Canada Tour 2018

Sonntag, 24. Juni – 1. Tag Stadtbesichtigung Vancouver

Endlich sind alle ausgeschlafen und unsere Canada-Tour 2018 kann losgehen. Die Tour startet langsam…..wir nehmen uns Zeit, besichtigen Vancouver und geniessen die schönen Sehenswürdigkeiten dieser Stadt. Noch ein wenig durch den Jetlag gezeichnet – aber mit fantastischer Stimmung! Kurz nach 10.00 Uhr geht’s rein in den Hop-on-hop-off Bus, welcher uns zum Stanley Park brachte, dem grössten Stadtpark Kanadas. Durch den Park zieht sich ein 200 km langes Netz von Spazier- und Radwegen. Der grösste Teil des Parks besteht aus einem Wald mit rund einer halben Million Bäumen – also eine grüne Oase, welche auch uns imponiert. Eine wunderschöne Bilderwelt von Bergen, Wasser und Hochhäusern, in den verschiedensten Baustilen, begleitete uns auf der ganzen Tour rund um diese Stadt.

Wir erkunden das trendige Yaletown, die Davie Street und Chinatown – ein perfektes Gleichgewicht zwischen städtischer Kultur und natürlicher Schönheit.

Im bekannten historischen Viertel Gastown, konnte uns Mäge dann alle dazu bewegen auszusteigen, um den Wasserhaushalt auszugleichen. Esther und Hanspeter führten uns zielsicher in der dichten Menge von Leuten, an einen grossen freien Tisch (Tag gerettet).

Nach der Rundfahrt und ausgelassener Stimmung haben wir uns zurück ins Hotel begeben, um jedem das persönliche Rad mit Material abzugeben und dem speziellen Canada-Tour Trikot. Langsam, aber sicher stieg auch die Spannung in der Gruppe – Morgen werden wir die erste Einrolletappe von 83km nach Squamish unter die Räder nehmen.

Am Abend haben wir gemeinsam im Hotel gemütlich zu Abend gegessen und den erlebnisvollen Tag Revue passieren lassen.

Herzliche Grüsse aus Vancouver von dem ganzen ZRR- Team

Beat, Albert, Thomas und Mäge


Montag, 25. Juni – Vancouver- Squamish 1. Etappe

Was Regen!? Die Bay von Vancouver wurde schon am frühen Morgen mit Sonnenstrahlen aufgeweckt und es blieben nur an den Bergspitzen im Norden einzelne Wolkenringe hängen.

Noch am Vorabend wurde die Startzeit auf 10.15 Uhr festgelegt und es gab keinerlei Verzögerungen – eher eine leichte Eigendynamik, die fast nicht mehr aufzuhalten schien. Alle wollten nun möglichst schnell aufs Rad, um die ersten Meter auf kanadischem Boden zurückzulegen!

Über einen Veloweg um den Stanley Park und nach dem Überqueren der Lions Bridge verliessen wir Vancouver in nordwestlicher Richtung. Alles entlang dem Ozean und vorbei am Lighthouse Part, trafen wir uns nach etwa 30km in der Horseshoe Bay, wo wir unseren Zuckerspiegel im Körper etwas auffüllten und die letzten Einstellungen an den Sätteln vornahmen.

Auf dem Highway 99 Richtung Squamish fuhren wir nun auf und ab. Der Höhenmeterzähler durfte schon einiges zusammenrechnen und die Oberschenkel wurden auch schon etwas warm. Das Schlauchwechseln wurde in der ersten Gruppe auch zweimal geübt und bereits zeitlich verbessert. Auf dieser Stecke entlang dem Lions Bay erblicken wir vor uns den Brunswick Mountain und den West Lion. Diese begleiten uns ein Weilchen bis wir in Squamish einfahren

Leider konnten wir nicht ganz ohne nass zu werden (auf den letzten zwei Kilometern) die Schwelle des Hoteleinganges überqueren. Aber die Abendsonne drang bereits wieder durch die Fenster und verspricht uns einen herrlichen Abend, welchen wir bei einem gemeinsamen Essen ausklingen lassen.
Herzliche Grüsse aus Vancouver

Beat, Albert, Thomas und Mäge


Dienstag, 26. Juni – Squamish – Whistler, 2. Etappe

Wir starten mit Sonnenschein, gutem Frühstück und Vorfreude in den Tag. Die Stimmung ist prächtig und alle möchten unbedingt wieder auf die Räder steigen. Mäge wurde erkoren, um Tester für die neue Getränkeflasche zu sein, die es neu auch in pinky Pink gibt.

Die Strecke heute ist nur 54km lang und führt uns über den HW 99 wieder in nördliche Richtung.

Zur rechten Seite begleitete uns der Garibaldi Nationalpark, welcher eine Grösse des Kantons Zürich aufweist, aber keinen einzigen Menschen beherbergt. Nach etwa 40km sind wir in den Park abgebogen und haben den Brandywine Fall bestaunt, welcher vom 66 Meter herabstürzenden Wasser des Brandywine Creek gebildet wird. Der Brandywine Creek hat seinen Ursprung im Powder Mountain Icefield und stürzt im Park über eine Felskante, welche vom Basalt erstarrter Lavaströme gebildet wird. Mindestens vier basaltische Lavaströme im Alter von fast 34.000 Jahren umfassen die Wände des Canyons des Brandywine Falls. Diese Ströme sind dabei Teil des Garibaldi Volcanic Belt. Eines der vielen wunderschönen Naturereignisse, welches uns die abertausende Jahre der Entstehung unseres Planten aufzeigt.

Weiter geht’s nach Whistler. Whistler ist eine wunderschöne Stadt auf 680 Meter ü.M. und wird von teilweise von fast 3000 Meter hohen Berggipfeln umrundet. Das Mekka der Downhill-Biker schlechthin!

Nach dem gemeinsamen Nachtessen war heute schon sehr früh Ruhe im Zollinger-Lager. Vielleicht deswegen, weil alle doch etwas Respekt vor dem morgigen Tag haben. Auf dem Programm stehen 132km und 1850 Höhenmeter von Whistler nach Lillooet. Happy dreaming😊

Herzliche Grüsse aus Whistler von allen Gästen und dem ZRR- Team

Beat, Albert, Thomas und Mäge


Mittwoch, 27. Juni – Whistler – Lillooet,  3. Etappe

Gratulation vom Zollinger-Team an alle Gäste . Alle sind super in Lillooet angekommen und haben die Strecke perfekt gemeistert. Ganz speziell gratulieren wir natürlich unserem Geburtstagskind Claudia, die hier in Kanada in wunderschöner Landschaft und umgeben von tollen Menschen ihren Geburtstag feiern durfte! Die Abfahrt verzögerte sich am Morgen dadurch leicht, da das Umarmen und Abküssen gewisse Zeit in Anspruch nahm 😉😊.

Nach einem wunderbaren Frühstück und wärmenden Sonnenstrahlen im Gepäck verliessen wir Whistler und fuhren dem Örtchen Pemperton entgegen. Hier war unser erster Kaffeehalt bei Km 33. Um 11 Uhr West Coast Time, 20.00 Uhr Schweizer Zeit, fuhren wir unserer Herausforderung entgegen, dem 1300 Meter hohen Layoosh Pass, der uns im unteren Drittel schon ziemlich etwas abverlangte! Aber nach etwa 15 Km war dieses Hindernis geschafft und wir rollten an den Duffey Lake, wo Beat im DMC-Truck ein wunderbares Buffet eingerichtet hatte – mit Blick auf den See.

Die restlichen knapp 50 Km der Strecke waren sehr gemütlich zu fahren – bis auf zwei kleine Schlusssteigungen, die uns aber durch ebenso wunderbare Abfahrten (Jean-Pierre hatte schon 80 Km/h auf seinem Tacho), der Stadt Lillooet entgegenbrachte. Mäge liess es sich aber nicht nehmen und fuhr mit seiner Gruppe noch schnell eine Schlaufe an den Seton Lake. Ein See, der westlich von Lillooet liegt, sich tief in die kanadische Bergwelt hinein erstreckt und auf eine Länge von 22km kommt. Das Einzige was ihn in dieser Schlucht begleitet, ist eine Eisenbahnlinie.

Lillooet ist eine Goldgräberstadt und hat ihre besten Zeiten schon lange hinter sich. Doch durch ihr spezielles Klima, viel wärmer als an der Westküste, bekommt die Stadt einen Western ähnlichen Touch und alle waren gespannt, ob vielleicht Billy de Kid noch durch die Bar-Türe eintreten wird.

Morgen fahren wir über die «23 Camels Bridge» ins 89 km entfernte Cache Creek … wir freuen uns sehr.

Beste Grüsse aus Lillooet – das ZRR-Team und alle Gäste.

Beat, Albert, Thomas und Mäge



Donnerstag, 28. Juni – Lillooet- Chache Creek, 4. Etappe

Immer noch hielt das gute Wetter und alles war trocken auch während dem Frühstück. Ja, das Frühstück war ein Highlight. Sabine mit Burkhard, der Steffen und unser Hans sassen bereits am Tisch und waren mit dem Essen, Kaffee und im Gespräch vertieft, als ich mit Thomas am selben Tisch Platz nahm. Da kam sie; Billy de Kid‘s Schwester – langes, geschwungenes, blondes Haar, gute Figur und ein super Lächeln im Gesicht. Sie begrüsste Thomas und mich mit einer unglaublich klaren und vor allem lauten Stimme. Wir zwei verharrten ruhig auf unseren Plätzen und befolgten die klaren Anweisungen, um ihren gewohnten Ablauf nicht zu stören – wer weiss, was ansonsten passiert wäre. Ich konnte mich nicht zurückhalten und fragte Hans, ob man die etwas leiser stellen könne, doch sah ich ein Funkeln in seinen Augen und jedes Mal, wenn sie an unserem Tisch ihre klare, aber freundliche Art ins Szene setzte, wurde unser Hans immer unruhiger – vielleicht bekommt Lillooet doch bald einen neuen Einwohner… hopefully to be continued 😉

Fast genau auf die abgemachte Zeit verliessen die Gringos auf ihren stählernen Rössern das Städtchen in Richtung Norden, über die „23 Camels Bridge“, wo wir nach kurzer Zeit wieder auf dem Higway 99 unserem Ziel zusteuerten (die Brücke über den Fraser trägt seit ihrer Eröffnung 1981 den Namen „The Bridge of the 23 Camels“ als Erinnerung an die 23 Kamele, die während des Goldrausches als Transporttiere importiert wurden, sich jedoch nicht bewährten; seitdem wird die Hängebrücke aus dem Jahr 1913 auch „The Old Bridge“ genannt).

Starker Wind war stetig unser Begleiter, doch ist dies ein gutes Zeichen = kein Regen!
Die Temperaturen waren sehr angenehm und entsprachen dem richtigen Radfahrer-Wetter. Wir gaben unseren Gästen in beiden Gruppen über eine grössere Distanz freie Fahrt, da es absolut keine Möglichkeiten gab, sich zu verfahren. Nach Km 50 machten wir an einem kleinen See, der zum Pavilion Lake gehört, unsere Mittagspause. Erneut deckten uns Albert und Beat ein geniales Picknick in der Natur auf und wir konnten uns nur noch hinsetzen und geniessen.

Die 39 km bis nach Cache Creek waren für alle eher eine Genussfahrt, denn es gab fast keine Steigungen mehr und die Guides waren vorne im Wind. Unser Hotel, das Sandmann, wird von einem Griechen mit Wurzeln in der Schweiz geführt, welcher sich auf unsere Ankunft sehr freute. Er spricht heute noch ein sehr gutes Mundart.

Morgen stehen noch einmal 145 Km auf dem Programm, bevor wir den Ruhetag im Zug von Kamloops nach Jasper verbringen werden.

Herzliche Grüsse aus Cache Creek vom ZRR- Team und den tollen Gästen!

Beat, Albert, Thomas und Mäge


Freitag, 29. Juni – Chache Creek – Kamloops, 5. Etappe

Wir starteten gegen 09.00 Uhr nach einem Frühstück, dass mit einem grossen Topf «Birchermüesli» nach Schweizerart untermauert wurde, in die letzte Etappe vor dem Ruhetag. Kamloops war unser Zielort aber es galt zuerst noch etwa 1640 Höhenmeter und über 140 Km zu bewältigen. Die ersten 40 Km rollten wir ostwärts an den Fuss des Kamloops Lake über den Canada Highway 1. In dem kleinen, aber lang gezogenen Savona, am Ufer des Sees, machten wir einem wunderschönen Kaffeehalt in einem Pub, welches nur für uns früher aufgemacht hatte. An dieser Stelle möchte ich speziell erwähnen, mit was für einer Herzlichkeit und Gastfreundschaft man von den Kanadiern in der Regel empfangen wird. Die Menschen hier sind auch stets sehr hilfsbereit und versorgten sogar einzelne Gäste von uns mit Mückenspray 🙂.

Unter Sonnenschein stiegen wir wieder auf die Räder um die wunderschönen Tunkwa Road hochzufahren, wo der Mittagshalt eingeplant war. Diese 23 Km Bergfahrt durfte jeder in seinem Tempo absolvieren, also freie Fahrt für alle. Albert und ich machten den Besenwagen, Beat musste oben auf der Anhöhe das Ziel aufstellen und unser Thomas durfte den fliegenden Streckenposten spielen. Er überwachte somit ganz aufmerksam das Geschehen auf der Rennstrecke. Im unteren Teil gab es noch wunderschöne Zweikämpfe, doch nach der Hälfte der Strecke fand jeder seine optimale Position, um mit sich, seinen Gedanken und der Landschaft alleine sein zu können.

Nach dem Picknick im Tunkwa Park, übrigens bei Km 64 und einer Fahrinstruktion am Weiderost, rollten wir an das 20 km entfernet Örtchen Logan Lake, um den obligaten Kaffee zu geniessen. Leider bekamen wir nun den ersten leichten Kontakt mit kleinen Regentropfen, die vereinzelt an Helm und Brille klopften. Die Wolken hatten sich aber im Nu wieder verzogen und wir fuhren weiter Richtung Mc Connell Park bei Km 112, dem Startpunkt für die über 30 Km lange Abfahrt nach Kamloops.

Jetzt wurden wir aber richtig überrascht vom Schlechtwetter! In kürzester Zeit drehten die Wolken und über unseren Köpfen wurde es dunkel. Mit oder ohne Regenschutz ausgestattet spielte nun keine grosse Rolle mehr, denn wir wurden einfach nur richtig nass! Die versprochene Abfahrt liess sich aber keiner nehmen. An dieser Stelle ein riesengrosses Lob an die Gäste – sie kämpften sich durch die Fluten ins Hotel.
Nach einer langen heissen Dusche trafen wir uns gut gelaunt zum lang ersehnten Nachtessen im Restaurant Storms on the River (was dieser Name uns wohl sagen mag).

Herzliche Grüsse aus Kamloops, das Schnorchel Team vom Tauch Club Zollinger

Beat, Albert, Thomas und Mäge


Samstag, 30. Juni – Bahnfahrt von Kamloops nach Jasper 

In einer kleinen Ecke von Kamloops war schon sehr früh viel Bewegung zu erkennen. Bereits um 05:45 Uhr wurde das Gepäck auf die Autos verladen, Hotelschlüssel wurden abgegeben und zum vierten Mal die Gruppe durchgezählt. Alle da, es konnte losgehen! Zehn Minuten später standen wir am kleinen Bahnhof im Norden von Kamloops unter bereits wartenden anderen Menschen. Doch wenig später wurde uns mitgeteilt, dass der Zug etwa 45 Minuten Verspätung habe. Mit leerem Magen wurde dies zu einer Geduldsübung, weil das Frühstück im Zug geplant war.

Man konnte die Bahnfahrt wirklich als absoluten Ruhetag ansehen. Mit etwas Schlaf, zwei kleinen Malzeiten und vielen schönen Landschaftsbildern im Rucksack fuhren wir nur noch mit 20 Minuten Verspätung um 16:20 Uhr in das bezaubernde Bergdorf Jasper, mitten im Jasper Nation Forest, ein.

Dieses Gebiet lädt ganzjährig zum Wandern, Velofahren, Riverrafting und Skifahren ein. Jasper hat einen besonderen Platz in unseren Herzen, da dort Kanadas faszinierender Highway 93, der „Icefield Highway“ (Gletscherstrasse) beginnt. Sie führt durch eine atemberaubende Landschaft bis nach Lake Louise in Alberta. Dazu aber später mehr.

Was uns während der Fahrt komisch vor kam, war die Zeitverschiebung um 1 Stunde. Wir kamen nun in den Staat Alberta und der hat zur Schweiz nur noch 8 Stunden Zeitunterschied und nicht mehr 9, wie noch am Vorabend. Muss man jetzt die Uhr vor oder zurückstellen? Jean-Pierre hatte uns aber kurz die Lösung präsentiert und wir drehten nun schnell alle die eine Stunde vor. Also war der Tag leider bereits eine Stunde kürzer. Unser Hans wurde übrigens beobachtet, wie er sich im Zug mit einer offenbar sehr netten Kanadierin unterhielt. Er hatte wieder seinen ganzen Charme spielen lassen und uns wurde dann auch klar warum! Die Mutter sass auf dem Nebensitz ….

Herzliche Grüsse aus Jasper, das ZRR- Team

Beat, Albert, Thomas und Mäge


Sonntag, 01. Juli – Jasper Rundfahrt, 6. Etappe

Der beste Zeitpunkt, um eine 50 Km Rundfahrt vom Maligne Lake nach Jasper zu machen, wurde uns 09:00 Uhr angezeigt. Fast pünktlich starteten wir bei den beiden Fahrzeugen die Motoren. Das Wetter war sehr schwer vorauszusagen, da keine eindeutige Ansage bestand. Es gab es pro Teilnehmer nämlich nicht nur eine Variante. Wir vermuten, dass diese je nach Handyhersteller und App unterschiedlich ausgefallen ist.

Am Ausgangspunkt angekommen entschieden wir uns zuerst mal einen Kaffee zu uns zu nehmen und das Wetter zu beobachten. In den Rocky Mountains ist es wie in den Schweizer Bergen – es wechselt alle 30 Minuten und das Wetter ist unberechenbar. Die Bergspitzen um den See zeigten Spuren von Neuschnee auf und die Gipfel waren leicht eingezuckert. Der Magline Lake ist auf einer Höhe von 1670 m und hat eine Uferlänge von über 45 Km. Die Rückfahrt auf das 600 Meter tiefer gelegene Jasper ist daher eine Delikatesse. Die definitiven Entscheidungen jedes Einzelnen, ob bei dem Wetter gefahren wir, oder nicht, wurde eine ¾ Stunde später bei den Fahrzeugen ausdiskutiert oder direkt mitgeteilt. Am Schluss standen am Start noch die Sabine und der Mäge.

Wir waren nicht ganz sicher, ob die Entscheidung zu diesem Abenteuer richtig war bei 4.5° C und leichtem Regen, doch die Zwei bereuten diese Fahrt nicht und wurden dann bald einmal von wärmenden Sonnenstrahlen begleitet. Kurz vor dem Ziel mussten sie sogar die Jacken öffnen, um nicht von innen aus nass zu werden.

Dann taten sie, was alle taten und stürzten uns in die Feierlichkeiten des Canada National Day (La Fête du Canada). Sehr viele Städte und Gemeinden im ganzen Land organisieren und veranstalten Feierlichkeiten am Nationalfeiertag. Diese Festivitäten finden im Freien statt und beinhalten Paraden, Karneval, Festivals, Luft- und Marineshows, Feuerwerke, freie Musikkonzerte, sowie Zeremonien für neu eingebürgerte kanadische Staatsbürger – wir liessen uns das nicht entgehen und genossen in Jasper die Strassenlokale!

Herzliche Grüsse noch einmal aus Jasper, das ZRR- Team und Gäste

Beat, Albert, Thomas und Mäge


Montag, 02. Juli – Jasper – Sunwapta Falls, 7. Etappe

Nach dem feinen Frühstück und dem Packen der Koffer trafen wir uns alle gemeinsam in der Hotel- Lobby. Es standen ja nur 58 Km auf dem Tagesprogramm, doch war die Situation nicht ganz einfach. Das Wetter hat sich über Nacht nicht zu unseren Gunsten entwickelt. Es regnete, die Temperaturen waren nur noch um 4-5 Grad und unsere Vorhersagen zeigten uns dies an – für den ganzen Tag.

Das Thema im Team war nun, wer steigt auf das Rad und will diese Herausforderung anzunehmen? Einer steckte den anderen an und am Schluss waren 2/3 der Anwesenden damit beschäftigt die beste Kombination von Radkleider zusammenzustellen und auszuprobieren.

Kurze Zeit später verliessen wir den Ort Jasper in Richtung Zielort und machten nun die ersten Meter auf dem Icefields Parkway, der mit seiner Länge von 230 Kilometern und dem Ende in Lake Louise, als einer der schönsten Fernstrassen der Welt bezeichnet wird.

Bei Kilometer 32 kamen wir an die Athabasca Falls wo wir nur kurz anhielten, um einander schnell in die Augen zu schauen. Die Fälle sind eine grosse Attraktion nicht unbedingt wegen der Höhe, sondern der Wucht, mit der das Wasser in die Tiefe stürzt. Weiterfahren hiess es schnell und Jean- Pierre musste sich wirklich beeilen da er die Kamera schon in der Hand hielt um Fotos zu machen. Doch ich führte ihn dann wieder an die Spitzengruppe und somit konnten wir das Ziel gemeinsam anfahren.

Grosse Vorarbeit haben aber Albert und Beat geleistet, da sie am Zielort mit viel Überzeugung den Zimmerbezug um 2 Stunden vorschieben konnten und jeder ankommende aus unserem Regenrennteam wurde in ein feines Badetuch des Hotels eingewickelt.

Wer jetzt noch Lust auf mehr Wasser hatte konnte die Sunwapta Falls hinter dem Hotel besuchen, etwa 10 Minuten zu Fuss, dieser Fall stürzt nun aber etwa 18 Meter in die Tiefe und das unter einem riesigen Getöse!
Nach einer warmen Dusche und den Bauch mit feinen Abendessen gefüllt, liessen wir den verregneten Tag hinter uns und erfreuten uns an der Kameradschaft und guten Gesprächen.

Herzliche Grüsse aus der Wasserwelt, das ZRR- Team
Beat, Albert, Thomas und Mäge


Dienstag, 03. Juli – Sunwapta Falls – Saskatchewan Crossing, 8. Etappe

Die Entscheidung heute nicht zu fahren, haben wir unseren Gästen bereits gestern Abend beim Nachtessen mitgeteilt. Keine einzige Gegenstimme wurde erhoben und ausnahmslos jeder der Anwesenden war froh, nicht in dieser Waschmaschine velofahren zu müssen.

Wir nutzten nun die Zeit um noch vor 08:00 Uhr zu Frühstücken und dann den Schweizern vor dem Fernseher den Daumen zu drücken. Das Bild war nicht gerade das Beste, doch in dieser schönen Wildnis absolut genügend. Man stelle sich vor, es gibt noch Orte auf der Welt, da ist das WLAN eher Dekoration und vor dem Hotel stehen noch Telefonzellen, weil es gar kein Handy-Netz gibt. Wunderbar so was!!

Die Tour von heute startete also um erst 11 Uhr, aber für alle im Bus und die Räder waren schon verladen; ein doch sehr seltenes Bild bei Zollinger! Ein grosser Vorteil für die Guides, man konnte die Gruppen immer super eng zusammenhalten und in den Steigungen wurde herzhaft gelacht und keiner wurde abgehängt.

Der erste Halt nach nur wenigen hundert Metern war bei den Sunwapta Falls, da beim gestrigen Wetter sich kaum noch jemand dahin vorkämpfte.
(Das Wasser des Sunwapta River stammt vom Athabasca-Gletscher und fällt hier in zwei Stufen hinab. Ein Wanderweg von etwa zwei Kilometern führt zu dem unteren Wasserfall (Lower Falls). Der Name Sunwapta ist eine Bezeichnung der einheimischen indigenen Urbevölkerung und meint so viel wie Wildes Wasser. Im späten Frühjahr, wenn die Schneeschmelze auf den Gipfeln eingesetzt hat, zeigt der Wasserfall die grössten Turbulenzen.)

Bei gemütlicher Reisegeschwindigkeit fuhren wir dann dem Columbia Eisfeld entgegen, welches kurz vor dem Sunwapta Pass liegt. Wir befanden uns nun auf einer Höhe von 2035 Meter. Der Gletscher ist einer der grössten Eisflächen südlich des Polarkreises in den Rockys und ist die Quelle verschiedener Flüsse welche in dieser Wasserscheide nach Osten und Westen fliessen. Der Sunwapta Pass ist dann auch die Grenze zwischen Banff im Süden und Jasper im Norden.

Der Kaffeehalt im Columbia Eisfeld Center war amüsant und jeder von uns kam sich vor wie in einer U-Bahn irgendwo in Asien.
Auf der zweiten Hälfte der Strecke wurde unsere Entscheidung erst recht untermauert, es regnete in Strömen und unser Busfahrer Thomas fuhr nun mit der erlaubten Höchstgeschwindigkeit dem Ziel entgegen.

In Saskatchewan angekommen vergnügten wir uns in dem Hotel-Pub, wo wir mit einer bequemen Polstergruppe und einem offenen Feuer empfangen wurden, mit etwas zu Trinken und kleinen Snacks.

Für morgen sieht es wettertechnisch bis jetzt nicht mehr so schlecht aus und wir sind guter Hoffnung die Königsetappe von 163 Km fahren zu können.

Herzliche Grüsse aus einem der schönsten Naturlandschaften von Kanada, das ZRR- Team und ihren Gästen
Beat, Albert, Thomas und Mäge


Mittwoch, 04. Juli – Saskatchewan Crossing – Canmore, 9. Etappe

Wir wissen, dass einige Leser da draussen uns ganz fest die Daumen drücken und es scheint nun auch wirklich zu helfen. Viel besseres Wetter und keine Unfälle bis jetzt, das ist eure magische Mithilfe! Vielen herzlichen Dank! Dass wir noch keine Unfälle hatten, haben wir aber auch den diszipliniert fahrenden Gästen zu verdanken, die sich nicht überschätzen und auch dem guten neuen Radmaterial, den Storck DURNARIO mit 32er Kranz, welche wir auf dieser Tour das erste Mal einsetzten konnten.

Ja, die Entscheidung wiederum das Richtige zu machen fiel nicht leicht, da es doch bis kurz vor der abgemachten Startzeit um 09:00 Uhr noch leicht regnete und die Temperatur von knapp über 4°C nicht gerade als sommerlich zu bezeichnen war. Die Herausforderung war die Etappe von 163 km entsprechend vernünftig einzuteilen und den Gegebenheiten anzupassen.

So fuhren wir die ersten 37 Kilometer auf dem Icefields Perkway bis zu dem Peyto Lake in den Autos, aber bereits umgezogen in der richtigen Radmontur.

Der auffällig türkis farbige See, der meist abgebildete See in Kanada, zeigte sich in einem schönen Lichtspiel, da die Sonne jetzt durch die Wolken drückte und ihre Strahlen spielen liess. Wir waren nun bereits über 2100 Meter und rund um uns konnten wir Neuschnee auf den Fusswegen und den Bäumen bestaunen. Mäge konnte sogar einen Schneehaufen so dekorieren, dass er einem Schneemann ähnlich sah :). Aber jetzt wurden unsere Räder bestiegen. Jeder zog Handschuhe und wärmende Kleider an, damit wir in Richtung Lake Louise losrauschen konnten.

Nun drückte die Sonne richtige blaue Löcher in die Wolken als wir den Bow Pass in südlicher Richtung überquerten und es schien, als würde es nun wettermässig wieder besser werden auf unserer Tour!

Sonne, Wind und einzelne unbedeutende Regentropfen begleiteten uns bis in den Mittagshalt in Lake Louise, wo wir uns alle mit einer wunderbaren Tagessuppe verpflegten.

Um 13:00 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg in Richtung Banff und wollten den alten Highway 1A nehmen, der als normale Strasse durch schönste Wälder führt: Doch leider wurden wir eingangs von einem Warnschild überrascht, auf dem klar kommuniziert wurde, dass die Strasse wegen Unterhaltsarbeiten gesperrt ist und ein Vergehen mit etwa 25`000 Dollar Busse bestraft werde. Kurze Zeit später donnerten wir dann halt auf dem neuen Trans Canada Highway 1 in Richtung Zwischenziel, was auch recht viel Spass machte, da es gar keine Steigungen gab und ein zügiges Tempo gefahren werden konnte. Aber Albert fand nach etwas 25 Km ein Schlupfloch, damit wir doch noch auf die 1A wechseln konnten und so fuhren wir dann in ruhigerer Umgebung weiter.

In Banff wurde noch einmal ein kurzer Kaffeehalt gemacht, um für die letzten 24 Km bis nach Canmore fit zu sein.

Herrlich, wie die Temperatur nun stündlich stieg und die Kraft der Abendsonne liess uns vermuten, dass die angesagten 28°C für den nächsten Tag auch stimmen können.

Herzliche Grüsse aus Canmore, das ZRR-Team
Beat, Albert, Thomas und Mäge


Donnerstag, 05. Juli – Rundfahrt Banff, 10. Etappe

Vorsichtig schauten wir aus den Fenstern, um uns zu vergewissern, ob das Wetter dem entsprach was die lokale Vorhersage am Vorabend prognostizierte. Und…? Unglaublich, man konnte kein Wölklein am Himmel ausmachen und das in allen vier Himmelsrichtungen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück trafen wir uns um 10:45 Uhr in der Hotellobby, wo sich alle Teilnehmer das erste Mal mit den Themen Sonnenschutz und Mückenspray beschäftigt hatten. Übrigens sind für Morgen, Freitag fast 30°C angesagt 🙂

Die heutige Rundfahrt hatte eine Länge von 26 km und wurde ausschliesslich auf der kleinen Scheibe gefahren. Es ging in nordöstlicher Richtung aus Banff an den Lake Minnewanka, welcher 27 km lang und eine Tiefe von 142 Meter hat, weiter. Anschliessend pedalten wir in einer Schlaufe wieder Richtung Banff zum Startpunkt.

Hier wurden die Räder zurück in die Fahrzeuge verladen, Turnschuhe herausgefasst, um im Städtchen die Kaffees und Souvenir Shops unsicher zu machen. Eine vierer Gruppe aus alten Haudegen bestehend, angeführt von Albert mit Jean- Pierre, Hans und Steffen, bevorzugten es die Gegend auf dem Rad zu erforschen. Sie versprachen pünktlich zur Abfahrtszeit wieder am vereinbarten Treffpunkt zu sein. Wir musste uns um diese vier Grizzlybären keine Sorgen machen, da unser Albert, welcher die Gruppe betreute, früher in Banff schon eine Wintersaison gelebt und gearbeitet hatte. Er kannte somit die gefährlichen Stellen (Fallen)!

Zum vereinbarten Zeitpunkt tauchten, aus allen Seitenstrassen, bekannte und fröhliche Gesichter auf. Keiner wollte es sich nun nehmen lassen die 24km nach Canmore auf dem Rad zu fahren! So zogen alle wieder ihre Radschuhe an, füllten noch einmal Wasser in ihren Bidon und traten nun voll in die Pedalen.

Letzter Halt für heute ist ein feines Restaurant, Gaucho Brazilian, in dem wir alle gemeinsam Abendessen und uns für die letzte Etappe von Morgen vorbereiten; Canmore – Calgary mit 124 km.

Live für euch dabei, das ZRR- Team
Beat, Albert, Thomas und Mäge


Freitag, 06. Juli – Canmore – Calgary, 11. Etappe

Nun bei diesen Bedingungen war das Aufsteigen auf das Rad und das Absolvieren der letzten 124 Kilometer nach Calgary kein Problem. Die Wettervoraussagen am Morgen von Calgary waren klar, es wird einer der wärmsten Tage. Es werden 33°C vorausgesagt.

Um 09:50 Uhr rollten wir aus dem Hotelareal in Richtung Süden auf den Highway 1A, welcher uns nach Cochrane brachte, wo wir nach Kilometer 74 unseren Mittagshalt machten. Mit Rückenwind durften wir über mehrere Kilometer aus den Rockys gleiten und fanden Beat auf einer der letzten Waldlichtungen bevor wir in die Ebene kamen. Ja es war schon recht warm und jeder war froh, dass man die Bidons wieder auffüllen konnte.
Albert hatte bis zu diesem Halt schon etwas mehr Pech, da er ein defektes Hinterrad austauschen musste und somit etwas von Marschtabelle zurückfiel.

Der Verkehr in Richtung Calgary hatte bald einmal etwas zugenommen und wir konnten am Horizont schon die Skyline der Grossstadt erblicken. Es galt aber ja zuerst einmal Cochrane zu erreichen, ein Städtchen, welches 20 km vor Calgary liegt. Als wir da ankamen, mussten wir den Mittagshalt umorganisieren, da unser nettes Kaffee aus dem letzten Jahr nicht mehr existierte, was echt schade war. So landeten wir in einem SUBWAY (Fast-Food Kette), was es laut Hanspeter ja auch in Wohlen (Kanton Aargau) gibt. Der Laden war recht gut herunterkühlt, was uns bei diesen hohen Aussentemperaturen entgegenkam. Es fehlte uns da an nichts und wir fuhren, 45 Minuten später, frisch gestärkt unserem Ziel entgegen.

Wenn da nur nicht diese «Scheiss Rampe» gewesen wäre, welche nach der Pause bei der grossen Hitze schon einiges von den Teilnehmern abverlangte. Kurze Zeit später vereinten sich dann beiden Gruppen wieder und stellten sich auf für die Durchfahrt durch Calgary auf. Über mehr als 20 km Radweg waren angesagt und jeder musste sich noch einmal voll konzentrieren, da die Route um viele enge Kurven mit recht schmalen Passagen ging. Es machte aber riesen Spass in so eine Grossstadt zu fahren und auf den Radwegen das Geschehen hautnah zu erleben. Mäge war dann auch erleichtert, dass die Zoo-Umfahrung in diesem Jahr wieder befahrbar und kein zusätzlicher Schwenker über Industriegelände nötig war. Die Temperatur hatte nun auch ihren höchsten Wert erreicht und ein warmer Wind blies uns auch um die Ohren. So waren wir dann auch sehr froh in der klimatisierten S-Bahnstation, wo unser Radweg durchführte, kurz halt zu machen um uns zu erholen.

Die letzten Kilometer zum Hotel waren nur noch eine Pflichtübung und wurden mit Bravur von allen Teilnehmern bewältigt.

Ja liebe Freunde, nach dem gemeinsamen Foto vor dem Hotel und zahlreichen Gratulationen untereinander zur bestanden Kanada Tour 2018, wurde uns nun klar das alles schon bald zu Ende sein wird. Einen Höhepunkt haben wir aber morgen noch und das ist das Calgary Stampede, das weltgrösste Rodeo mit Preisgeldern von mehr als 1 Mio. Dollar.
Wir möchten uns nun verabschieden von dieser Tour aus Kanada 2018 und hoffen, dass wir allen Gästen ein positives und bleibendes Erlebnis auf den Heimweg mitgeben konnten.

Die letzten Grüsse dieser Tour aus Calgary an alle! Euer ZRR-Team
Beat, Albert, Thomas und Mäge