Old Boys on Tour – Etappe 3

Old Boys on Tour: Etappe 3 2017 – St. Margrethen-Chur-Bellinzona

Am Donnerstagabend 24.08.17 wurden die Gäste im Raum Widnau erwartet. Das Zollinger Team war schon am Nachmittag vor Ort und hatte so genügend Zeit, alles für die Teilnehmer der Tour vorzubereiten.

Die ersten Gäste – zwei Teilnehmer angereist aus Deutschland (sorry Günther: Bayern), waren schon vor Ort und hatten ihr Gepäck ausgebreitet. Auf einmal ging es dann Schlag auf Schlag und die restlichen Teilnehmer stürmten von allen Seiten auf das Hotel Pauls zu.

Die Fahrradwerkstatt von Stefan Mathis hatte bereits schon wieder Hochbetrieb, da die ersten Radfahrer rasch merkten, dass halt doch nicht alles an ihrem persönlichen Rad in Ordnung war.

Vor dem Hoteleingang wurden zur gleichen Zeit die nötigen Daten entgegengenommen und das ÜBERLEBENSWICHTE Material abgegeben. Eine neue Trinkflasche und ein wunderschönes grünes Old Boys Polo-Shirt.

Nun war der Weg frei für den Zimmerbezug. Kurz vor 18:00 Uhr wurde zum ersten Mal das Wort Apéro in die Menge gerufen. Ab nun wurde es schwer, die Meute noch zu bändigen….. aber Geduld war angesagt, denn es fehlte noch ein Gast. Aber kurze Zeit später traf Marcel (Läckerli) bei uns ein und konnte gerade noch diejenigen begrüssen, die in das erste Fahrzeug verschwanden, das in Richtung Marbach ins Schloss Weinstein fuhr. Marcel meinte dann nur, nachdem er die für Radfahrer kleine Trinkflasche von 0.5l in der Hand hielt: «Müssen wir in diesem Jahr eine Urinprobe abgeben?»

Nach einem gelungen Apéro mit viel Gelächter und einem feinen Nachtessen mit Dessert gönnten sich viele noch ein kleines «Verriesserli», da die Grössen und Formen der verschiedenen Cognac-Flaschen die Radfahrerherzen höher schlagen liess.

Am Freitag, 25.08.17 wurden ab 06:30 im Frühstückssaal die ersten Geräusche wahrgenommen und es kam dann sehr schnell Leben in das Hotel.

Günther aus Bayern stand am Buffet in voller Radbekleidung mit leuchtend rotem Stirnband und strotze vor Energie. Da rief Uschi ganz entzückt: „schaut, ein Kung-Fu Panda“.

Das Aufladen der Räder für den kurzen Transfer an den Startpunkt wurde zeitgenau eingehalten, da alle fleissig mithalfen. Die Startzeit war auf 10.00 Uhr angesagt und wir hatten nun noch 45 Minuten Zeit, um alles zu richten – oder in Militärsprache – marschbereit zu machen.

In der Zwischenzeit durften wir auch noch zwei weitere Gäste begrüssen und ausrüsten – Klaus und Patrick. Durch Klaus und unsere Zwillinge Simon und Christoph entstand nun die magische Zahl 41 (Altersunterschied), die uns aufzeigte wie beliebt das Militärrad doch in allen Altersstufen noch immer ist.

Nun durften wir den Startschuss erteilen, nachdem Bruno sauber und korrekt das «Marschbereit» meldete. Das war dann aber auch das Einzige was wir von ihm und seiner Gruppe über längere Zeit noch hörten.

Die ersten Pedal-Umdrehungen brachten nun den ersehnten Fahrtwind bei herrlichstem Wetter. Die Sonne hatte sich schon wieder hoch am Himmel positioniert.

Die Gruppe Mäge rauschte ebenfalls mit einer konstanten Geschwindigkeit dem ersten Kaffeehalt entgegen, den wir auf liechtensteinischem Boden in Schaan bei Km 37 einplanten. Die Fahrer Nadja, Dani und Stefan und auch die Gruppe Mäge hatten eine sehr erholsame Pause bis zum Eintreffen von Bruno, der in der Pause bereits über 50 Km auf dem Tacho hatte und mit seiner Gruppe sogar kurz österreichischen Boden befuhr.

Nach einer kurzen Erfrischung für Gruppe Bruno mussten wir Zeit aufholen, um pünktlich zum Mittagessen einzutreffen und erhöhten das Tempo leicht. Auf dem Damm konnten wir Zeit gut machen und fuhren auf den langen Geraden in Zweierkolonnen mit einem 36er Schnitt in Richtung Chur!! In Fläsch, Höhe Bad Ragaz, wechselten wir wieder auf die linke Rheinseite und fuhren nun Richtung Maienfeld hoch nach Jenins, wo wir in 3.5 km noch schnell 150 Hm überwanden bei glühender Hitze.

Das Mittagessen im Alten Torkel in Jenins, mit seiner super Aussicht über das Rheintal, liess uns wieder zu Kräften kommen, um dann die letzten 25 km nach Chur noch zu meistern.

In Chur angekommen hatte Stefan Mathis bereits wieder seine ganze Werkstatt aufgebaut um nun alle Räder auf den 22er Ritzel umzubauen. Die drei Musketiere aus Fulenbach (Simon, Christoph, Roland) zeigten uns, dass Sie nicht nur stark auf dem Rad sind, sondern auch flinke Mechanikerhände besitzen und fast an das Tempo des Meisters Mathis herankamen.

Dank dem Einsatz der Fulenbacher konnten wir alle pünktlich im Restaurant Calanda das wohlverdiente Abendessen verzehren.

Das Programm vom nächsten Tag war ja bekannt bezüglich Abfahrzeit und Höhenmeter. Doch wurden spätabends trotzdem noch diverse Teilnehmer in verschiedenen Bars gesichtet.

Am Samstagmorgen um 06:00 Uhr waren schon fast alle Teilnehmer mit frühstücken beschäftigt, um sicher gestärkt um 07.00 Uhr am Start zu stehen. Dank der fleissigen Helfer Nadja, Dani und Stefan (unseren Fahrern), konnte dann auch der Startschuss erfolgreich in den zweiten Teil erfolgen.

In den Gesichtern einzelner konnte man nun eine gewisse Anspannung ausmachen. Auf dem Programm stand ja klar angegeben 105 km mit 1350 Höhenmetern. Das Einfahren nach Thusis (km 26) war mehr oder weniger gemütlich. In Thusis angekommen wurden noch einmal die Räder überprüft, die eigenen Bedürfnisse erledigt und die letzten Kaffees mit Nussgipfel vertilgt. Nun war aber schon die leichte Anspannung spürbar. Nun endlich der Startschuss!

Mäge führte die ganze Gruppe in den Einstieg der Viamala und fuhr wie ein «pace car» vorne weg. Als er den heissen Atem von Thomas und den Gaugler Brüdern im Nacken spürte, entschied er sich für das Fotografieren der Teilnehmer und fuhr vorne auf die Seite.

Der erste Teil fuhr bis in das 11 km entfernte Andeer, wo wir nach bereits einer Stunde vollzählig auf die Fahrzeuge verladen konnten, um Richtung zweiten Teil nach Splügen zu verschieben. Nun waren die letzten Zweifel der Machbarkeit bei allen verflogen.

In Splügen wurde ein erneutes «Marschbereit» durchgespielt und wir fuhren nun guten Mutes dem Dorf Hinterrhein entgegen, wo es noch einmal einen kurzen Halt gab. Die letzten Bananen, Riegel und Wasserrationen wurden verteilt und die Blicke aller gleiteten über den letzten Teil hinauf zum Pass. Ab da nun wurde die Fahrt wieder frei gegeben. Schnell einmal wurden die ersten Positionen bezogen, gehalten und verteidigt. Nun war es spannend, welche Gesichter auf dem Pass in welcher Reihenfolge erscheinen. Es waren fast ausschliesslich die Herren aus der Gruppe von Mäge. Doch hat auch Norma wieder einmal bewiesen, dass da einiges machbar ist mit Kopfarbeit und hat diese Gruppe kräftig aufgemischt. Einen riesen Applaus auch an unserem Klaus, der mit seine 70 Jahren die ganzen Höhenmeter mitgefahren ist und auf dem Pass sehr erholt aussah!

Für Stefan und seine Musketiere (d`Fulebacher) wurde es nichts mit Ausruhen auf dem Pass, da Mäge wieder alle Räder umbauen liess. 22er Ritzel weg und Original wieder drauf und das Wichtigste nun, die Bremsen zu kontrollieren!!! Nach dem Mittagessen im Ospizo wurde noch das gemeinsame Pass-Foto gemacht, um all die erleichterten Gesichter auf dem Foto festzuhalten. An dieser Stelle noch vielen Dank an Bruno, Firma Zollinger, für die gesponserten Getränke beim Mittagessen. Bevor wir uns nun in die Tiefe stürzen durften, gab es noch eine kurze Theorie von Stefan bezüglich Bremsen mit den Militärrädern und den Folgen bei nicht sachgemässem Handling.

Jetzt kamen 25 km voller Kribbeln bei den unzähligen Kurven, die uns in die Tiefe führten. Selbst Motorradfahrer mussten staunen. Und beim Zurückschauen als Guide hatte man plötzlich andere Gesichter am Hinterrad – solche, die im Aufstieg immer dezent den Schluss machten.

In einer Grotte bei Losatallo, 20 km vor dem Ziel, machten wir noch den letzten Halt um uns von der Abfahrt zu erholen und so langsam mussten wir uns mit dem Gedanken des Abschiedes vertraut machen. Der Rest war noch Fleissarbeit und wurde mit Bravour von allen gemeistert. Auf dem Camping Bellinzona wurden wir sogar von Angehörigen begeistert empfangen und nach dem Duschen, Wurst essen und Verladen wurde dann irgendwann um 19:15 Uhr das Old Boys on Tour 2017 leider wieder aufgelöst.

Wir möchten uns ganz herzlich bei euch allen bedanken für die Freude, Lebenslust und den Humor, den Ihr mitbringt und diesen Anlass jedes Jahr zu einem Highlight macht.

Es grüsst euch die Zollinger Old Boys Crew 2017