Giro di Sicilia 2016

Dienstag, 20.09.2016, Palermo – Terrasini – Marsala

Von der Nordküste Palermos in den Südwesten nach Marsala – die echte Alternative zum Portwein.

Nach der gestrigen Stadtbesichtigung in Palermo spürte man beim Apéro mit Tourpräsentation schon diese typische Spannung, wenn 20 Rennvelofahrer auf ihren Start warten. Heute Morgen um 09.00h ging es dann los. Bevor wir aber in die Pedale treten konnten, wartet zuerst noch ein kurzer Bustransfer nach Terrasini auf uns. So konnten wir dem Morgenverkehr von Palermo einfach entgehen und unsere Tour bei schönstem Wetter direkt am Meer starten. 89 Km und 1‘145hm standen auf dem Programm. Kein Problem für unsere Gäste. Wir spürten schnell, dass alle ein gutes Sommertraining in den Beinen haben und so ging es sehr flott erst der Küste entlang bis Baléstrate und dann bereits rein in die ersten Weinberge Richtung Alcamo. Nach 49 Km südlich von Calatafimi gabs eine Mittagspause und obwohl wir schon einige, zwar nur kurze aber heftige, Anstiege in den Beinen hatten, wollte Mäges Gruppe gleich weiter. Die ganze Gruppe scharrte mit den Hufen und so gesellte sich auch Mäge dazu und weiter ging die wilde Fahrt.

„Wilde Fahrt“ ist das richtige Stichwort, denn von da an ging es bis nach Marsala nur durch Weinberge. Leider waren die Strassen typisch sizilianisch, was aber niemanden dazu veranlasste, das Tempo zu reduzieren und so wurde auch im letzten Anstieg noch flott um den Tagessieg gesprintet.
Nachdem wir schon in Palermo zwei Tage in einem wunderschönen 4 Sterne Plus Hotel verbracht haben, steht das heutige Hotel Baglio Oneto mit eigenem Weingut dem Grand Hotel Villa Igiea in nichts nach.
Wir freuen uns auf eine schöne Weindegustation (sicher gibt es auch Marsala) und ein gemütliches Abendessen. Morgen geht’s dann auf die kürzere Etappe von 77 Km von Marsala nach Marinella die Selinunte. Das heisst erstmal ausschlafen und dann die Strassen von Sizilien unsicher machen.

Es grüsst ganz herzlich in die Schweiz und nach Deutschland
Die ZRR-Mafia-Familie.
Alle Gäste, Nadine, Bruno, Matze, Mäge und Nadja

PS: Noch ein typisch lokaler Witz: Kommt ein Sizilianer früher nach Hause wie geplant und erwischt seinen besten Freund mit seiner Frau im Schlafzimmer. Sagt der Sizilianer: „Maaaa!!“ . Sein bester Freund steht auf und sagt: „Eeeeh“

Mittwoch, 21.09.2016, Marsala – Marinella di Selinunte

Von Marsala nach Selinunte, die versunkene Stadt der alten Griechen – Das perfekte Urlaubsfeeling!

Heute Morgen frühstückten wir alle draussen und genossen die morgendlichen Sonnenstrahlen. Gleich danach gab es aber die ersten sizilianischen Regentropfen, was unsere drei ehemaligen Schottlandtour-Teilnehmer veranlasste, ihr Trikot von damals anzuziehen.
Um 10.30h ging es dann bei leichtem Regen auf die knapp 80 Km. Schon bald konnten wir uns aber der Regenkleidung wieder entledigen und radelten gut gelaunt der Südwestküste entlang in Richtung Mazaro del Vallo, ein typisches Fischerdorf Siziliens. Nach einem kurzen Stopp wollten alle schon wieder weiter (unglaublich diese Gruppe :-)) und wir genossen bei schönstem Sonnenschein eine Fahrt direkt entlang der Küste, was Lucia so beflügelte, dass sie doch glatt zu singen begann vor Freude. Nach 15 Km verliessen wir die Küste wieder, um durch wunderbare Olivenheine zu fahren. Wir fuhren immer wieder durch Weinberge und wurden vom Geruch von frisch gepresstem, vergärendem Traubensaft begleitet – Herrlich!

Und ja, heute wollten alle wissen, ob Bruno wirklich auch mechanisch etwas auf dem Kasten hat: 5 platte Reifen und allerhand andere Dinge galt es zu reparieren – Test bestanden! Morgen brauchen wir das nicht zu wiederholen.
Schon um 15.00h sind wir heute im Grand Hotel Selinunte angekommen. Unser Chefmechaniker Matze hat uns gleich die Räder abgenommen und wird sie bis morgen blitze blank putzen. Das Gepäck hatten die meisten Gäste schon auf dem Zimmer, so dass wir uns gemütlich ein Mineralwasser (für die Herren mit Schaum) gönnen konnten. Jetzt relaxen einige am Pool und lassen es sich bei typisch italienischen Klängen gut gehen.

Morgen geht’s dann weiter der Südwestküste entlang nach Butera. Aus ist’s mit dem Flohnerleben! 153 Km und 1‘780 Hm werden uns alle fordern. Der Wetterbericht sagt mindestens 30 Grad bei schönstem Sonnenschein voraus. Ob Lucia dann wohl „O Sole Mio“ singt? Wir werden’s berichten!

Ciao a tutti di Sicilia
Die ZRR-Crew
Nadine, Nadia, Matze, Mäge und Bruno und alle Gäste

Donnerstag, 22.09.2016, Marinella di Selinunte – Butera

Von der alten Griechenstadt Selinunte an den Badestrand von Butera (bei Licata).

154 Km und 1750 Hm waren angesagt und so war die ganze Truppe bereits um 08.15h abmarschbereit. Alle hatten Respekt vor dieser Etappe und so wurde fleissig gepumpt, geölt und kurzerhand noch ein Riegel verstaut. Das Wetter meinte es heute sehr gut mit uns. Los gings bei herrlichem Sonnenschein und sehr angenehmen Temperaturen. Doch dann: Schon nach 700 m der erste Defekt! Und jetzt ratet mal in welcher Gruppe – klar doch, bei Bruno. Matze war schnell zur Stelle und dann hat sich wohl den ganzen Tag keiner mehr getraut, einen Defekt zu machen 🙂 Wie auch immer, ab da war Ruhe! 🙂

Nach 50 Km „Hügeli uf, Hügeli ab“ kam in Ribera der erste Stopp mit viel Cola, etwas Cappuccino und einer sizilianischen Leckerei gerade richtig. Gestärkt gings auf die nächsten 50 Km. Mäges Gruppe mit den Rennhängsten – sorry, zwei Stuten sind auch dabei – wollten wieder Gas geben, um raschmöglichst beim Mittagshalt zu sein.
Ganz anders die Gruppe von Bruno. Die zog zwar auch sehr zügig dahin, aber für ein Foto, ein paar flotte Sprüche und viele Lacher war immer Zeit.

Jetzt kommt der Hammer: Pius gewinnt den Bergpreis. Einige behaupten, die Form kommt von seinen roten Schuhen, Nadine meint es wär das Müesli vom Frühstück und was sagt Pius? „Ich war im Frühling mit ZRR im Oman, da hab ich mir die Form geholt“ …also nix mit Doping, nur Training, bravo Pius!!

Nach dem Mittagshalt südlich von Agrigento war niemand mehr zu halten. Den Rücken im Wind und das Ziel vor Augen flogen die dritten 50 Km nur so an uns vorbei. Nadja und Matze schafften es gerade noch, kurz vor der ersten Gruppe im Hotel zu sein.
Heute übernachten wir in einem wunderschönen 4-Sterne Hotel direkt am Meer. Das haben wir uns verdient!

Liebe Grüsse aus Butera an alle Zuhausegebliebenen
Die ZRR-Crew mit allen Gästen

Freitag, 23.09.2016, Butera – Marina di Ragusa

4. Etappe von Butera zum Badeort Marina die Ragusa

Es ist 08.30h und die ganze Zollinger-Gästeschar sitzt bei schönstem Sonnenschein mit Meerblick beim Frühstück. Nach der gestrigen doch recht anstrengenden Etappe, waren alle froh, dass es heute erst um 10.00h losging und wir lediglich 83 flache Kilometer vor uns hatten. Für den Spruch des Tages sorgte unser Lokführer Rolf: Da uns immer wieder ein paar Bienen beim Frühstück belästigten und unsere Gäste mit wilden Gesten versuchten, den „Biestern“ Herr zu werden, schlug Rolf den typischen Berner-Weg ein und erklärte den Bienen in Berndeutsch, dass sie sich doch eine Blume suchen sollten. Das hat gewirkt und Rolf fasste kurz und knapp zusammen: „Die verstehen Bärndütsch“!

Super gelaunt startete die Mannschaft und Mäge schlug mit seiner Gruppe gleich ein enormes Tempo an, was dann doch zu einigen Oberschenkelschmerzen führte. Wie er mir später erzählte, hat er diesen Plan mit einem der Gäste (dieser sei hier aber nicht verraten) beim gestrigen Schlummertrunk ausgeheckt. Brunos Gruppe dagegen nahm es gemütlich und in Gela gab es nach 25 Km bereits den ersten Kaffeehalt.

Schon beim Einfahren in Gela bemerkten wir, dass die Luft nach Öl roch. Kein Wunder, denn in Gela betreibt ENI (Das sind die mit dem feuerspeienden Hund – bei uns AGIP) eine grosse Öl-Raffinerie. Überhaupt träumte Sizilien in den 1960ern vom grossen Öl-Boom. Der war aber nur von kurzer Dauer und das sieht man Gela heute auch deutlich an. Trotzdem genossen wir beim Kaffee den Blick aufs Meer und auf die etwas weiter hinten gelegenen feuerspeienden Kamine der Raffinerie. Für uns Schweizer ein Spektakel, da wir das bei uns doch so gar nicht kennen.
Bei der späteren Durchfahrt beeindruckte uns auch das Ausmass des Fabrikareals – nichts wirklich Schönes, aber beeindruckend war es allemal.

Von Gela ging es dann weiter in Richtung Osten nach Marina die Ragusa. Vorbei am Naturreservat und an kilometerlangen Treibhäusern. In dieser Gegend werden vor allem Tomaten, Zucchetti und vieles mehr angebaut. In Biacetto gönnten wir uns noch ein Eis, bevor wir die letzten 20 Kilometer unter die Räder nahmen.
Jetzt raus aus den Veloklamotten, rein in die Badehose und ab ans Meer. Sizilien und das Mittelmeer laden ein – wir kommen!

Und hier noch der Ausblick auf morgen: Es erwarten uns knapp 100 Km und wir erreichen Siracusa.

Ciao, grazie, buona notte
Euer ZRR-Team Nadine, Nadia, Matze, Mäge, Bruno
Und alle Gäste

Samstag, 24.09.2016, Marina die Ragusa – Siracusa

5. Etappe von Marina die Ragusa nach Siracusa

Wir nehmen’s vorweg – heute war nicht Mäges Tag. Zwei Mal verfahren und erst noch den Mittagshalt verpasst. Ausgerechnet Mäge, der sonst einer wandelnden Landkarte (neuzeitlich auch APP genannt) gleicht. Wer den Schaden hat, der braucht sich ja bekanntlich um den Spott nicht zu kümmern und so wurde am Abend seitens der Guides auch ziemlich gefrotzelt. Schlussendlich zeigten wir ihm den Weg in den Speisesaal, damit da sicher nichts schief ging.

Aber nun zum Tagesgeschehen. Wir starteten wieder gegen 10.00h auf die 97 Km lange Flachetappe. Bei schönstem Sonnenschein, dem Meer entlang, zeigten sich die Italiener heute von ihrer sportlichen Seite. Am Samstag wird wohl das Rennvelo ausgepackt und so begegneten wir allerlei Gruppen und Veloclubs. Nach internationaler Norm grüssten wir uns dann mit Handzeichen oder Kopfnicken oder auch mal ganz italienisch mit „Ciao!“ 🙂

Kurz vor Noto machte Brunos Gruppe einen Stopp, um den Blick auf die ehrwürdig alte Stadt zu geniessen. Noto ist von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt worden. Nicht zuletzt wegen der Geschichte, aber auch wegen des typisch sizilianischen Barockstils, denn 1703 musste die Stadt nach einem Erdbeben komplett neu aufgebaut werden.

In Calabernardo, südlich von Noto, hatte Nadja direkt am Strand ein schönes Lokal entdeckt und wir genossen Pasta alla Norma. Nein, unsere Norma haben sie nicht in den Nudeln verarbeitet (Gott sei Dank) aber offensichtlich ist Pasta alla Norma ein typisches Gericht Siziliens mit Tomatensauce und Auberginen. Auch Mäges Gruppe bekam dann noch etwas zu futtern und sie behaupteten auch keck, dass es bei ihnen schöner gewesen wäre. Fakt ist, bei Brunos Gruppe war weiss gedeckt 🙂

Die letzten Kilometer nach Siracusa liessen wir gemütlich angehen. Wir fuhren durch hübsche Dörfer, an Zitronenplantagen und schönen Villen vorbei und genossen die herrliche Fahrt. Offensichtlich hatte es hier kurz vorher geregnet, so dass die Düfte noch intensiver in der Luft lagen. In Siracusa nächtigen wir im 4-Sterne Hotel Villa die Politi, welches zumindest von aussen so vornehm ist, dass Nadja meinte, sie getraue sich in kurzen Hosen kaum herein.

Morgen ist unser „Ruhetag“. Wir entdecken die wahrscheinlich schönste Stadt der Insel und lassen es uns gut gehen! Am Abend wird noch Peter Elmer zu uns stossen. Wir sind gespannt!

Schönen Sonntag euch allen
NN + MM + B (Nadine, Nadja) + (Mäge, Matze) + Bruno
sowie alle unsere Gäste

Montag, 26.09.2016, von Siracusa nach Catania

Etappe 6: Nach dem Ruhetag eine Einroll- und Überführungsetappe

Am gestrigen Ruhetag weinte der sizilianische Himmel. Offenbar war Petrus sehr traurig, dass die tapfere Schweiz-/Deutschland-Gruppe nicht Velo fuhr. Für eine Stadtbesichtigung hat es aber gereicht und so waren alle gespannt, wie wohl das Wetter heute wird. Und siehe da, Petrus war uns wieder wohl gesonnen und schickte uns dann gleich schon am Morgen ein paar Sonnenstrahlen. Aufgrund der nassen Strassen beschlossen wir, erst um 11.00h zu starten. Eine goldrichtige Entscheidung, wie sich später heraus stellte, denn es trocknete schnell und die Sonne drückte mehr und mehr hervor.

Die heutige Überführungsetappe führte uns über gut 70 Km von Siracusa nach Catania. Ehrlich gesagt gibt es schönere Teile der Insel, die mit dem Velo befahren werden können. Nachdem wir die Schweröl-Industrie hinter uns gelassen hatten, genossen wir aber ein paar schöne „Blocher-Kilometer“. Mit 35 bis fast 40 Km/h flogen wir auf den langen Geraden nur so dahin und obwohl die Muskeln sicher beim Einen oder Anderen noch schmerzten, hat es Spass gemacht.

Morgen geht’s richtig zur Sache. Der Ätna mit rund 2700 Hm und 100 Km wartet auf uns. Die Wetterprognosen sind durchzogen, so dass wir wieder alle ganz gespannt sind, wie es wird. Wir berichten es euch – morgen Abend.

Ciao
Die ZRR-Crew und alle Gäste

Dienstag, 27.09.2016, von Catania über den Aetna nach Bronte (92 Km / 2700 Hm)

Punkt 08.30h ging es heute los. Vorher jedoch wurde so allerlei vorbereitet: Pumpen, Verpflegung, etc. waren heute äusserst wichtig. Bei schönstem Sonnenschein starteten wir die ersten Kilometer der Küste entlang, um dann schnell abzubiegen in Richtung Aetna. Bis nach Zafferana fuhren wir in den üblichen Gruppen, so dass es allen gut möglich war, mit dem Tempo Schritt zu halten. Allerdings taten die kurzen, aber steilen Rampen schon da ab und zu weh. Ab Zaffarana war für die letzten 15 Kilometer freie Fahrt bis auf den Gipfel. Der Aetna hat’s definitiv in sich, deswegen war eine gute Einteilung schwer von Vorteil. Obwohl den Steigungen (permanent zwischen 8 – 11 %) auch wieder flachere Abschnitte folgten, hatte es die lange Steigung, von schlussendlich fast 35 Km, in sich und forderte vielen von uns den Schneid ab. Genialerweise haben es alle auf den Gipfel geschafft und gönnten sich anschliessend eine Suppe, einen Teller Spaghetti oder sonst etwas Kohlenhydrathaltiges.

Auf fast 2000 m. ü. Meer ist es auch auf Sizilien kalt und so waren wir froh, bei der Abfahrt genügend warme Kleider im Begleitbus vorzufinden. Trotz der Kälte genossen wir die lange Abfahrt, um dann nach ca. 10 Km in Richtung Bronte abzubiegen. Der kurze aber heftige Aufstieg auf den ersten Kilometern tat allen weh und so waren wir froh, dass es nochmals eine längere Abfahrt bis nach Adrano gab. Von hier stieg die Strasse nach Bronte moderat an. Trotzdem kämpften nun einige hart um jede Radumrundung.

Kurz vor Bronte dann dunkle Gewitterwolken. Wir gaben nochmals Gas, aber beide Gruppen konnten dem Platzregen nicht entkommen. Mäges Gruppe hatte heute Pannenpech mit drei Defekten und so hat es ihn und seine Gruppe 500 m vor dem Hotel doch noch erwischt. Brunos Gruppe hatte, aufgrund der Defekte bei Mäge, massiv aufgeholt, aber auch sie schafften es nur bis 1 Km vors Hotel, bevor der Regen kam. Zum Glück gab es eine Tankstelle mit Kaffee und so machten wir aus der Not eine Gelegenheit und genossen einen Kaffee und allerlei Süssigkeiten.

In Bronte nächtigen wir für einmal in einem einfacheren Hotel. Nachdem wir in den letzten Tagen arg verwöhnt waren mit den Hotels und Zimmern, war es für alle erst ein umgewöhnen. Wir sind sicher, dass uns das Abendessen mit tollen Pistaziensaucen-Pasta (Spezialität hier) entschädigen wird und die eine oder andere Flasche Rotwein uns ein Lächeln zurück ins Gesicht zaubert.

Morgen stehen 121 Km und 1300 Hm an. Wir überqueren die nördlichen „Pässe“ und fahren ans Meer bis nach Cefalu, wo uns wieder ein tolles Hotel erwartet. Die Wetter-App sagt gutes Wetter voraus – das wäre toll, denn wir fahren durch eine der schönsten Teile Siziliens.

Unsere Gäste und das ZRR-Team grüssen herzlich
Salve a tutti

Mittwoch, 28.09.2016, Bronte – Cefalu

Etappe 8: Traumetappe von Bronte über die Berge an die Nordküste nach Cefalu

Nach der gestrigen Etappe und dem sehr guten Abendessen waren heute Morgen alle sichtlich müde.
Gott sei Dank hat die Chef-Wetter-App von Bruno gegen die von Norma gewonnen und die Sonne schien uns entgegen. So ging es dann um 09.15h auf die 122 Km Etappe und wir wussten, dass es auch heute nochmals 1‘300 Hm zu überwinden galt.
Erstmal ging es aber bergab und wie: In Bronte passierten wir eine Strasse und waren uns nicht ganz sicher, ob wir absteigen und laufen oder uns zumindest ein Mountain-Bike geben lassen sollten, denn das Gefälle betrug 23 %!!! Es war eine richtige Herausforderung im Sattel zu bleiben, aber alle meisterten das problemlos und so ging es bald hinein in den ersten Anstieg.

Anschliessend überquerten wir sanfte Hügel mit Steigungen von 4-6 % was ausserordentlich angenehm war. Die Landschaft war ländlich, herbstlich und als wir die ersten Kühe passierten, sagten viele: „Wie in der Schweiz auf der Alp“. Das hatte tatsächlich etwas, nur der Blick auf den rauchenden Aetna bestätigte uns – nein, wir sind in Sizilien.
Nach 20 Km gönnten wir uns den ersten Kaffeehalt in Cesaro. Der örtliche Bürgermeister steckte Nadja sofort seine Visitenkarte zu und sagte: „Wenn ihr im nächsten Jahr wieder kommt, dann sagt es mir und ich organisiere einen Empfang für euch!“ – So macht’s Spass!

Wir durchquerten das schmucke Bergstädtchen Cesaro und bogen dann ins Naturschutzgebiet ab. Wunderbare Kastanien- und Eichenwälder begleiteten uns. Überall waren Einheimische auf Pilzsuche und erfreuten sich an uns Velofahrern. Selbst die Carabinieri hatten ihren Spass an uns. Einer von ihnen drehte das Fenster seines Wagens herunter und begrüsste uns fröhlich mit „Forza Zurigo!“, was Nadine als bekennender Züri-Fan besonders freute.
Dann und wann begegneten uns Wildschweine, Pferde oder Kühe. Nadja bestaunte eine Wildsau direkt vor ihrem Auto mitten auf der Strasse.

Nach 35 Km Anstieg erreichten wir die Passhöhe auf über 1‘500 m. ü. Meer und freuten uns auf die Abfahrt. Und ja, es waren sage und schreibe 35 Km an bester Genussabfahrt bis ans Meer. Die Velofahrer-Augen von allen strahlten – Genuss pur und „Ti amo Sicilia!“

Nadja hatte direkt am Meer ein wunderbares Restaurant für den Mittagshalt ausgemacht und so genossen wir noch einmal Pasta und das Meer und liessen es uns gut gehen. Um 14.45h mahnte Bruno dann aber zum Aufbruch, denn es lagen noch gut 55 Km – wenn auch flache Km – vor uns.
Beide Gruppen schlugen ein enormes Tempo an. Das heisst, Mäge mit Gruppe 1 fand wohl die grosse Scheibe nicht und so kam es, dass Brunos Gruppe die Chance wahr nahm, um Gruppe 1 zu überholen. Die staunten definitiv nicht schlecht, als Brunos Gruppe mit 40 Sachen an ihnen vorbei rauschte.

In flottem Tempo ging es so weiter der Küste entlang. Der Tacho zeigte mehrmals Geschwindigkeiten über 40 Km/h auf der Geraden an. Die Beine schmerzten zwar, aber alle wollten dran bleiben, denn wie heisst es: Schmerz vergeht – Stolz bleibt! Und so kamen beide Gruppen zeitgleich im Hotel an. Nadja und Matze haben einen super Job gemacht: Das Gepäck der Gäste war bereits auf den Zimmern und so entschlossen wir uns alle, erstmal am Pool noch etwas zu trinken. A propos Hotel – ein Traum direkt am Meer gelegen. Dieser Tag ist einer, um ihn ganz lange in Erinnerung zu behalten, so sollen Ferien und Radfahren sein.

Morgen geht’s auf die letzten Kilometer zurück nach Palermo. Wir werden es gemütlich angehen lassen. Denn heute Abend brauchen wir Zeit, um unsere Erlebnisse auszutauschen und die eine oder andere Velofahrer-Story zu erzählen – und die sind ja ähnlich wie die bei den Fischern – je öfter man sie erzählt, desto…

Ciao a tutti
Das Zollinger Radsportreiseteam mit Nadja, Nadine, Mäge, Matze und Bruno
sowie alle unsere Gäste

Donnerstag, 29.09.2016, Cefalu – Palermo

Etappe 9: Vom Badeort Cefalu zurück ins lebendige Palermo

Ausschlafen war heute angesagt, gefolgt von einem ausgedehnten Frühstück unter freiem Himmel im Garten unseres 5-Sterne Hotels – Meerblick inklusive! Einfach nur traumhaft und um 11.00h waren dann alle bereit, die letzten 80 Km unter die Räder zu nehmen.

Wir durchquerten erst das Städtchen Cefalu und waren erstaunt, wie viele Touristen den Ort schon um diese Zeit bevölkerten. Wir Velofahrer „quälten“ uns deshalb an den Touris vorbei und bekamen vom einen oder anderen ein Zeichen der Anerkennung. Das wir alle im Giro di Sicilia-Tricot fuhren, gab uns offensichtlich zusätzlichen Applaus von Einheimischen und Touristen. Bruno wurde auf dem Velo von zwei Töfffahrern gefragt, wie viele Kilometer wir an wie vielen Tagen fahren würden. Die Antwort schien zu passen und schon düsten die beiden auf ihren Vespas davon.

Nach 38 Km gabs auch heute den üblichen Kaffeestopp und den genossen wir besonders. Lucia erwähnte noch, dass wir bis jetzt alles unfallfrei gefahren sind, worauf ihr Bruno entgegnete, dass wir noch nicht am Ziel seien. Leider behielt er recht, denn 1 Km nach dem Halt stürzten Lucia und Christian, wenn auch nur bei sehr geringem Tempo. Trotzdem schlug es Lucia den Lenker in die Rippen, so dass sie erstmal nach Luft rang und sichtlich Schmerzen hatte. Aber es wäre nicht Lucia, wenn sie nicht schon nach 10 Minuten aufgestanden wäre und gesagt hätte: „Ich fahre bis zum Ende“ – Gesagt getan. So nahm sie auch die letzten 40 Km in Angriff und fuhr sie wie immer couragiert zu Ende. Bravo Lucia! Christian hatte sich Gott sei Dank nicht weh getan und konnte problemlos weiter fahren.

Nun ist sie also schon zu Ende, unsere wilde Fahrt rund um Sizilien. Fast 1000 Km in 9 Etappen. Vieles haben wir erlebt: Unterschiedlichste Landschaften erkundet, tolle Hotels genossen, super schöne, teilweise anstrengende Momente erlebt, viel Spass gehabt und tolle neue und alte „Gesichter“ kennen gelernt. Herzlichen Dank an alle – wir sind dankbar, dass wir so schöne Momente mit euch teilen können.

Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr, wenn es wieder heisst: Zollinger Radsportreisen fährt den Giro di Sicilia!

Ciao Sicilia – Grüezi Schweiz – Hallo Deutschland!
Euer Zollinger Radsportreiseteam Nadine, Nadia, Matze, Mäge und Bruno
Und alle unsere tollen Gäste