Old Boys on Tour 2018

23. – 25. August 2018: Etappe 4 – Von Bellinzona nach Lugano

Das Wetter war uns wieder bestens gesinnt und wir vermuten, dass irgendwo in der Organisation «Petrus» Abteilung Old Boys on Tour, ein wirklicher Radfahrer-Fan sitzt. Donnerstagabend leicht bewölkt bis Freitagmorgen, dann Übergang zu sonnigem und schönem, warmen Wetter! Eine angenehme Freitagnacht zum draussen sitzen und am Samstag ein Start mit Sonne, die dann aber ab Mittag über Lugano den stark anschwellenden dunklen Wolken Platz machen musste. Bei einem kurzen und heftigen Gewitter wurde die ganze Sache über Lugano entleert und das Beste war… Die Old Boys on Tour-Teilnehmer waren bereits im Lido di Lugano am Ziel und in Sicherheit.

Mit grosser Vorfreude hat die Zollinger Radsportreisen-Crew die Teilnehmer-/innen am Bahnhof Bellinzona begrüsst und per Shuttle-Dienst von Nadja und Dani ins nahe Hotel Bellinzona Sud gebracht. Bei jeder Bustür die nun auf ging, sah man wieder bekannte Gesichter die erwartungsvoll in die Runde blickten um auszumachen wer sonst noch da sein könnte. Auch unsere treuen Gäste aus Deutschland, der Günther aus Bayern mit einem Anfahrweg von 450 Km und der Ralf aus Düsseldorf mit satten 760 Anreisekilometern, waren bereits früh eingetroffen und bauten ihre Räder zusammen. Nach kurzen und klaren Anweisungen von Philipp wurden die Zimmer bezogen und schon kurze Zeit später traf man sich in der Hotel-Lobby um danach gemeinsam ins schmucke Schlossrestaurant hoch oberhalb Bellinzona zu gelangen.

Bei Abenddämmerung, nach einem feinem Apèro mit einer kurzen Begrüssung von Mäge, wurde das köstliche Abendessen eingenommen und der Abend nahm dann so seinen Lauf. Wäre Bruno nicht plötzlich aufgestanden, so hätte ein Tisch wohl den Sonnenaufgang auf Castello di Sasso Corba erleben dürfen…

Am Freitag wurde das ganze sehr gemütlich gestartet. Zuerst einmal ausgiebig Frühstücken. Dann ab 09:00 Uhr Räder bereitstellen und Gepäck verladen. So stand es ja auch auf dem Marschblatt geschrieben. Nach kurzem Briefing der Gäste bezüglich Strecke und Ablauf ging danach auf den Militärrädern los. Gruppe Mäge verliess als Erste das Gelände und rollte in Richtung Magadino-Ebene auf die erste Etappe mit einer Länge von 65 Km. Induno oberhalb Varese in Italien war das Ziel. Der Kaffeehalt in einem Grotto, nach den ersten 12 Kilometern in Quartino, brach bereits schon wieder den Rhythmus der Gruppen, wurde aber sinnvoll genutzt und von allen sehr begrüsst. Es galt noch kleine Mängel an den Rädern zu beheben. Festklemmende Bremsgriffe und lose Vorderräder, waren die Ursachen. Nach einer ausgiebigen Kaffeepause setzten wir die Reise in Richtung Luino fort, wo wir den Mittagshalt eingeplant hatten. Die nächsten 27 Kilometer führten uns an dem linken Seeufer des Lago Maggiore entlang und zeigten uns immer wieder ein super Panorama mit Ortschaften auf der anderen Seeseite. Locarno, Ascona, Brissago und das schöne Cannobio verzauberten unsere Sinne noch vor dem Mittagessen. Das Ristorante Dai Monelli, wo wir assen, befand sich gerade rechts nach dem ersten Kreisel in Luino. Nun ging es aber zackig mit dem Radpark erstellen und dem Helm ausziehen, denn Pasta und Fisch waren angesagt und warteten auf uns. Die jüngeren Teilnehmer, wie Lukas, Christoph und Simon, konnten von dem grosszügigen Angebot profitieren und verzehrten auch noch die eine oder andere Portion von anderen Teilnehmern, meist weiblicher Art. Mit der nötigen Völle im Bauch verliessen wir Luino wieder in südöstlicher Richtung und fuhren auf dem Veloweg dem Ort Cunardo entgegen. Zu diesem Ort mussten aber zuerst noch 180 Höhenmeter überwunden werden auf einer Länge von etwa 4 Kilometern, was aber alle, jeder in seinem Tempo, bestens absolvierten. Die einen müssen es wieder übertrieben haben in dem Aufstieg… Als ich an Dani unserem Fahrer des Begleitfahrzeuges vorbeifuhr, sagte er mir nur kurz, dass zwei Radrennfahrer von unserer Spitzengruppe in einem rechten Tempo überholt wurden und dachten, wir hätten Elektromotoren als Hilfe eingebaut. Als Dani das verneinte habe der nur noch laut auf Italienisch geflucht… Die letzten 10 Kilometer lagen nun noch vor uns und führten durch das Valganna-Tal dem Tagesziel entgegen. Leider wurde durch eine unglückliche Kette von Umständen, die auch Mäge mit auf «Sichtfahren» nicht verhindern konnte, die Tour der Gruppe 2 noch etwas länger! Statt 65 Km hatte sie etwa 80 Kilometer auf dem Garmin und verschwanden in dem Irrgarten Varese, wo Dani die Gruppe schlussendlich mit dem Begleitfahrzeug abholte und ins nahe Hotel brachte. Nach dem feinen Nachtessen und den ausführlichen Diskussionen über Ursache, Gründe und den vielen kleinen Zufällen war die Stimmung wieder perfekt. Der grosse Ball fand dann noch im Hotelgarten statt als Uschi jeden angeschlagenen Radfahrer zum Tanz aufforderte und sich alle Männer hinter der Bierflasche verstecken wollten.

Der Samstagmorgen wurde wieder mit einem ausgiebigen Frühstück gestartet und jeder hatte Zeit um sich und das Rad wieder in Schwung zu bringen. Der Start wurde ja auf 09:30 Uhr angelegt für Etappe 2, aber durch das genaue Studieren der Karten der Crew, fast verpasst…. Die nun anstehenden 68 Kilometer führten uns im ersten Teil an den südöstlichen Teil des Lago di Lugano bei Mendrisio. Die Route von Induno über Clivio, oberhalb Stabio, nach Riva S. Vitale war natürlich etwas welliges Gelände und jeder war nun schon so richtig wach, da der Puls bereits schon einmal etwas höherschlug. In der Steigung oder in der Abfahrt, das ist nun die Frage? In Brusino wurde noch ein Kaffeehalt eingeplant und der Simon meinte halt es ginge nicht ohne Schleicher am Hinterrad und fuhr mit dem Platten genau vor die «Beiz». Ein riesen Team an Mechanikern, fast wie in einer Formel 1-Box, beugten sich dann über das Problem und konnten noch vor dem Eintreffen der Gruppe 2 das Rad wieder im reparierten Zustand an die Mauer stellen. Natürlich einwandfreie Schweizer Qualitätsarbeit! Doch Mathis Stefan, der eigentliche Radmech, der diesmal fehlte, hätte alleine sicher eine schnellere Zeit hingelegt. Und dazu kam, dass Norma der Gruppe 2 ja die Gegend um Mendrisio noch etwas näherbrachte, da sie diese von früher sehr gut kannte. Somit war unsere Zeit für die Reparatur nicht gerade rekordverdächtig.

Die Strecke führte uns nun wieder auf die italienische Seite nach Porto Ceresio, wo wir immer seeseitig und in einem rechten Tempo, Richtung Ponte Tresa fuhren. In dem Städchen Caslano, rechts neben Ponte Tresa bei Km 40, wurden unsere Motoren noch einmal aufgefüllt mit Spaghetti nach feiner italienischer Art. So, nun zurück zu dem Wetterbericht vom Anfang, mögt Ihr euch noch erinnern? Die Entscheidung, dass wir in Morcote nicht mehr Halt machten, war von Bruno und mir sofort unterschrieben und wir wollten nur noch trocken den See umrunden. In einem zügigen Tempo fuhren nun beide Gruppen auf den letzten 13 Kilometern der Stadt und somit dem Ziel Lugano entgegen. Der Zielort, von Nadja und Dani perfekt organisiert, führte auch dazu, dass niemand richtig nass wurde. Aus dem sicheren Unterstand des Lidos konnte nun alles wieder neu organisiert werden und nach der Dusche und dem Abschiedsgetränk wurden die Gäste auf Wunsch wieder zum SBB-Bahnhof gefahren. Schon wieder vorbei… Aber viele freudige Gesichter machten uns den Abschied etwas leichter. Also auf die Tour Nr. 5 im 2019!!!

Wir möchten uns ganz herzlich bei Euch allen bedanken für die Freude, Lebenslust und den Humor den Ihr mitbringt und diesen Anlass jedes Jahr zu einem persönlichen Highlight macht.

Es grüsst euch die Zollinger Old Boys on Tour-Crew 2018

Bruno, Dani, Philipp, Nadja & Mäge