringen, denn immerhin sind wir jetzt schon seit 15 Tage auf unserer grossen Reise unterwegs.

Das Wetter konnte man einmal mehr nicht toppen. Strahlend blauer Himmel, um die 32° Celsius und Sonne pur. Das Meer lockte einige unserer Velofahrer an den berühmten Strand von Nizza. Hier, wo einige berühmte Filme gedreht wurden, wie zum Beispiel „Über den Dächern von Nizza“, konnte man Ruhetag voll auskosten.
Andere wiederum schauten sich die Altstadt von Nizza an, die trotz des Attentats am Donnerstag voller Menschen war. Auch am Pool auf dem Dach unseres Hotels machten es sich einige Super-Eurorider gemütlich.

Die SER-Crew reinigte, wie schon am ersten Ruhetag, die Mietvelos. Frisch geölt und von Matze unserem Mechaniker überprüft, standen alle Velos schnell wieder startbereit für die morgige Etappe im Veloraum.
Auch die Autos mussten heute für die letzte Woche unserer Tour gereinigt werden.

Achim und Ulli schauten sich derweil den Weg aus der Stadt genauer an. Morgen sollte es eigentlich kein Problem geben, denn der Boulevard des Anglais wird wieder geöffnet sein und die Suche nach der richtigen Ausfahrt in Richtung Isola und dem Col de la Bonette war auch erfolgreich.

Das Zollinger-Team mit Albert, Achim, Luci, Kurt, Matze, Rolf und Ulli beschlossen danach, zur Unglücksstelle zu gehen, um dort mit einem Blumenstrauss der Opfer zu gedenken.

Morgen werden wir der Heimat wieder ein Stückchen näher kommen. Wir verlassen Nizza und die Küste. Der Col de la Bonette wird auf dem Programm stehen.

Bis dann,
Euer SER-Team

Sonntag, 17.07.2016 – Nizza – Jausier

Wetter: Vom Feinsten, Sonne pur bis zu 32°Celsius
Kilometer: 143 Km, Schnitt: 19-26 Km/h
Höhenmeter: 3100 Hm

Strecke: Heute geht es in die Alpen. Nach einer 100 Kilometer langen Anfahrt durch das Tinée-Tal, beginnt in St.Etienne-de-Tinée der Aufstieg zum Cime de la Bonette. Von Nizza müssen wir ca. 120 Kilometer und 3090 Höhenmeter bewältigen. Das Gefühl dort oben angekommen zu sein hat etwas Berauschendes. Von hier aus geht es nur noch bergab und nach 143 Kilometern haben wir unser Etappenziel Jausier erreicht.

Ereignisse: Bei strahlendem Sonnenschein starteten wir zu unserer 12. Etappe von Nizza nach Jausier. Am Morgen wurden wir nochmal an das schreckliche Unglück vom 14. Juli erinnert. Auf dem Boulevard des Anglais lagen auf über 2 Kilometern für jedes Opfer Blumen auf der Strasse.

Für uns hiess es aber ab jetzt auf zu den wirklichen Bergen. Heute stand der Col de la Bonette auf dem Programm. Der Pass wurde bisher 4-mal bei der Tour de France überquert. Der eigentliche Anstieg beginnt bei St. Etienne de Tinée. Er ist 24 Kilometer lang und hat eine durchschnittliche Steigung von 6,5%. All waren sich einig, dass die Anfahrt aber der schwierigere Teil war. 100 Kilometer auf fast gerader Strasse waren dann doch etwas demoralisierend. Der Super-Euroride-Expresszug rollte dennoch sehr schnell dem Berg entgegen.

Nach der Verpflegung in Isola ging es langsam aber stetig bergauf.
Da es sehr heiss war, standen Ulli, Kurt, Matze und auch Achim immer wieder am Strassenrand und füllten die leeren Bidons auf. Der ein oder andere französische Velofahrer war auch dankbar für die Erfrischung. Uwe legte sich sogar mit voller Montur in den Bergbach

Rolf nahm schlussendlich mit seiner Speedgruppe auch noch die letzten Höhenmeter in Angriff, obwohl die Strasse rund um die Cime de la Bonette wegen eines Steinschlages gesperrt war. Das störte aber weder Rolf’s Gruppe noch die vielen Motorradfahrer oder Fussgänger. Die zwei anderen Gruppen begnügten sich mit der eigentlichen Passhöhe und fuhren gleich in die zwanzig Kilometer lange Abfahrt nach Jausier. Hier in unserem Hotel liessen es sich die Velofahrer gut gehen. Ein Whirlpool im Garten sorgte für die richtige
Erholung und das leckere Abendessen füllte die leeren Speicher wieder auf.

Etappenort: Jausier ca. 1100 Einwohner
Jausier liegt im Ubajetal in den Seealpen direkt im Anstieg zum Col de la Bonette.
Ein kleines Dorf das vom Tourismus lebt und ein besonderes Flair ausstrahlt.

Also dann bis morgen.
Euer SER-Team

Montag, 18.07.2016 – Jausier – Briancon

Wetter: Wie immer – sonnig, wolkenlos und bis zu 32° Celsius
Kilometer: 96 Km / Schnitt: 19-25 Km/h
Höhenmeter: 2700 Hm

Strecke: Die heutige Etappe führt von Jausier über die D-902 und den Col de Vars nach Guillestre. Durch die Schlucht Combe de Queyros geht es auf der Route des Grande Alpes hinauf zum Col d’Izoard (236O m). Sehr imposant die Casse Déserte. Vom Gipfel geht es in rasanter Abfahrt hinunter zum heutigen Etappenziel Briancon.

Ereignisse: Wir liessen es heute etwas gemütlicher angehen, denn die Etappe war nur 96 Km lang. Allerdings standen zwei Berge auf dem Programm. Der Col de Vars, ein kleines Vorgeplänkel, bevor es 15 Kilometer hinauf zum Col d’Izoard ging. Heute war alles dabei -von zweistelligen Steigungsprozenten, Erholungsphasen bei einer kleinen Zwischenabfahrt und natürlich die Sonne, die gnadenlos auf den Asphalt brannte.

Am gestrigen Abend überbrachte uns Anuschka die Botschaft, dass der Col de Vars wegen einer Veloveranstaltung am heutigen Montag für den Autoverkehr von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr gesperrt werden würde. Na super!!! Das hiess für die zwei Begleitfahrzeuge 90 Kilometer Umweg und unsere Gruppen mussten die ersten Kilometer über den Pass alleine bewältigen. Solange es keinen schwerwiegenden Defekt geben sollte, alles kein Problem. Planmässig trafen Matze, Kurt, Ulli und Achim in Vars wieder auf unsere drei Gruppen und so konnte die Operation Col d’Izoard gestartet werden.

Einmal mehr eine Meisterleistung unserer Gäste. Am Berg oben gab es wieder die obligate Verpflegungsstelle, die alle bei angenehmen Temperaturen genossen. Nun hiess nochmals in die Pedale treten. Zwanzig Kilometer bergab, immer die herrliche Bergkulisse im Blick. Velofahrerherz was begehrst du mehr.

Da wir heute recht früh in Briançon angekommen sind, konnte, wer wollte, vor dem Abendessen die Stadt unsicher machen.

Etappenziel: Briançon Einwohner 12.300 (2012), Département Hautes-Alpes
Briançon liegt auf einer Höhe von 1200-1326 m unterhalb des Col Montgenèvre (1854m),
der schon zu Römerzeiten eine wichtige Verbindung zwischen dem mittleren Rhone-Tal und der Poebene (Italien) darstellte. Der Skiort liegt im Ski-Gebiet Serre-Chevalier, aber auch im Sommer spielt der Tourismus eine grosse Rolle. Auch die Tour de France macht hier regelmässig Station. Der Col de Izoard war 1922 das erste Mal im Tourkalender vertreten.

Und wieder haben wir ein Weltkulturerbe anzupreisen. Die Zitadelle und mehrere Festungen, alle vom Baumeister Vaboin erbaut, wurden 2008 zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt.

Morgen nehmen wir den Col du Galibier in Angriff. Also bis dann.

Euer SER-Team

Dienstag, 19.07.2016 – Briancon – Valloire

Wetter: Sonnig bis zu 33°Celsius
Kilometer: Schnitt: 20-26 km/h
Höhenmeter: 1550 Hm

Strecke: Von Briancon fahren wir durch das Vallée Guisane zum Col de Lautaret (2.057 m) – Tour de France Debüt 1950. Der Pass verbindet die Täler der Oisans und der Brianconnaise. Von hier sind es nochmals knappe 9 Kilometer bis zum Gipfel des Col du Galibier – Tour Debüt 1911.

Ereignisse: Und wieder hiess es Koffer packen, allerdings standen heute nur 55 Kilometer auf dem Programm. Pünktlich um 9.00 Uhr starteten alle Gruppen in Richtung Col du Galibier. Auf dem Lautaret waren Kurt und Ulli schon bereit, um Rolfs Gruppe zu empfangen. Matze und Achim rollten das Feld von hinten auf, so dass alle Gäste bestens betreut wurden.

Nordwestlich oberhalb des Lautaret befindet sich der 1899 errichtete Alpengarten „Station Alpin Joseph Fourier“. Der Lautaret gehört zu den Hautes-Alpes und bildet den Anschluss an die Regionen Isère und Savoyen.
Hier oben genossen alle den einzigen Halt bei strahlendem Sonnenschein. Cafés mit Blick auf den Gletscher luden zum Verweilen ein.
Nach ca. 9 Km erreichten wir dann den Gipfel des Col du Galibier. Mit 2645 m Scheitelhöhe ist es der fünfthöchste asphaltierte Alpenpass. Ein kleines Denkmal erinnert an den Gründer der Tour de France, Henri Desgrange. Hier auf dem Galibier wird auch der Sonderpreis „Souvenir Henri Desgrange“ ausgefahren. Landschaftlich atemberaubend ist auch der Blick vom Mont Blanc Massiv im Norden bis zum südlichsten Viertausender der Alpen, der Barre Écris.

Kurt und Ulli machten sich bereits frühzeitig auf, um über den Galibier und hinunter nach Valloire zu fahren. Im Hotel war soweit schon alles vorbereitet. Die Gruppe von Rolf konnte sogar schon die Zimmer beziehen. Rolf und Thomas Egger waren aber der Meinung, man sollte den Galibier auch von dieser Seite hochfahren – Gesagt, getan. Schnell eine Banane und ein Biberli gegessen und schon ging es wieder hinauf auf den Berg.
Allen anderen tat der ½ Ruhetag sehr gut, denn die nächsten zwei Etappen werden unseren Super-Euroridern nochmals alles abverlangen.
Hier in Valloire gibt es ein Freischwimmbad, man kann mit der Gondel auf den Berg hochfahren oder einfach die Stadt unsicher machen. Das war einmal etwas anderes als Velofahren.

Etappenziel: Valloire Einwohner ca. 2000 (2012), Département Savoie
Valloire rührt wahrscheinlich vom Vallée d’or (Tal des Goldes) her, dies muss aber nicht zwingend mit dem Edelmetall in Verbindung gebracht werden. Erwähnt wurde das Dorf bereits im 11. Jahrhundert. Valloire bildet mit der Nachbargemeinde Valmeinier das Skigebiet Galibier-Thabor. Auch im Sommer sind die Orte sehr gut besucht.

Noch einen super Tag und beste Grüsse aus Valloire
Euer SER Team


Mittwoch, 20.07.2016 – Valloire – Bourge-St. Maurice

Wetter: Sonnig, sehr heiss, bis 35° Celsius
Kilometer: 153 / Schnitt: 20-26 Km/h
Höhenmeter: 3600 Hm
Strecke: Von Valloire geht es heute über den Col du Télégraphe 1566 m (Tour-Debüt 1911) zum Col d’Iseran 2770 m (Tour-Debüt 1938). Von hier geht es nur noch bergab, vorbei an Val D’Isére und Barrage de Tignes. Ziel ist unser heutiger Etappenort Bourge-St.Maurice.

Wer immer noch nicht genug hat, der darf von dort noch zu unserem heutigen Etappenziel Les Arc 1800 radeln.

Der Col de Iseran ist mit 2764 m die höchstgelegene Passstrasse Europas, denn der Col de Bonette ist nur 2715 m hoch. Die Zusatzschleife auf 2802 m stellt keinen Passübergang dar.

Ereignisse: Um 7.00 Uhr standen alle zum Frühstück bereit. Die Speicher mussten schließlich gut gefüllt werden, denn der Col d’Iseran stand auf dem Programm. Kein leichtes Unterfangen bei dieser Hitze. Aber unsere Super-Eurorider sind ja mittlerweile an hohe Temperaturen gewohnt, denn wir hatten bisher, bis auf einen Tag, immer Temperaturen, die um die 30° Celsius lagen.

Anuschka, die ja die Tour in Valloire beendet hatte, verabschiedete noch alle mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Sie wird noch einige Tage in den französischen Alpen bleiben und mit ihrem Mann den einen oder andern Pass erklimmen.

Für den Rest der Truppe begann der Tag erst einmal harmlos. Col de Télégraphe – ist das überhaupt ein Pass? Ja ist es, aber nicht von Valloire aus. Schnell war die Abfahrt erledigt und es ging in Richtung Mondane und Landslebourg. Nach dem Col du Madeleine hatten Ulli und Kurt wieder ein lauschiges Plätzchen an einem kühlen Bergbach für den Lunch ausgesucht. Das kühle Nass des Baches landete kurzerhand in Matzes Waschbottich und schon gab es Kühlung für die Getränke und die leckeren Melonen.

Auch unsere Gäste suchten die Erfrischung und manch einer nahm mitsamt den Veloschuhen ein Fussbad. Nach dem Lunch wurde es ernst. Der Col d’Iseran stand uns noch bevor. 20 Kilometer bergauf, mit einer durchschnittlichen Steigung von 7,2%. Alle Gruppen erreichten den Gipfel und zwar mit dem Velo. Gut, die eine oder andere Abkühlung musste sein. Dafür waren dann die Begleitfahrzeuge zuständig.

Oben auf dem Pass wehte ein angenehmer, aber doch kühler Wind. Schnell noch ein Gruppenfoto und ab ging es in die 45 Kilometer lange Abfahrt. In Val d’Isere nahmen alle noch einen Kaffee, bevor es weiter ins Tal ging. Einige Tunnels mussten durchfahren werden, aber dank vormonierten Rücklichtern war das Gefahrenpotenzial sehr gering.

In Bourg-St. Maurice angekommen konnte man sich für den 16 Kilometer langen Anstieg nach Les Arcs 1800 entscheiden. Immerhin nochmals 1000 Höhenmeter, oder aber man fuhr mit der Bahn auf 1600 Meter Höhe und nahm die letzten Kilometer wieder mit dem Rad. Der grösste Teil unserer Gäste bevorzugte die Bahn und alle hatten eine riesigen Spass.

Unser Hotel, das Mercure Hotel in Les Arcs 1800 begrüsste uns Velofahrer sehr herzlich. Alle Gäste konnten von ihren Zimmern aus die herrliche Aussicht auf das Montblanc-Massiv geniessen und am Abend gab es zu guter Letzt ein leckeres Dinner.

Etappenziel: Bourge-St.Maurice Einwohner ca. 7700 (2012) Höhe 744-3823 m
Die Römer gründeten die Siedlung Bergintrum. Später hiess der Ort St. Maurice nach dem Heiligen St. Mauritius. Der Beiname Bourge kam erst im 15. Jahrhundert dazu.
Wirtschaftlichem Aufschwung erhielt der Ort ab 1960 durch den Bau der Skistation Les Arc. Man setzt voll auf den Tourismus, der im Sommer sowie im Winter viele Urlauber in die Region zieht.

Für morgen sind wir nun alle gut gerüstet. Der kleine und der grosse St. Bernhard stehen auf dem Programm und wir werden das erste Mal seit fast drei Wochen wieder Schweizer Boden unter die Räder nehmen.

Bis dann
Euer SER-Team

Donnerstag, 21.07.2016 – Les Arc 1800 (Bourge-St.Maurice) – Martigny

Wetter: Erst bewölkt, dann sonnig und wieder sehr warm bis zu 30° Celsius
Kilometer: 178 / Schnitt: 20-26 km/h
Höhenmeter: 3292 Hm

Strecke: Die heutige Etappe geht nochmals ans Eingemachte. Eine lange Etappe mit einigen Höhenmetern führt uns von Les Arcs 1800 hinunter ins Tal nach Seéz und hinauf zum Kleinen St. Bernhard 2’188 m ü. M. (Tour de France Debüt 1949)
Über Prè-Saint-Didier gelangen wir durch das Aostatal zum Grossen St. Bernhard (2’469 m ü. M.). Noch die lange Abfahrt hinunter ins Tal und einige flache Kilometer und wir erreichen Martiginy in der Schweiz.

Ereignisse:
Nach einer sehr ruhigen und frischen Nacht machten wir uns heute schon recht früh bereit unsere lange Etappe in die Schweiz zu starten. Martin Büsser, unser Gentleman-Velofahrer, hatte sich heute ganz speziell gestylt. Einen feinen Zwirn hatte er angezogen. Es fehlten nur noch die Lackschuhe, die er aber aus Platzmangel leider Zuhause lassen musste.
Heute ging es erst einmal bergab. Von unserem Hotel mit dem traumhaften Blick auf das Montblanc Massif fuhren alle hinunter nach Bourg-St.Maurice. Hinter Séez begann der Anstieg zum Kleinen St. Bernhard. In La Rosiere, einer kleinen Ortschaft 7 km vor dem Pass, nahmen alle einen Kaffee. Unterwegs trafen unsere Eurorider auf eine Gruppe Schweizer, die mit dem „Club der Fernfahrer“ die Schweiz umrundeten. Man glaubte es kaum; Johann, Roli und Jeanette trafen doch tatsächlich alte Bekannte von diversen Touren, die sie mit Gusti Zollinger unternommen hatten. Die Freude war riesengross und man schwelgte kurz in Erinnerungen, bevor es zur Passhöhe ging.
Der Pass in den Grajischen Alpen verbindet das Iséretal im Département Savoyen mit dem Aostatal in Italien. Erbaut wurde die Passstraße von Napoleon dem III.
Die Tour de France war hier übrigens auch schon 4-mal zu Gast.

Nach der langen und kurvigen Abfahrt hinunter ins Aostatal, waren die Roller unter den Velofahrern gefragt. Mit ordentlich Geschwindigkeit fuhren alle Gruppen in Richtung Aosta. Hier begann der Anstieg zum Grossen St. Bernhard. Nochmals eine Herausforderung an alle, die sie wie nicht anders zu erwarten, mit Bravour meisterten. Chappeau!!!!
Der Grosse St. Bernhard ist ein Pass in den Walliser Alpen und bildet die Grenze zwischen Italien und der Schweiz. Hier gründete Bernhard von Aosta um 1050 das Hospiz auf der Passhöhe. Bekannt wurde dieses auch durch die Züchtung der Hunderasse Bernhardiner, die als Rettungshunde eingesetzt wurden.
Morgen fahren wir durch das Rhonetal in Richtung Obergesteln, unser Etappenziel am Freitag.

Etappenziel: Martigny (CH) Einwohner ca. 16’000 (2008)
Die Kleinstadt Martigny, die auf eine über 2’000jährige Geschichte zurückblicken kann, liegt am Rhoneknie im Unterwallis und ist der Knotenpunkt der Passstraßen über den Simplon, den Grossen St. Bernhard und den Forclaz. Martigny ist bekannt für seine gute Gastronomie. Kunststück, wenn man hier die vielen Rebberge und Obstplantagen sieht.
Auch der Wintersportler kommt hier auf seine Kosten. In unmittelbarer Nähe befinden sich die Skigebiete 4Vallées, Porest-du-Soleil und Ovionnaz.
Der Sommerurlauber findet gute Wandermöglichkeiten, die Trienter Schlucht und, und…
Der Mont Blanc Express, ein Schmalspurzug bringt die Touristen in 1½ Stunden nach Chamonix.
Ein weiteres Highlight ist das Labyrinth von Evionnaz. Es ist das größte Labyrinth der Welt und wurde aus über 18’000 Thujabüschen errichtet.

Bis dann
Euer SER-Team

Freitag, 22.07.2016 – Martigny – Obergesteln

Wetter: Am Morgen Gewitter und Regen, dann trocken angenehme Temperaturen
Kilometer: 120 Km
Höhenmeter: 1600 Hm

Strecke: Von Martigny führt unsere Strecke entlang der Rhône immer Richtung Nordosten. Über Sion, Sierre und Brigg erreichen wir das Gomstal. Kurz bevor es wieder in die Berge geht, haben wir unser heutiges Ziel Obergesteln erreicht

Ereignisse: Pünktlich zu unserem Start fing es an zu regnen. Erst ein wenig, aber man sah förmlich die Gewitterfront kommen. Als das Gewitter vorbei war, zogen sich unsere Eurorider regentaugliche Velokleider an und Achim gab das Startzeichen zur 17. Etappe. Wir durchfuhren das wichtigste Weinanbaugebiet der Schweiz. Vor allem der Fendant, ein Weisswein aus dieser Region, ist sehr bekannt. Die Rebberge und Felder werden mit sogenannten „Suonen“ (franz. Bisses) bewässert. Diese Kanäle wurden in die Bergflanken gehauen. Eine Wanderung entlang dieser Kanäle ist eine Besonderheit des Wallis.

Immer weiter ging es Richtung Nordosten zur Quelle der Rhône. Lucis Gruppe machte in Susten einen ganz besonderen Mittagshalt. Ernst, der hier zuhause ist, lud Gruppe Luci zum Grillieren in seinen Garten ein. Pünktlich zum feinen Mittagsmal schien auch wieder die Sonne.

Gruppe Rolf machte in Brig einen kurzen Kaffeehalt und dann…eigentlich dachten wir alle, er würde mit seiner Gruppe noch einen Pass fahren, aber heute beliess er es bei der normalen Strecke.

Albert führte seine Leute ohne Garmin zum Hotel in Obergesteln, denn hier im Obergoms ist er ja schliesslich zuhause. Vorher aber begrüsste Louise, seine Ehefrau, ihn und seine Mannschaft. Nach dem Begrüssungsbussi gab es auch noch etwas zu essen und zu trinken. Im Hotel angekommen konnten alle noch den Spa-Bereich geniessen, bevor es um 19.00 Uhr ein leckeres italienisches Büffet gab.

Etappenort: Obergesteln (Walliser Deutsch Obergeschle) war bis Ende 2008 eine selbständige Gemeinde. Ab 2009 wurde aus Obergesteln, Ullrichen und Goms die neue Gemeinde Obergoms. Das Dorf Obergesteln wurde mehrmals von Naturereignissen und Feuerbrünsten heimgesucht, aber immer wieder aufgebaut. In Obergesteln steht wahrscheinlich der wohl älteste Baum der Schweiz, eine Lärche, die mit 7.40m Umfang und einer Höhe von ca. 20 Metern sehr imposant erscheint.

Bis morgen
Euer SER-Team

Samstag, 23.07.2016 – Obergesteln – Grindelwald

Wetter: Bewölkt und etwas frisch, um die 20°Celsius
Kilometer: 72 Km
Schnitt: 21-27 km/h
Höhenmeter: 2300 Hm

Strecke: Von Obergesteln führt uns der Weg nach Gletsch und von dort aus den Grimselpass hinauf. Nach der Abfahrt fahren wir durch Innerkirchen in Richtung Meiringen. Kurz vor Meiringen beginnt der Aufstieg zur Grossen Scheidegg. Über das Rosenlauital zur Schwarzwaldalp. Dort beginnt der letzte steile Restweg hinauf zur Grossen Scheidegg 1962 m. Nach einer spektakulären Abfahrt erreichen wir unser heutiges Etappenziel Grindelwald.

Ereignisse: Völlig entspannt starteten wir heute alle um 9.00 Uhr. Die gute Bergluft hatte uns eine wohlverdiente Nachtruhe beschert und so konnten die Supereurorider den letzten zwei Herausforderungen der Tour entgegenfahren. Ein 5 Kilometer langer Anstieg hinauf nach Gletsch ließ die Beinmuskulatur schnell warm werden. Von weitem sah man die Serpentinen des Grimsels schon. Die einzelnen Gruppen flogen förmlich hinauf auf die Passhöhe, wo sich dann auch niemand lange aufhielt, da man der Wetterlage einfach nicht traute.
Nach einer superschnellen Abfahrt hinunter nach Innerkirchen genehmigten sich unsere Gäste einen Kaffeehalt. Bei Nussgipfeln und Kaffee besprach man die Taktik für den heutigen Anstieg zur Grossen Scheidegg.
Patrick Bleuer, der Chef des Hotel Hirschen (unser Etappenhotel) in Grindelwald, hatte vorsorglich die Aussnahmegenhemigung für unser Fahrzeug bei der Gemeinde bestellt und auch den Postbusbetrieb freundlich darauf hingewiesen, dass unsere Radsportgruppe am Vormittag die Grosse Scheidegg überqueren wird. Vielen Dank dafür Patrick, die Rücksicht der Fahrer war grandios.

Harald aus Deutschland meinte nach seiner Ankunft im Hotel: „So einen steilen Anstieg bin ich noch nie gefahren“. Für alle unsere Gäste ein krönender Abschluss unserer Tour durch Spanien, Frankreich, Italien und die Schweiz, denn die morgige letzte Etappe wird nach so viel gefahrenen Höhenmetern von allen eher als Flachetappe eingestuft werden.

Im Hotel Hirschen hatte man schon die Bierbänke aufgestellt und ein kleines Zvieri vorbereitet. Alle liessen sich den herzhaften Zopf und den Kuchen munden.

Etappenziel: Grindelwald, ca. 3770 Einwohner (2013) und 1.034 m.ü.M.
Der Name Grindelwald ist ursprünglich ein Flurname und setzt sich aus dem althochdeutschen Worten Grintli (Riegel, Sperre) und Walt (Wald) zusammen.
Für den Ort, der hauptsächlich vom Tourismus lebt, ist natürlich die traumhafte 4000er Bergkulisse von Eiger, Mönch, Jungfrau, Wetterhorn und Schreckhorn die Sehenswürdigkeit schlechthin. Aber auch das Heimatmuseum, die Kirche und das alte Pfarrhaus aus dem 16. Jahrhundert sind immer einen Besuch wert.
Im Sommer ist Grindelwald ein absolutes Wanderparadies. Man kann im Tal wandern oder eben auch hochalpine Wanderungen unternehmen. Alternativ kann man natürlich auch die 4000er Berge erklettern. Im Winter steht dem Grindelwald Urlauber mit der Jungfrau Skiregion ca. 230 Kilometer Skipiste zur Verfügung.
Von der Kleinen Scheidegg führt die Jungfraubahn hinauf zum Jungfraujoch.

Bis morgen dann zum grossen Finale
Euer SER-Team


Sonntag 24.07.2016, Grindelwald – Zug

Wetter: Sonnig bis zu 25°Celsius
Kilometer: 120
Schnitt: 22-28 km/h
Höhenmeter: 1540

Strecke: Die letzte Etappe führt uns von Grindelwald talabwärts nach Interlaken. Von dort fahren wir am Brienzer See entlang und nehmen den letzten kleinen Pass unserer Tour, den Brünigpass. Von dort geht es weiter nach Sarnen. Über Horw fahren wir mitten durch Luzern. Nun geht es immer schön am Vierwaldstättersee entlang. Nun noch in Richtung Küssnacht und dann ist es geschafft. Wir erreichen unser Ziel, die Limi-Hütte bei Hünenberg. Hier werden unsere Eurorider mit Musik empfangen.

Ereignisse: Noch ein kleiner Nachtrag zum gestrigen Abend; unser Gastgeber Patrick Bleuer, Chef des Hotel Hirschen in Grindelwald, hatte uns ja schon bei unserer Ankunft herzlich empfangen. Nun gab es am Abend auch noch ein spezielles Nudelgericht nach Schweizer Rezept die „Älpler Magronen“ vom Chef selbst zubereitet. Unsere Velofahrer waren begeistert. Nach unserem letzten gemeinsamen Abendessen liess Achim unsere dreiwöchige Reise nochmals Revuepassieren. Auch die Bilder der zweiten und dritten Woche machten uns allen klar was unsere Gäste geleistet hatten. Untermalt wurde dies durch ein Musikduo, das kurzfristig noch von Moni und Patrick engagiert wurde.
Rolf verabschiedete schon einmal seine Mannen auf altbekannte Art. Jeder bekam sein „Fett“ weg und zwar in Reimform. Danach griff er doch tatsächlich noch zur Gitarre und spielte mit den anderen Musikern bekannte rockige Alpenlieder. Kurz vor Mitternacht war die Party schliesslich vorbei, denn es stand ja noch eine Etappe an.
Pünktlich um 9.00 Uhr startete Albert, Luci 15 Minuten später und ganz zum Schluss Rolf.
Er hatte nicht verschlafen, nein die schnellen Jungs mussten etwas gebändigt werden, denn alle sollten sich kurz vor Hünenberg treffen, um im Gruppetto einzufahren. Das Wetter liess uns auch nicht im Stich und so wurden die letzten Kilometer in Richtung Luzern zur Tour d’Honneur. Unterwegs traf man auch schon auf Zollinger Gäste. Thomas Sprenger kam den Gruppen von Sarnen aus entgegen und auch Roland Schnyder liess es sich nicht nehmen den Euroride-Zug auf den letzten Kilometern zu begleiten.

Um 14.30 Uhr war es endlich soweit: 29 Velofahrer wurden mit tosendem Applaus und Musik auf der Limi Hütte empfangen. Ehefrauen- und Männer, Freunde und Verwandte waren zahlreich erschienen, um die Eurorider gebührend zu feiern.

Bruno Schulze, Chef von Zollingerradsportreisen, würdigte die Leistung unserer doch jetzt etwas müden Jungs und Mädels. Jede/r bekam eine Urkunde und natürlich das Finisher-Trikot überreicht. Für unsere wirklich starken Frauen, Jeanette, Katharina und Carla gab es auch noch einen Blumenstrauss dazu. Die beiden anderen Powerfrauen Andrea und Anuschka, hatten uns in Nizza, bzw. Anuschka in Valloire verlassen, einfach weil die Arbeit wieder rief. Von dieser Stelle aus nochmals vielen Dank für Eure Teilnahme an dieser doch ungewöhnlichen Fernfahrt.

Zum Schluss möchte sich das Team, das die Eurorider drei Wochen lang begleiten durfte, nochmals bei allen bedanken. Es war eine schöne Zeit mit Euch. Uns hat es riesig Spass gemacht diese Tour begleiten zu dürfen.

Zielort: Zug, Kanton Zug (CH) Einwohner ca. 27’300 Einwohner (2012)

Zug liegt am Zugersee 425 m ü M. und ist 23 Kilometer von Zürich entfernt. Berühmt sind wohl die Zuger Chriesi (Zuger Kirschen), die zu einem feinen Kirschschnapps und natürlich zu der berühmten Zuger Kirschtorte verarbeitet werden. Sehenswürdigkeiten in der Altstadt sind der Zytturm, das Wahrzeichen von Zug und natürlich das spätgotische Rathaus mit seinen Treppengiebeln. Das Erdgeschoss diente früher als Markthalle.
Die Umgebung von Zug lädt natürlich auch zum Verweilen ein. Hier kann man tolle Wander- und Radtouren machen.

Ade, adieu, tschüss und ciao sagen
Albert, Luci, Matze, Rolf, Kurt, Achim und Ulli

PS: last but not least auch ein grosses Dankeschön an die guten Feen im Zollinger Backoffice für all die wochenlange Arbeit im Hintergrund. Suche und Reservation von Hotels, Restaurants, Flugbuchungen, Gestaltung/Einkauf der Tricots und Finishershirts, Finisherdiplome, Organisation Schlussparty…..