Old Boys on Tour 2019

22. – 24. August 2019: Etappe 5 – Von Lugano TI nach Brig VS

Die Old Boys und Young Girls sind sich am Einfahren!

Mit ca. 700 gefahrenen Kilometern seit dem Start in Romont im Jahr 2015 werden die OLD BOYS heute in Lugano starten. Seit der 1. Etappe ist unsere Tour de Suisse auf Militärrädern ein Highlight, bei welchem immer Geselligkeit und Genuss im Vordergrund stehen.

Bei schönstem Wetter sind 20 begeisterte Militärradfahrer mit uns auf der 5. Etappe von Lugano nach Brig unterwegs. Das schöne, warme Wetter gehört zum Programm. Auch Petrus scheint ein Militärrad-Fan zu sein und ist uns stets gut gesinnt.

Seien Sie gespannt auf ihre Erlebnisse, die wir mit Ihnen teilen werden..

Nach dem Eintreffen aller Gäste in unserem Hotel Delfino in Lugano Paradiso wurde nach kurzem Zimmerbezug und Umbauen der letzten Räder auf ein 22iger Ritzel der gemütliche Teil eingeläutet.

Der Sammelpunkt vor der Abfahrt in das nahegelegene Grotto Figini war der Poolbereich im Hotel. Alle trafen sich da zum ersten erfrischenden Getränk und tauschten das Erlebte vom letzten Jahr untereinander aus! Das Nachtessen im Grotto wurde mit einem ausgiebigen Apéro

Gestartet. Mäge nutzte diese Zeit, die Teilnehmenden vor dem langersehnten Essen über die  bevorstehenden Tage aufzuklären. Die hervorragende Stimmung, das feine Essen und die sehr guten Weine – übrigens jeweis super ausgelesen von Norma – liessen die Zeit doppelt so schnell vorbeigehen. Im Hotel waren zu später Stunde komische Geräusche an der Bar zu hören – nur weiss niemand mehr so recht, was da war!

07.00 Uhr am Freitagmorgen war schon recht Betrieb im Frühstücksraum und die meisten wollten ganz schnell möglichst gesund Frühstücken! Den meisten wurde wohl erst jetzt so richtig bewusst, was am Vorabend über die Strecke erzählt wurde: 89Km, kurze aber heftige Steigung vor dem Monte Ceneri, Cadenazzo, Magadino Ebene, Locarno, Intragna, verschieden Steigungen im Centovalli und Abfahrt nach Domodossola.

08.30 Uhr wurde oberhalb von Lugano in Massagno gestartet und gemütlich in Richtung Norden pedalt. Bereits auf dem Monte Ceneri, nach erster kurzer Steigung, wurde ein Kaffeehalt eingebaut, damit wir die Bergsprinter wieder in ihre ursprünglichen Gruppen einteilen konnten. Bruno entschied, nun endlich das erste gemeinsame Gruppenbild zu machen – alle Gäste und speziell die Fulenbacher Rennabteilung hatten inzwischen nämlich eine vernünftige Farbe im Gesicht. Die restlichen Kilometer bis nach Locarno – dem letzten Halt vor dem Centovalli –  wurden gemütlich abgestrampelt. Schliesslich galt es, die Kräfte für den unbekannten Rest einzuteilen. Der Halt in Locarno wurde auch fehlerlos über die Bühne gebracht! Man stärkte sich mit Bananen und Knoppers, die Nadja und Dani allen verteilten. Standen da nicht noch irgendwo zwei leere Stangengläser herum?

Der Einstieg ins Centovalli führte wohl oder übel über Intragna, wo eine rechte Mauer HM überwunden werden musste. Dann war der Weg frei für den Rest. Recht geschlossen und zielstrebig war die Gruppe von Mäge unterwegs zum Mittagshalt in Re. Dorthin brauchten sie für die 32 km ab Locarno nicht ganz 1.5 h. Von entgegenkommenden Rennradfahren wurden wir recht bestaunt, als diese unsere Reisegeschwindigkeit mit ihrer Geschwindigkeit auf den stählernen Voll Carbon Räder verglichen. Alle haben diese Strecken wirklich mit Bravour gemeistert, auch unser Radmech Stefan Mathis, der unterwegs seinen Bus mit dem Rad von Bruno tauschte, um auch mal kurz einen Geschwindigkeitsrausch erleben zu können. Nach dem ausgiebigen Mittagshalt schwangen wir uns wieder auf die Räder und wurden nun von dunkeln Gewitterwolken gejagt. Die Reisegeschwindigkeit blieb recht hoch, zumal wir alle trocken nach Domodossola gelangen und speziell die letzte Abfahrt auf trockener Strasse geniessen wollten! Ich vermute, dass man in einem der Tunnels noch immer den Gummigeruch unseren Vorderbremsen wahrnehmen kann?!

Nach Zimmerbezug und Dusche traf man sich zum verdienten Apéro in einem netten Restaurant. Mäge freute sich am meisten über die Tatsache, dass ALLE nach und nach erschienen, um über Erlebtes zu berichten und ausgiebig zu lachen. Nach dem feinen Nachtessen war im Hotel beängstigend schnell Ruhe eingekehrt, warum wohl? Aha, der Simplonpass steht ja nun an!

Das Frühstück wurde wierum ab 07.00 Uhr eröffnet und auch der Start in den Samstag war wieder auf 08.30 Uhr angesagt. Die Streckenführung musste nicht gross erläutert werden, gibt es doch nur eine Möglichkeit, auf der Strasse nach Brig zu gelangen.

Ab Simplon Dorf eröffnete sich für uns eine Alternative. Wir verliessen Domodossola über eine Schlaufe in Richtung Cervodossola, wo uns bereits eine erste Steigung von einem 1 Km Länge erwartete. In Domodossola wurde uns übrigens zuerst noch einiges an Fahrkunst abverlangt, da unsere Strecke durch einen grossen Markt führte, wo es zu dieser Zeit Gott sei Dank noch nicht so viele Leute gab. Trotz der nur 57 zu fahrenden Kilometern war die Einhaltung des Zeitplans am heutigen Tag unsere grösste Herausforderung. Wir kämpften uns alle tapfer dem Zwischenziel entgegen durch vielen Kurven und kleinen Steigungen bei Varzo und Iselle, dem italienischen Zoll. Bruno musste seine ganzen Führungsfähigkeiten auf einzelne Teilnehmer beschränken, damit diese den Anschluss nicht verloren. Mäge machte vorne das Tempo, während Roli mitgeholfen hat, die zweite Gruppe zu führen. Es sei gerne mal wieder am Rande bemerkt: der älteste Teilnehmer war 71 und der Jüngste 29 Jahre alt, aber wir sind halt fast eine Familie.

In Gondo haben wir Räder und Mannschaft für einen Transport nach Simplon Dorf verladen, um sicherheitstechnisch keine Risiken einzugehen, gibt es doch auf dieser Teilstrecke sehr viele und enge Passagen mit Tunnels. An dieser Stelle gebührt ein herzliches Dankeschön unseren Fahrern Dani und Nadja. Mit einer unglaublichen Sicherheit und Gelassenheit machen und beherrschen sie ihren Job. Ihr seid super!

In Simplon Dorf gab es einen kurzen Besinnungshalt bei feinem Kaffee. Es galt nun für jeden einzelnen, sich zu entscheiden, ob er von hier weiterfährt oder sich noch ein Stück aufwärts transportieren lässt. Vom Spittel bis zum Pass wollten alle fahren, was keine Überraschung war, zumal die kleine Bergstrasse auf der linken Talseite ein Traum ist zu befahren!

11.30 Uhr ging es auf der erwähnten schmalen Militärstrasse los in Richtung Pass. Hier konnte sicher jeder noch einmal wirklich austoben, ohne jemanden zu stören – in jeder Hinsicht. Im Spittel, 150 Hm unterhalb der Passhöhe, legten wir nochmals eine Verschnaufpause ein und gönnten uns etwas zwischen die Zähne. Welch’ Erleichterung, als wir zufrieden den Pass erreichten und uns auf dem Parkplatz stolz umarmten und gratulierten und uns über dieses weitere unvergessliche Erlebnis freuten. Bruno und Mäge haben entschieden, dass wir sodann weiterfahren, um uns nicht zu erkälten. Trotz schönem Wetter blies ein netter Wind. Doch Lukas, unser Jüngster, verzögerte das Weiterfahren mit einer von ihm aufgegebenen Bestellung mit den Worten: «Hei Giele, jetzt hani 10 Stange bstellt ond die suufe mer jetzt no – tüend jetzt ned gränne!!» Dies war eine kurze Übung und man konnte dann sogleich starten.

Mäge wurde kurz nervös, da die einheimischen Gäste, welche er als Überraschung eingeplant hatte, noch nicht auf dem Gipfel aufgetaucht waren. Doch kurz bevor wir uns in die Abfahrt stürzen wollten, kamen uns auf der Gegenseite zwei sportliche Herren im Kanada-Dress und auf dem Rennvelo entgegen: Unser Albert Stadlin und Rinaldo Andermatten 😊. Sie gliederten sich sogleich in Mäges Gruppe ein und schossen mit uns wieder talwärts. Sie führten uns über die alte Bergstrasse nach Brig. In der Iischi Arena feierten wir unsere Zieleinfahrt. Diese zwei Koryphäen dürfen wir am nächstjährigen Start zur Etappe 6 sicherlich wieder begrüssen. Nach langem Gratulieren und ausgiebigem Duschen konnten wir gemeinsam bei einem feinen Essen ab 15.00 Uhr noch einmal alles Revue passieren lassen; keiner wollte so wirklich abreisen. Unser eingespieltes Team ist inzwischen wie eine Familie zusammengeschweisst. Dennoch sind neue Militärrad-Fans auch im nächsten Jahr herzlich willkommen.

Ihr alle, liebe Leserinnen und Leser, könnt auf den schönen Bildern an den vielen fröhlichen Gesichtern erkennen, dass es unheimlich Spass macht, mit den Old Boys on Tour bzw. unterwegs zu sein! Einer für alle, alle für einen!!!

In diesem Sinne grüsst euch die Zollinger Old Boys-Crew 2019, Dani, Nadja, Nadine, Bruno & Mäge